Neues aus dem Gemeinderat: die Sitzung vom 25.2.

Bevor es um richtig wichtige ortsplanerische Themen ging, begann Bürgermeister Steigenberger die Sitzung mit einer Entschuldigung: Über den Baubeginn der Stützmauer in der Grafstraße sei  spät informiert worden, sie selbst hätten den Termin erst kurzfristig erfahren. Eine nette Geste! Und es gab Termine: 27.3. Bürgerversammlung, 27.-29.6. Fahrt nach Phalsbourg.
Danach stieg das  Gremium direkt in das wichtigste Thema das Abends ein: Wie geht man in Sachen altes Rathaus weiter vor?

Rathaus, adieu

Damit der Haushalt 2025 vom Landratsamt genehmigt werden konnte, mussten Grundstücksverkäufe in den Ring geworfen werden – das alte Rathaus bot sich an. Im Februar 2024 hatte der Gemeinderat bereits das Büro arc Architekten (das den Pallaufhof in Münsing entwarf) mit einer Machbarkeitsstudie (allerdings für einen größeren Umgriff, der so nicht zur Verfügung steht) für eine andere Bebauung und Nutzung (Wohnen!) beauftragt. Die Ergebnisse wurden im Juli 2024 präsentiert. Es wurden unterschiedliche Varianten vorgestellt (Bestand-Sanierung, Bestand-Sanierung-Ergänzung, Ersatz-Neubau). Letzteres wurde vom Gemeinderat als “Maximallösung” bezeichnet, einen Beschluss gab es nicht. Das Grundstück soll nun durch ein “Konzeptvergabe-Verfahren” verkauft werden.

Am heutigen Abend stellte die Architektin und Stadtplanerin Kathrin Geßl vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München dieses Verfahren vor. Sinn und Zweck dieses Vorgehens ist es,  dass gemeindliche Grundstücke nicht einfach verkauft werden, sondern dass die Gemeinde über die zukünftige Nutzung mitbestimmen kann. Bei einer Konzeptvergabe steht laut Aussage von Frau Geßl die Qualität der angestrebten Bebauung eindeutig im Vordergrund.

Zum Zeitplan: Zunächst sollen in einem moderierten eintägigen Workshop – der bereits im März oder April dieses Jahres stattfinden soll – Kriterien für die Planung festgelegt werden. Dabei kann es um die Qualität der Bebauung, ein Mobilitätskonzept, Landschaftsschutz, Wohnungsgrößen, Mietpreise etc etc gehen. Diese Kriterien bilden die Grundlage für die Auslobung. Möglich wäre eine “Festpreisvergabe” oder ein “Bestpreisverfahren” – in jedem Fall muss es ein Wertgutachten geben, und das 3600 qm große Grundstück darf nicht unter Wert verkauft werden. Erbpacht scheidet – leider – aus.

Im Anschluss wird eine Sach- und Fachjury gebildet, die die anonymen Einreichungen nach den gemeinsam festgeegten Kriterien bewertet. Dann erst kann der Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen.

Nach den vor allem für die Verwaltung arbeitsintensiven Bebauungsplanbeschlüssen aller Art (frühzeitig, eingeschränkt, erneut, Aufstellung) ging es nach intensiver Vorabdiskussion um die Beschlüsse zur “Erstellung eines Wasserschutz- und Landschaftspflegeprogramms” für die Gemeinde. Landwirte sollen ab 2026 (Antrag bitte 2025 einreichen, Auszahlung 2026) zunächts für zwei Jahre mit einem Zuschuss von 35 € Nothilfe pro Großvieheinheit unterstützt werden – eine Großvieheinheit kann qua Beschluss zwar aus viel Kleinvieh, aber nicht aus einem Pferd bestehen. Pferdehalter sollen aber von einer jährlichen Förderung bei der Nutzung von Zisternen profitieren.

Nach einem Beschluss über die Zahlung eines höheren personellen Ausgleichs für “I-Kinder” in der integrativen Einrichtung Abenteuerhaus Berg (KinderArt) wurden noch die neu gewählten Feuerwehrkommandanten in der Gemeinde bekanntgegegen:

Allmannshausen: Florian Steinsberger (1. Kommandant)
Berg: Martin Höbart (1. Kommandant) und Patrick Lang (2. Kommandant)

Der Gemeinderat bestätigte alle drei in ihren Ämtern. Patrick Lang und Florian Steinsberger müssen “in angemessener Zeit” noch Lehrgänge ablegen.

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Abflug

Der Wetterballon der FOSBOS München konnte am Samstag vor der Wahl erfolgreich gestartet werden. Peter Kreisl war dabei und schickte uns seine Aufnahmen – danke!

Alles ist vorbereitet

Das Innenleben

Gleich wird er befüllt

Der Start war wegen Auftriebsproblemen zunächst noch unsicher.

Abflug!

Um 12 Uhr konnte der Wetterballondann doch losfliegen. Er wird hoffentlich wichtige Messdaten liefern. In der Nähe von Passau wird die Sonde dann herunterfallen.

