Saisonende bei den Stockschützen des EC Höhenrain

Die Sommer- Saison der Stockschützen des EC Höhenrain geht schön langsam zu Ende – und unser Korrespondent Toni Maier schickte uns  einen Artikel über die vergangenen Saison – danke, Toni!

“Bereits seit Anfang Oktober wird jeden zweiten Donnerstag auf Eis im Polarium Germering trainiert um sich auf die Wintersaison einzuschießen.

Auch heuer können die Stockschützen wieder auf eine sehr erfolgreiche Saison mit div. ersten und zweiten Plätzen zurückblicken, u.a. bei Turnieren in Starnberg, Söcking , Pöcking, Weidach. Im Juni belegte der EC in der Kreisoberliga des Eisstocksportkreis 400 den 1. Platz, d.h. Aufstieg. In 2027 schießen wir dann in der Bezirksklasse.

Im September, beim eigenen Freundschaftsturnier mit den teilnehmenden Moarschaften aus: Weidach, Starnberg, Planegg-Geisenbrunn, Söcking, Neufahrn l.d.I., Pöcking und Königsdorf auf den Bahnen in Hearoa belegte der EC (eigentlich gastgeberunfreundlich) ebenfalls Platz 1.

Das bereits zum zehnten Mal jährlich vom EC Höhenrain durchgeführte Pokalturnier der 5 Berger Ortsfeuerwehren war wieder ein voller Erfolg. Die Jugendlöschgruppe „Gurkenhausen“ der FFW Allmannshausen konnte heuer, im dritten Anlauf, den Pokal den bisherigen Seriensiegern aus Bachhausen abringen.

Jugendlöschgruppe „Gurkenhausen“ unterstützt vom Vorstand der FFW Allmannshausen, Dr. Matthias Biemer

Lediglich die vereinsinterne Meisterschaft im Einzel-Zielschießen stand noch aus.

Der Vorstand des EC, Claus König, legte nun nach einigen Terminkorrelationen den vergangenen Donnerstag für die Durchführung fest. Evtl. inspiriert vom Fußball aus der Champions League fand die Einzelmeisterschaft dann abends unter Flutlicht statt.

Beim Einzelzielwettbewerb wird in vier Durchgängen mit je sechs Versuchen gespielt. Pro Durchgang sind 60 Punkte (= 240 Punkte Maximum) zu erreichen.

Durchgang 1: Es werden sechs Versuche auf die mittleren Zielringe ausgeführt, bei denen der Stock möglichst nahe an das Mittelkreuz/Daube gebracht werden soll. Gewertet wird der jeweilige Ring, den der Stock erreicht. Die Ringe zählen von außen nach innen: 2, 4, 6, 8 und 10 Punkte.

Durchgang 2: In diesem Durchgang sind verschiedene dem Mannschaftsspiel nachempfundene Situationen vorgegeben. Bei den sechs Versuchen gilt es, den in den Kreisen aufgestellten Zielstock aus dem Zielfeld zu befördern, wobei der Stock des Spielers im Zielfeld verbleiben soll. Man erhält 10 Punkte, wenn der eigene Stock im Zielfeld bleibt. Verlassen beide Stöcke das Zielfeld, werden 5 Punkte vergeben, wird getroffen und beide Stöcke bleiben im Zielfeld, gibt es 2 Punkte.

Durchgang 3: Der dritte Durchgang ähnelt dem ersten Durchgang, wobei die Wertungsringe im Zielfeld links und rechts hinten eingezeichnet sind. Man hat drei Versuche links und drei Versuche rechts. Die Ringe zählen von außen nach innen: 2, 4, 6, 8 und 10 Punkte.

Durchgang 4: Der vierte Durchgang heißt “Kombinieren”. Bei den ersten Versuchen gilt es den Zielstock so zu treffen, dass der Stock des Spielers möglichst nahe am Mittelkreuz zum Stehen kommt. Bei den letzten Versuchen gilt es den Zielstock aus den Zielringen in die hinteren Ringe zu befördern. Gewertet wird bei den Versuchen der jeweilige Ring, den der Stock erreicht. Die Ringe zählen von außen nach innen 2, 4, 6, 8 und 10 Punkte.

Die max. möglichen 240 Punkte wurden bis dato noch nicht erreicht. Den aktuellen Weltrekord bei den Herren hält der Österreicher Patrick Fischer mit 209 Punkten, aufgestellt 2017, bei den Damen, die Deutsche Verena Gotzler mit 201 Punkten.
Ganz so weit reichen die Ergebnisse von den EC-Schützen noch nicht. Da muss noch ein bisschen mehr trainiert werden.

