Anwohner und Spaziergänger erwartet seit Kurzem ein völlig neues Bild am Schwarzen Weiher in Allmannshausen – auch Großer Weiher genannt. Entlang des Damms waren etwa 30 Bäume – zum Teil um die 150 Jahre alt – gefällt worden. Was hat es damit auf sich?

Kahlschlag am Schwarzen Weiher
Der Schwarzweiher in Allmannshausen ist ein sogenannter “Himmelsweiher”. Ein Himmelsweiher ist ein kleines Gewässer, das nur durch Niederschlagswasser oder – in diesem Fall – auch unterirdisch aus ablaufendem Wasser aus dem Moorgebiet bzw. Grundwasser gespeist wird und keinen Zustrom hat. Der Schwarze Weiher in Allmannshausen ist als sogenanntes “Gewässer 3. Ordnung” klassifiziert – und der Unterhalt solcher kleineren Gewässer fällt in die Zuständigkeit der Gemeinde (Art. 22 des Bayerischen Wassergesetzes).

Der Damm muss standsicher gemacht werden
Drei Ämter kommen hier ins Spiel: Das Wasserwirtschaftsamt hat kürzlich bei einer Begehung festgestellt, dass der Damm am Schwarzen Weiher nicht standsicher ist – das bedeutet, er könnte einbrechen, wenn schwere Fahrzeuge darüberfahren. Nun ist der Wald zwar keine Autobahn, aber es kommt durchaus vor, dass forstwirtschaftliche Fahrzeuge oder gar tonnenschwere Harvester dort unterwegs sind. Kurz wurde erwogen, den Pegel des Weihers zu senken oder ihn ganz leerlaufen zu lassen, was allerdings die Untere Naturschutzbehörde nicht zulässt, um Flora und Fauna zu schützen. Und letztlich befindet sich unterhalb des Weihers ein Wasserschutzgebiet und auch der Trinkwasserbrunnen, der bei einem Dammbruch in Mitleidenschaft gezogen werden würde – darauf hat wiederum das Gesundheitsamt ein Auge. Eine Sanierung des Damms ist also unumgänglich. Hinzu kommt, dass ein Damm nicht bepflanzt werden darf – weder mit Bäumen noch mit Sträuchern. Geht ein Baum irgendwann ein, hat auch das Wurzelwerk keine stabilisierende Wirkung mehr. Das gilt für den gesmten Damm bis zum sog. Dammfuß – das ist der Übergang zum Gelände.
Wie alt dieser Damm ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen – es existieren wohl keine Unterlagen mehr. Aufgrund des Durchmessers einiger Bäume (60-70 cm) wird das Alter auf 150 – 180 Jahre geschätzt. Nun soll auf der Luftseite durch eine Kiesverfüllung Gewicht erzeugt werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Der Damm wird vorerst für den Verkehr gesperrt – Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen ihn aber weiterhin überqueren.
Die Gemeinde schreibt: “Die vorbereitenden Baumfällarbeiten rund um den Damm und am Gewässer sind bereits abgeschlossen, auch die Aktivitäten des Bibers hatten Einfluss. Die Sperrung gilt für alle Fahrzeuge, auch für Maschinen im Rahmen von Holzarbeiten. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte beginnen und bis zum Jahresende andauern.”

Der Biber hilft tatkräftig mit – bis vor Kurzem wurden einige Stämme noch vor Verbiss geschützt
Einige Bäume am Rand hat ein Biber schon umgelegt. An einigen Baumstümpfen sieht man noch ein Drahtgitter, das vor Verbiss schützen sollte. Die Perspektive auf den Schwarzweiher wird sich ändern, aber er wird weiterhin ein Ruhepunkt fürs Auge und auch fürs Gemüt sein, in dessen Schwärze sich der Himmel spiegelt.

Der Weiher bleibt