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Der Morgen danach – die QUH-Wahlanalyse

Auch in der nächsten Wahlperiode wird Berg in Berlin durch den eher unauffälligen CSU-Abgeordneten Michael Kießling vertreten. Gegen den Bundestrend konnte Verena Machnik mit den Grünen mit nur minimalen Verlusten den zweiten Platz vor der SPD erreichen, gehört allerdings mit Listenplatz 18 nicht zu den 14 Grünen Abgeordneten und Abgeordnetinnen, die für Bayern nach Berlin reisen. Auf dem dritten Platz im Landkreis erstmals die A-Partei, die ihre Stimmen mehr als verdoppelte, dahinter die SPD und die FDP, die auch in ihrer Starnberger Hochburg extreme Verluste eingefahren haben. Die Linke ist auch bei uns im Wahlkreis mehr als doppelt so stark wie beim letzten Mal. Erstaunlich: In Farchach wird am ehesten so gewählt wie in ganz Bayern.

Das vorläufige Endergebnis im gesamten Wahlkreis Starnberg/Landsberg 2025

Das Endergebnis in Berg allein unterscheidet sich davon nur tendenziell. Die CSU gewinnt hier noch mehr Stimmen, die FDP schneidet etwas besser ab, verliert aber auch hier die Hälfte ihrer Wähler; die A-Partei überflügelt die SPD, die nur auf ein einstelliges Ergebnis kommt.

Das amtliche Endergebnis in der Gemeinde Berg 2025

Höchst interessant wie immer ist der Blick in die einzelnen Berger Wahllokale, wo teilweise sehr unterschiedlich abgestimmt wurde. Diese Ergebnisse erlauben präzise Einblicke, auf Kosten welcher Parteien die Gewinne und Verluste gehen. In unserem “grünen” Dorf Farchach schneiden die Grünen schwächer ab (13%) als in der gesamten Gemeinde, die A-Partei bekommt im leider immer noch unbewirteten Wirtshaus überproportional viele Stimmen und kommt wie im Bund auf den zweiten Platz bei den Wählerstimmen (18,7%).

Das amtliche Endergebnis der Zweitstimmen im Berger Ortsteil Farchach 2025

Verblüffend: Damit entspricht das Farchner Zweitstimmen-Ergebnis bis auf ganz wenige Promillepunkte dem von ganz Bayern. Auch in Bayern bleibt die CSU unter 40%, die A-Partei wird mit fast 20% zweitstärkste Kraft vor den Grünen und der knapp dahinter liegenden SPD auf Platz vier. Die Linke kommt über die 5%-Hürde und die FDP ist abgeschlagen.

Bayern stimmt fast genau so ab wie Farchach 

Etwas anders sieht es bei den “persönlichen” Erststimmen ab. Hier liegt Verena Machnik in Farchach 5% fast gleichauf mit der A-Partei über dem Ergebnis ihrer Gruppierung. SPD und FDP sind weit abgeschlagen.

Das amtliche Endergebnis der Erststimmen im Berger Ortsteil Farchach 2025

Nicht ganz unerwartet erreicht die A-Partei hingegen im Berger Ortsteil Höhenrain mit 23% das beste Ergebnis. Ihr Gewinn geht hauptsächlich auf Kosten der CSU, die hier mehr als 7% unter ihrem Berger Ergebnis bleibt.

Das amtliche Endergebnis der Zweitstimmen im Berger Ortsteil Höhenrain 2025

Fast 9% schlechter schneidet die A-Partei im Ortsteil Berg ab, wo die FDP sich tapfer auf dem dritten Platz gehalten hat und die Linke nur 3,5% bekommt. Die Grünen holen hier ihr stärkstes Zweitstimmenergebnis (17,3%) und kommen sogar auf den zweiten Platz in der Wählergunst.

Das amtliche Endergebnis der Zweitstimmen im Berger Rathaus 2025

Ebenfalls – vielleicht nicht in dieser Höhe – hätte man das Kempfenhauser Ergebnis voraussagen können, wo die FDP auf Kosten der Grünen 6% (nur Platz 4 mit 7,6%) unglaubliche 17% der WählerInnen erreicht hat. Am Erfolg von A-Partei und CSU ändert dieses gelbe Bollwerk allerdings nichts.

Das amtliche Endergebnis der Zweitstimmen in Kempfenhausen 2025

Fehlt noch unser Ortszentrum in Aufkirchen, das sich als wahre CSU Hochburg erwiesen hat. Wie zu Zeiten des großen Vorsitzenden kommt die CSU hier auf erstaunliche 45,7%, was einer absoluten Mehrheit entspräche. Dieser Erfolg wird möglich, weil die A-Partei rund um die Kirche ihr schlechtestes Ergebnis in der Gemeinde Berg erzielt hat (das mit 11,9% immer noch beunruhigend wäre).

Das amtliche Endergebnis der Zweitstimmen in Aufkirchen 2025

Erfreulich: von den 5904 Wahlberechtigten in Berg haben 5222 ihre Stimme abgegeben, davon waren nur ganze 32 ungültig. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 88,4 %, die weit über dem Bundesgebiet liegt. Nach gut 2 Stunden waren alle Stimmen dank dem Einsatz der WahlhelferInnen ausgezählt. Danke für dieses Engagement in der Demokratie.

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