Die Feriensitzung des Berger Gemeinderates

Eine lange Tagesordnung stand gestern Abend zur letzten Sitzung des Berger Gemeinderats vor den Sommerferien an – und sie bestand fast ausschließlich aus Bauantragsverfahren. Außer bei einem Tagesordnungspunkt richtete sich der Rat geschlossen nach den Beschlussvorschlägen der Verwaltung.

Die neue Situierung der Baukörper im Bebauungsplan “Villa de Osa”

Die Bauleitplanung um den Bebauungsplan Nr. 102 “Villa de Osa” machte den Anfang. Der Worte waren eigentlich genug gewechselt, und so gab es auch nach dem Ortstermin kürzlich keine langen Diskussionen mehr.
Nach der überraschenden Schließung der Klinik im Jahr 2016 aufgrund eines wegen einer Anwohnerklage gekippten Bebauungsplans zur Klinikerweiterung, der aus dem Jahr 2006 stammte, war bald klar: Das Grundstück soll einer Wohnnutzung zugeführt werden. Der Gemeinderat war darüber nicht glücklich – genausowenig die Bevölkerung. Die Klinikinhaber beharrten jedoch darauf, das Krankenhaus ohne Erweiterung nicht wirtschaftlich weiterführen zu können. Die Festschreibung einer sozialen oder Kliniknutzung sei rechtlich nicht möglich gewesen, so die Verwaltung. Seither wurde verhandelt, ein Bebauungsplanentwurf geschmiedet und schon zwei Mal ausgelegt. Der jedoch geriet mit dem neu gewählten Gemeinderat zusehends ins Wackeln.
Bei einem Ortstermin wurde nun ein Kompromiss ausgehandelt – der Abstand der fünf Pentagone zur denkmalgeschützen Villa de Osa wurde zum Teil vergrößert, sodass die Sichtachsen mehr betont werden. Bei einem Gebäude (Haus E) wurde auf ein Vollgeschoss verzichtet. Es rückte aus dem ebenfalls denkmalgeschützten Parkbereich heraus und näher an die Nachbarn. Insgesamt 18 Wohneinheiten mit je 180 bis 200 qm sollen in den fünf Türmen und der Villa entstehen.
Bis auf zwei Stimmen aus der QUH wurde die Kompromissbereitschaft des Bauherrn mit Zustimmung belohnt.

Alle anderen Tagesordnungspunkte wurden wie gesagt einstimmig beschlossen:

Für die Villa Hirschfeld – die für die Verwaltung eindeutig im Außenbereich liegt – wurde eine Hanggarage beantragt, die nach §35 nicht zulässig ist. In einem weiteren Antrag wurden ein Aufzug, eine Erweiterung der Kellerräume und eine Terrassenerweiterung beantragt. Die Angemessenheit der Erweiterung konnte nicht beurteilt werden, da die künftigen Wohnverhältnisse nicht geklärt wurden. Das Einvernehmen wurde nicht erteilt.

Im Bereich des Bebauungsplans “Etztal” wurden zwei Wohnhäuser am Hang auf der Ostseite der Witttelsbacherstraße, nach der Kurve unterhalb der Johanniskapelle, beantragt. Das Vorhaben war in ähnlicher Form bereits einmal eingereicht und wurde abgelehnt – unter anderem stand ein Baum im Weg, dessen Fällung der B-Plan untersagte. Dem Antrag auf Befreiung wurde damals nicht stattgegeben – nun wurde der Baum bzw die Baumgruppe gefällt – ohne einen Antrag auf isolierte Befreiung -, weil der Baum durch einen Sturm in Schräglage geraten sei. Nicht nur das erregte den Unmut des Gemeinderats – das Einvernehmen wurde genauso wenig erteilt wie die Befreiung hinsichtlich der Ausführung mit Flachdach.

Der Umbau und die Umnutzung einer ehemaligen Hofstelle Am Klausenhof in Kempfenhausen mit dem Einbau von drei zusätzlichen Wohneinheiten wurde genehmigt.

Der Antrag zur Erweiterung eines Einfamilienhauses am Schmiedenfeld wurde abgelehnt. Das Landratsamt hatte 2020 das Einvernehmen der Gemeinde für den Vorbescheid einer Erweiterung des Einfamilienhauses – das im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet liegt – ersetzt. Nun sollte die im Vorbescheid vom LRA genehmigte Erweiterung noch einmal vergrößert werden. Einstimmig abgelehnt.

Am Schroppenberg in Leoni ging es um eine vom Landratsamt genehmigte Erweiterung eines Gebäudes im Außenbereich. Bei den Bauarbeiten dazu wurden jedoch der Dachstuhl des bestehenden Gebäudes entfernt – damit verliert das Haus den Bestandsschutz. Das führte zu einem Baustopp. Der geänderte Antrag – bzw. die Tektur zu dem vom LRA genehmigten Antrag – musste abgelehnt werden.

Den Abschluss bildete ein schöner Erfolg für die neu gegründete Bürgerbeteiligung Berg: Die Untergruppe Verkehrskonzept des Arbeitskreises Mobilität regte an, die Gemeinde solle Förderanträge zur Errichtung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge stellen. Der Ausschuss für nachhaltige Entwicklung, der vor kurzem tagte und in dem das vordiskutiert wurde, empfahl dem Gemeinderat, das zu tun. Fünf Standorte wurden bereits vorgeschlagen, mögliche Betreiber werden noch eruiert. Auch die Standorte und die Anzahl der Ladepunkte können nach der Antragstellung noch geändert werden. Die Details über die Kosten und die Art des Anschlusses werden dem Gemeinderat noch zur Entscheidung vorgelegt.