Die Vereinsmeister des EC Höhenrain 2026:

Platz 1                               Helmut Schulz                           150 Punkte

Platz 2                               Robert („Roger“) Schulz     140 Punkte (nicht verwandt/verschwägert mit Helmut)

Platz 3                               Toni Maier                                      132 Punkte

Die Vereinsmeister 2026 v.l. Toni Maier, Helmut Schulz mit Sieger-Pokal und Robert „Roger“ Schulz

Die weiteren Platzierungen:

Platz 4                                Claus König                                   130 Punkte
Platz 5                                Fritz Schreinmoser                    111 Punkte
Platz 6                                Klaus Hendel                                  98 Punkte
Platz 7                                Hans Reisländer                           96 Punkte
Platz 8                                Harti Hingerl                                    93 Punkte
Platz 9                                Peter „Bäda“ Böck                      84 Punkte
Platz 10                             Heinz Diehl                                      40 Punkte

Der EC Höhenrain würde sich über weitere Schützen freuen. Wer Interesse hat, kommt einfach mal vorbei.
Aktuell, je nach Wetter, allerdings nur noch Montag ab 19:00 Uhr und Mittwochnachmittag ab 13:30 Uhr.
(Ab Frühjahr 2027 dann auch wieder jeden Donnerstag ab 19:00 Uhr)

Danke noch mal an Toni für den Bericht!

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Das Ostufer regiert und geigt

Am Ende des Konzertes schnappte sich der Landrat höchstpersönlich die Geige von Julian Schad und spielte mit dem Orchester “Frisch gestrichen” als Zugabe den Beatles-Song “Hey Jude”. Es war zwar nicht unbedingt der künstlerische, aber der politische Höhepunkt zweier höchst erstaunlicher Kulturwochenenden in Berg.

Wenn schon nicht mit Geld, so doch mit dem Geigenbogen: Landrat Frey unterstützt die Kultur am Ostufer

Stefan Frey zeigte sich ebenso verblüfft wie erfreut über all die kleinen Wunder, die gerade am Ostufer des Sees stattfinden. Während er als Teil des Orchesters “Frisch gestrichen!” von Nils Schad im ausverkauften Marstall glänzte, fand zeitgleich im BERG WERK vor ebenfalls vollem Haus (!) die leicht kabarettistische Lesung über  “Berger Geheimnisse” mit Heinz Rothenfusser und der neuen Künstlergruppe LAAB statt, wo erstaunlichste Geschichten (“zwischen 50 und 100% wahr”) von Morden, Nazis und Lüstlingen aus der Gemeinde erzählt wurden.

Geheimnisvolles Berg, ebenfalls mit Gästen aus der Lokalpolitik: Franz Sengl und Erika Schalper aus Starnberg

Während mit dem Erfolg von LAAB und “Klassik 2.0” zu rechnen war, war das volle Haus bei der Avantgarde-Veranstaltung gestern eine Überraschung. Im BERG WERK im alten Rathaus  fand gestern der nächste kulturelle Höhepunkt des Monats statt. Ein überraschend beglücktes Publikum lauschte atemlos den angereisten Neutönern vom “ensemble oktopus”, das eigens für diesen Anlass ein Programm aus Neuer Musik von lebenden Komponist*innen zusammengestellt hatte. Das Team vom BERG WERK war sichtlich stolz auf diesen buchstäblich “einmaligen” Abend, der – wie der Berger Kulturbeauftragte Andreas Ammer eingangs erwähnte – so nie wieder auf der Welt stattfinden wird. Die jungen Interpret*innen auf der Bühne waren begeistert von der Offenheit und konzentrierten Neugier des Berger Publikums auf diese ungewöhnliche, zeitgenössische Musik. Sie wollen im nächsten Jahr unbedingt wieder kommen … falls es das BERG WERK da noch gibt.

Unerhörtes Berg: das Trio AETHER mit Bratsche, Akkordeon und Saxophon 

Das Wagnis, das “ensemble oktopus” für ein Konzert mit ausschließlich Neuer Musik in einer kleinen Gemeinde auftreten zu lassen, wurde ebenso belohnt wie die Idee von Julian Schad, sein “Klassik 2.0”-Festival auf 2 Tage auszudehnen. Am ersten Tag trat er mit Studienfreunden zu einem Konzert zwischen Klassik (Ravels “Ondine”) und Operettenschlagern (“Dein ist mein ganzes Herz”) an. Am zweiten spielte er zusammen mit seinem Vater Nils und dessen in Berg stets geliebtem Orchester “Frisch gestrichen!” u.a. Vivaldis Doppel-Violinenkonmzert sowie zwei Stücke des in Berg seit der ersten Geisterbahn wiederentdeckten Komponisten Hans Posegga. Dessen Filmmusik “Mit vollen Segeln” ist so etwas wie das Signature-Piece des Orchesters geworden.

Umjubeltes Berg: Julian Schad mit dem Orchester “Frisch gestrichen!” im Marstall

So unterschiedlich die Veranstaltungen waren … das Publikum hat sie geliebt.

 

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Zu Halloween: Wer hat Angst vor neuer Musik?

