Grandioses erwartet im Oktober die Berger. Der Kulturverein, das BERG WERK und Klassik 2.0 zünden in diesem Monat ein wahres Feuerwerk an Veranstaltungen – eine faszinierender und origineller als die andere. Der Monat geht erhaben los und endet spektakulär.
Nachdem man an diesem Wochenende den Besuch bei den Ateliertagen Berg/Icking genossen hat (siehe unseren Bericht samt Preisverleihung und Empfehlungen hier: https://quh-berg.de/viel-bewegung-die-40-berger-ateliertage/) pilgern die Berger am Sonntag 11.10. um 16 Uhr in die neu renovierte Kirche von Mörlbach, wo die Cellistin Frederike Luise Arnhold bei freiem Eintritt (und vor vollem Haus) die ersten beiden Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach zu Gehör bringt. Dazu liest Marina Marosch Texte aus der Bibel und weltliche Gedichte von Rilke bis Michelangelo.
Friederike Luise Arnholdt, Solocellistin der Münchner Philharmoniker (Foto: Ina Zabel) spielt Bach in Mörlbach
Eine Woche später, am Sonntag 18.10. um 16 Uhr, liest dann Stefan Wilkening an gleicher Stelle Texte von Novalis bis Rilke. Frederike Arnold spielt die Cello Suiten Nummer 3 und 4, die Pablo Casals “die Quintessenz von Bachs Schaffen” nannte und hinzufügte “und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik”. Möglich machen diese Andachten das Pfarramt Aufkirchen, die Gemeinde Berg und der Kulturverein Berg in einer gemeinsamen Anstrengung.
Getoppt wird dieses kulturelle Großereignis vielleicht nur von der Veranstaltung Ende Oktober, wo am Halloween Samstag 31.10. um 19 Uhr 30 das “ensemble oktopus” im BERG WERK gastiert und dort moderne klassische Musik zu Gehör bringen wird. Konstantia Gourzi, die Müncher Professorin an der Hochschule für Musik und Theater, hat eigens dafür ein Programm zusammengestellt, in dem von einem sechsköpfigen Ensemble ausschließlich Werke lebender Komponist*innen gespielt werden. Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass man so etwas in Berg noch nie gehört haben wird.

Eine kleine musikalische Sensation: Unerhörte Musik im BERG WERK am 31.10.
Seit über 20 Jahren ist das ‚„ensemble oktopus“ einer der führenden Vertreter den Neuen Musik in Deutschland. Die Leiterin, Konstantia Gourzi, selbst Komponistin und Professorin an der Münchner Musikhochschule, pflegt engen Kontakt zu zeitgenössischen Komponist*innen, vergibt Kompositionsaufträge und bietet ihrem stetig wachsenden Publikum einen sinnlichen Zugang zur oft als kompliziert verdächtigten Neuen Musik. In Berg präsentiert ein sechsköpfiges Ensemble unter dem Titel „Resonanzen der Gegenwart“ ausschließlich Werke von neun lebenden Komponist*innen aus aller Herren Länder. Der jüngste Komponist ist der Koreaner Sungtae Paek mit 29 Jahren, der erfahrenste ist der 80-jährige Walter Zimmermann mit seinen „The Paradoxes of Love“. Allein die Besetzung der Stücke mit Bratsche, Sopransaxophon, Akkordeon, Sopran & Elektronik verspricht jenes Spektakel, für das das Ensemble bekannt ist. Bitte unbedingt Karten (20 €/15 €) reservieren unter schad.kulturverein@gmx.de . Den nicht geringen Aufwand für diese Veranstaltung teilen sich die Gemeinde Berg, der Kulturverein Berg mit großzügiger Unterstützung der Kreissparkasse Starnberg und der Christoph und Stephan Kaske Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München.

KI-Schwindel oder Wahrheit? – die Berger Thingstätte am Horst-Wessel-Berg – Aufklärung am 25.10. im BERG WERK
Zwischen diesen beiden Highlights hat sich der Berger Archivar Heinz Rothenfußer, bekannt für seine bahnbrechenden, historischen Recherchen zu Berg im Nationalsozialismus, zusammen mit der Künstlergruppe LAAB (Juschi Bannaski, Andreas Huber, Gabi Nosswitz, Heinz Rothenfußer, Uli Wöhrl )eine ganz besondere Veranstaltung ausgedacht, die am 25.10. ebenfalls im BERG WERK stattfindet. Unter dem Titel “Berger Geheimnisse” werden “Historische Wahrheiten, echt menschliche Kreativität und etwas Schwindel von der KI zu Gehör gebracht.

Schon die Titel der Programmpunkte lassen erahnen, welch Wechselbad der Gefühle, der Wahrheiten und Schwindeleien uns an diesem Abend erwarten wird. Es geht um einen vertuschten Priestermord in Höhenrain, um den Tag, als die Rote Fahne über Berg wehte, eine Thingstätte am Horst-Wessel-Berg, eine Rettung vor Seeungeheuern und das Sanatorium als Lasterhöhle. Juschi Bannaski wird dazu im BERG WERK Bilder präsentieren. Es lesen Erika Schalper und Franz Sengl, es spielen Alois Brustmann und Heinz Rothenfußer (Beginn Sonntag 25.10 um 18.30, Kartenbestellung (15 €/10 €) unter schad.kulturverein@gmx.de.
(Leider) am gleichen Wochenende 24. & 25.10. findet auch der Klassik 2.0 / Club von und mit Julian Schad statt. Am ersten Abend spielt er mit seinen musikalischen Wegbegleitern Ari Ólafson (Gesang) und Max-Philipp Klüser (Klavier) im Berger Marstall ab 19 Uhr 30 Werke von Strauss, Sinatra und Hans Zimmer, danach gibt es die gewohnte rauschende Party im Marstall mit DJ Nas. Am Sonntag gastiert dann ab 18 Uhr unter dem Motto “Von Berg nach Hollywood” wieder das famose Orchester “Frisch gestrichen!” unter der Leitung von Nils Schad im Marstall. Tickets kosten 35 € pro Tag und sind auch digital erhältlich unter https://klassik20.com.

Nils Schad und sein Sohn Julian bei Klassik 2.0 / Club im Berger Marstall
Und sonst ist nix los? – Natürlich! am Mittwoch 14.10. 19 Uhr 30 stellt Katja Sebald das Kunstwerk des Monats Oktober der jungen Münchner Künstlerin Celine Radlof im Katharina-von-Bora-Haus vor. Diesmal gibt es zu Brot und Wein und einem Text eine großformatige Textilarbeit zu sehen, die “das Offensichtliche aufgreift und spielerisch Grenzen verschiebt, bis Neues, Ungesehenes entsteht”, aber wie immer bis zur Präsentation geheim bleibt.
Noch einmal alle Termine des Monats Oktober in der Übersicht:
- Berg Ickinger Ateliertage – 10. & 11.10. / 14 bis 19 Uhr Ateliers der Künstler
- Bach in Mörlbach # I – 11. 10 / 16 Uhr St. Stephanus-Kirche Mörlbach
- Kunstwerk des Monats – 14.10. / 19.30 Uhr Katharina-von-Bora-Haus
- Bach in Mörlbach #II – 18. 10 / 16 Uhr St. Stephanus-Kirche Mörlbach
- Klassik 2.0/Club – 24.10. / 19.30 Uhr Marstall Berg
- “Frisch Gestrichen!” – 25.10. / 18 Uhr Marstall Berg
- Berger Geheimnisse – 25.10. 18.30 Uhr / BERG WERK
- ensemble oktopus – 31.10. 19.30 Uhr / BERG WERK