Der Beschluss fiel einstimmig. Und dann ging es in die nicht-öffentliche Sitzung …

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Erledigt!

Zum letzten Mal vor den Sommerferien traf sich der Gemeinderat in dezimierter, aber beschlussfähiger Zahl. Außer bei einem TOP mit zwei Gegenstimmen wurden sämtliche Beschlüsse einstimmig gefasst. 

Wirklich erledigt ist natürlich selten etwas. Häufig fängt die Arbeit nach einem GR-Beschluss erst an. Wir diskutierten jedenfalls nach der Sitzung noch in der Post und berichten deshalb erst heute Abend über die Entscheidungen.

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Ein gutes Buch!

Ein gutes Buch erkennt man meist schon auf der ersten Seite. Und von so einem Buch müssen wir Ihnen heute erzählen. Der Autor ist der in Sibichhausen wohnende Philipp Moog, ein Tausendsassa, der nicht nebenbei mal einen Roman vorgelegt hat, sondern einer, der neben seiner Schauspielertätigkeit immer schon Fernseh-Serien entwickelt und Drehbücher geschrieben hat und dafür mit dem Grimme-Preis nominiert wurde. “Anderwelt” ist sein zweiter Roman und erscheint am 3. August im Verlag Karl Rauch.

Der Autor & Schauspieler Philipp Moog in seinem geliebten Sibichhauser Garten

Aber zurück zur ersten Seite von “Anderwelt”. Sie enthält eine Todesanzeige für die Hauptfigur des Romans, einen Familienpatriarchen mit Spitznamen T.H., der im Roman im Sterben liegt und mit seiner Vergangenheit hadert. Aber wenn man in diesem vielstimmigen Buch weiterliest, bemerkt man, dass hier nicht nur ein Erzähler spricht, sondern dass die Todesanzeige das Figurenpersonal des Romans “Anderwelt” enthält. Philipp Moog spricht in dem Buch nicht nur mit einer Stimme, sondern mit all den Stimmen der Söhne und der Tochter sowie deren Partner und Kinder, seiner Schwester und des Neffen. Hypochonder, verliebte Teenager, von der Vergangenheit stumm gemachte Eltern. Und jede dieser Stimmen verleiht Philipp eine ganz eigene Charakteristik, ein eigenes Schicksal, alle sind so verschieden, wie de Mitglieder einer weit verzweigten Familie nun einmal sein können. Alle tragen ihr Schicksal und leben ihr Leben, als ob es keine andere Welt gäbe.

Ein gutes Buch …

Die Stelle, wie all das und der Titel des Romans zu verstehen sein könnte, findet sich im Roman auf Seite 270:

“Wir leben nun mal alle auf verschiedenen Realitätsebenen”, meinte meine Schwester, “Der Mensch ist wie ein Radio. Wir sind in der Lage, verschiedene Programme oder Kanäle zu empfangen. Und jedes Programm wird auf einer anderen Schwingungsfrequenz gesendet. Und auf jeder Schwingungsfrequenz existiert eine andere Wirklichkeit. Eine andere Welt.”

Alleine für dieses weise Zitat muss man das Buch schon lieben. Und natürlich gilt es nicht für die Figuren des Romans und für jeden von uns, sondern auch für den Autor Philipp Moog:

Er war mit seiner Stimme schon Johnny Depp und Ewan McGregor. Er hat in Hollywood mIt Diane Keaton und dem großen Kinski gedreht, er hat deutsche Fernsehserien bereichert (von 16 mal Derrick über Hindafing bis Sperling) und (nach Jahren in München) endlich zurück nach Berg gefunden, wo er aufgewachsen ist und von wo aus “Radio Moog”  jetzt auch mit einem neuen Buch in die Welt hinaus sendet.

… erkennt man auf der orginellen ersten Seite

Philipp hat auch einen Spot gedreht, in dem er kurz in seinen Roman einführt. Sie finden es hier. Das Buch gibt es natürlich in der Berger Buchhandlung “Schöner lesen” in der Grafstraße.

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Nachhaltigkeit in Berg

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Nach der ersten Vorstellung der Arbeitskreise der Bürgerbeteiligung (Umweltschutz & Mobilität) im Ausschuss für nachhaltige Entwicklung im Juni ging es dieses Mal um konkrete Projekte. Etwa 20 Zuschauer, viele davon Mitglieder der verschiedenen Arbeitskreise der Bürgerbeteiligung, verfolgten gespannt die Präsentationen und Diskussionen im Berger Rathaus. Bisher nur für den Hausanschluss Zum weiterlesen...

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Vergangene Woche fand die Jahreshauptversammlung der FFW Kempfenhausen statt – samt Wahlen und Ehrung. Florian Breitruck, Christian Ebert, Benjamin Gitter, Hans Meier Zum 1. Kommandanten wurde Christian Ebert wiedergewählt, zum 2. Kommandanten Florian Breitruck. 1. Vorstand des Feuerwehrvereins ist Benjamin Gitter. Der bisherige Vereinsvorstand Hans Meier wurde für 30 Jahre als Vorstand zum Ehrenvorstand weiterlesen...

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