Heute zu Halloween gastiert das “ensemble oktopus” im BERG WERK im alten Rathaus von Berg mit einem Programm, das vielen buchstäblich “Angst” macht: In ungewöhnlicher Besetzung wird das Ensemble moderne Musik zu Gehör bringen. Obwohl das “ensemble oktopus” dafür bekannt ist, nicht allzu “neutönerisch” zu sein, sondern durchaus einen leichteren Zugang zur Moderne pflegt: Kaum jemand dürfte eines der Werke, das heute erklingen wird, schon einmal gehört haben. Es wird buchstäblich ein Abend “unerhörter Musik”. Wir sprachen mit Konstantia Gourzi, der Leiterin des Ensembles, die auch das Programm exklusiv für diesen einmaligen Event zusammengestellt hat.

Botschafterin der neuen Musik: Konstantia Gourzi (Photo Giorgios Mavropoulos)

QUH: Liebe Konstantia Gourzi, was erwartet uns an dem Abend mit dem ensemble oktopus?

Konstantia Gourzi: Mit dem Titel „Verbindung 1 – Resonanzen der Gegenwart“ eröffnet das ensemble oktopus seine neue Konzertsaison mit dem ersten Konzert im Berg.

Das Publikum erwartet ein Konzert mit junger, ausgezeichneter und leidenschaftlicher Musikerinnen und Musiker, die Musik unserer Zeit zum Klingen bringen. Für mich ist Musik immer auch ein Drang zur Kommunikation: ein Versuch, miteinander in Verbindung zu treten, Gedanken auszutauschen und neue Perspektiven zu entdecken. Genau diesen Dialog zwischen den Musikerinnen und Musikern, der Musik und dem Publikum möchten wir an diesem Abend ermöglichen.

QUH: Welche Instrumente werden wir hören?

Konstantia Gourzi: Zu hören sind Viola, Akkordeon, Saxophon und Gesang, in unterschiedlichen Besetzungen. Die Kombination dieser Instrumente eröffnet vielfältige klangliche Möglichkeiten und verspricht ein abwechslungsreiches Hörerlebnis.

QUH: Kannst du uns etwas über einige der Komponist*innen sagen, deren Werke gespielt werden? Die wenigsten werden sie kennen.

Konstantia Gourzi: Wir präsentieren ein internationales Programm mit Komponist*innen aus Frankreich, Südkorea, Spanien und Deutschland. Dabei geht es mir nicht nur darum, unterschiedliche musikalische Handschriften kennenzulernen oder Namen zu kennen, sondern auch darum, einen Einblick in verschiedene Perspektiven auf unsere Gegenwart zu gewinnen.

Eine Frage finde ich dabei besonders spannend: Gibt es heute noch eine eigene kulturelle Sprache, die sich in der Musik eines Komponisten oder einer Komponistin ausdrückt? Oder sind wir durch die Globalisierung so miteinander verbunden, dass kulturelle Grenzen zunehmend verschwimmen und wir vielleicht sogar einen Teil unserer Identität verlieren? – Ich finde es reizvoll, dieser Frage durch das Hören nachzugehen.

QUH: Viele Menschen haben ja richtig „Angst“ vor Neuer Musik. Kannst Du ihnen etwas davon nehmen?

Konstantia Gourzi: Ich kann die Angst vor dem Unbekannten bis zu einem gewissen Punkt gut nachvollziehen. Wir Menschen fühlen uns oft im Vertrauten wohl und verlassen nur ungern unsere Komfortzone. Aber es geht mir gar nicht darum, dass jeder Neue Musik lieben muss. Viel wichtiger ist mir, die eigene Neugier zu entdecken und ihr Raum zu geben. Wir können durch Musik erfahren, was Menschen heute bewegt, wie sie die Welt wahrnehmen und welche Fragen sie beschäftigen. Die Interpretinnen und Interpreten eröffnen uns dabei einen ganz unmittelbaren Zugang.

Wenn mir etwas nicht gefällt, bedeutet das nicht automatisch, dass ich es ablehne. Ich kann trotzdem neugierig bleiben und versuchen, etwas Neues zu erfahren. Für mich ist diese Neugier stärker als die Angst vor dem Unbekannten.

Gerade heute finde ich es wichtig, dass wir wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen. Die politische und gesellschaftliche Lage weltweit fordert uns heraus. Wir brauchen Gemeinsamkeit, Austausch und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Kunst kann dabei ein Spiegel unserer Zeit sein – sie kann Fragen stellen, Widersprüche sichtbar machen und uns miteinander verbinden. Wenn wir uns bewusst auf diese Begegnung einlassen, verlieren Ängste, die oft tief in unseren Gewohnheiten und Prägungen verwurzelt sind, vielleicht ein Stück weit ihre Macht.

Die Freude, etwas Neues zu entdecken, ist es jedes Mal wert. Man muss sich nur trauen!

QUH: Vielen Dank für das Gespräch!

Karten (20 €/15 €) gibt es noch an der Abendkasse im BERG WERK oder zu reservieren unter schad.kulturverein@gmx.de . Den nicht geringen Aufwand für diese Veranstaltung teilen sich die Gemeinde Berg, der Kulturverein Berg mit großzügiger Unterstützung der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und der Christoph und Stephan Kaske Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München.

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