Philosophie-Vorträge März/April 2019

Weiter geht es mit den Ankündigungen: Der Kulturverein veranstaltet im März/April wieder vier Philosophievorträge zu unterschiedlichen Themen. Sie finden immer mittwochs von 10-12 Uhr im Katharina-von-Bora-Haus statt.

Mittwoch, 27. März 2019, 10 Uhr
Karl Marx und die Kritik der politischen Ökonomie

Karl Marx‘ Hauptwerk, „Das Kapital“, ist das Ergebnis vieljähriger intensiver Forschungsprozesse. Dabei bezeichnete Marx sein eigenes Theorieprojekt nicht als „politische Ökonomie“, sondern als „Kritik der politischen Ökonomie“. Warum entfaltete Marx diese systematische Kritik, und was ist ihr Gegenstand? Der Vortrag bietet eine Einführung in die kritische Gesellschaftstheorie von Karl Marx. Er zeichnet nach, wie diese Theorie entstanden ist, erläutert ihre zentralen Aussagen und fragt nach ihrer Aktualität vor dem Hintergrund gegenwärtiger weltwirtschaftlicher Prozesse.

Referent: Dr. habil. Jan Hoff, Sozialphilosoph

Mittwoch, 03. April 2019, 10 Uhr
Dabeisein ist alles – Horkheimers und Adornos Theorie der Kulturindustrie

Der Begriff der „Kulturindustrie“ bildet ein zentrales Element innerhalb der kritischen Sozialphilosophie der Frankfurter Schule. Max Horkheimer und Theodor W. Adorno formulierten ihn in den 1940er Jahren, um das Schicksal von Kultur im Kapitalismus des 20. Jahrhunderts zu reflektieren: Unter den Bedingungen der allumfassenden Marktgesellschaft sind künstlerische Hervorbringungen jeglicher Art fast ausnahmslos zur Ware geworden. Ihr einstiges kritisches Potential haben sie eingebüßt und dienen stattdessen als „Schmiermittel“ des gesellschaftlichen Betriebs. Ihre faktische Funktion ist es, die bereitwillige Anpassung der Menschen in Arbeit und Freizeit sicherzustellen, ohne die Frage nach dem Sinn und Zweck der gesellschaftlichen Verhältnisse überhaupt noch aufkommen zu lassen. Der Vortrag rekonstruiert die Grundzüge dieser Theorie und fragt danach, wie sie sich für eine kritische Analyse der Gegenwartcfruchtbar machen lässt.

Referent: Dr. Manuel Rühle, Philosoph und Erziehungswissenschaftler

Mittwoch, 10. April 2019, 10 Uhr

Wie gelangt Wissen in politisches Handeln?

Kann Wissen das politische Handeln in der Demokratie beeinflussen?
Oder bestimmt allein die Ökonomie des Wählens das politische Handeln?
Oder das wirtschaftliche Eigeninteresse der Politiker?

Referent: Dr. Alexander Dill
Der Referent ist Direktor der „Basel Institute of Commons and Economics AG“; er ist Verfasser mehrerer Bücher mit radikalen Plädoyers für den Einfluss des Einzelnen auf Staat und Gesellschaft. Er berät die deutsche Regierung, die EU und UN in diversen Gremien. Er lebt seit 2014 im Fünfseenland.

Mittwoch, 17.04.2019, 10 Uhr
Götter – Glaube
Zunächst wollen wir den Begriff des „Glaubens“ ein wenig präzisieren, insbesondere für den weiteren Zusammenhang.
Glaube – einfaches für wahr (möglich) halten;
Glaube – Vertrauen in andere Menschen;
Glaube – Vertrauen in die Wissenschaft und den eigenen Intellekt;
Glaube – an höhere Mächte für nicht erklärbare Phänomene;
Glaube – an höhere Mächte als Schutzfunktion (Sterblichkeit, Moral, Sinn);
Glaube – wo unser Verstand erkennbar überfordert ist;
Für die drei letzten Arten des Glaubens haben die Menschen „Götter“ erfunden.
Für die erste gibt es Naturgeister und -götter, abgelöst durch die Wissenschaften.
Für die zweite Art stehen die Götter der moderneren Religionen.
Und die dritte Art? Hier darf ein wenig spekuliert werden.

Referent: Dr. rer.nat. Bernd Mollerus, Astrophysiker

Und eine haben wir noch: eine Ausstellung zur Musikgeschichte am Starnberger See – mehr dazu bald. Und bald wird es auch wieder politisch: Am Dienstag ist Sitzung.

 

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