Die Gemeinderatssitzung vom 6. Oktober 2026

Was in der nicht-öffentlichen Sitzung verhandelt wird, bleibt dort. Nur wenn in der folgenden Sitzung die Ergebnisse der Abstimmungen verkündet werden, läßt sich erahnen, welche Diskussionen es gegeben haben könnte. Mit nur 15:4 Stimmen wurde beim letzten Mal der Kauf einer neuen Diesel(!)kehrmaschine beschlossen. Man kann erahnen, was der Treibstoff für die Gegenstimmen war. Meist erfolgen solche Anschaffungen einstimmig, wie im Fall der Neubeschichtung des Trinkwasser-Hochbehälters in Aufkirchen (19:0).

Wird neu beschichtet: der Trinkswasser-Hochbehälter in Aufkirchen

Dann berichtete der Bürgermeister, dass der neue Gemeinderat in einer ganztägigen Klausurtagung am 23.10. erneut über die Zukunft des alten Rathauses diskutieren will. Der Beschluss des alten Gemeinderates, das Grundstück zu verkaufen, wird vielleicht nicht von der Mehrheit des neuen Rates getragen. Eventuell besteht dazu auch nicht mehr die finanzielle Notwendigkeit.

Die Fragen aus dem Rat: GRin Stefferl (Grüne) bat nett darum, doch auch das anwesende Publikum mit Trinkwasser zu versorgen. GR Friedinger (BG) bemängelte das Fehlen einer Straßenlaterne in Farchach (ist bestellt), GR Streitberger (SPD) bezeichnete gleich die ganze Straßenbeleuchtung in Höhenrain vehement als “unbefriedigend”.

Der Rest der Sitzung hörte sich an wie ein Grundkurs in Baurecht. Zunächst ging es um die Erweiterung eines Gebäudes im Außenbereich. Der Bauwerber wollte die Tenne eines ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes abreißen und als Wohnungen neu errichten. Allerdings erlischt mit dem Abriss eines Gebäudes im Außenbereich die Baugenehmigung, was die Mehrheit des Rates (insbesondere CSU, FDP, Teile von SPD & Grün) nicht akzeptieren wollten und die Paragraphen, die lange verlesen wurden, in einer vereinzelten Wortmeldung gar als “SCH…dreck” bezeichneten. Kurzum: Trotz penibler Argumentation der Verwaltung wurde der Bau im Außenbereich an der Seeshaupter Straße mit 10:9 Stimmen nach langer, nicht immer sachlicher Diskussion genehmigt. Die Verwaltung war sich sicher, dass der Beschluss vor dem Landratsamt keinen Bestand haben werde. “Wie geht es jetzt dann weiter?”, fragte nicht-wissend GR Nowicki (FDP).

Auch im nächsten Fall ging es um ein Grundstück im – nach Ansicht der Gemeinde – Außenbereich. Dieser Einschätzung hatte das Landratsamt wiedersprochen und ein Haus am Gottesäcker in Bachhausen genehmigt, weshalb der Antragsteller das Gebäude gleich um mehrere Meter größer bauen will. Dem widersprach die Gemeinde diesmal mit 10:9 Stimmen. Auch hier waren CSU und FDP für das größere Gebäude.

Dann eine wichtige Abstimmung mit Signalwirkung:

1000 Unterkünfte in Berg bei AirBnB?

Für eine Doppelhaushälfte in Kempfenhausen lag ein Antrag auf Nutzungsänderung vor: Das Wohnhaus sollte fortan als Ferienhaus genutzt werden. GR Ammer (QUH) sprach sich als Erster gegen eine solche Vernichtung von dringend benötigtem Wohnraum zur Einkommensoptimierung aus. Ihm folgte der Gemeinderat erstaunlich einstimmig: Mit 19:0 wurde diese Entwicklung gestoppt, die schon so manche schöne Gegend der Welt in die Unbewohnbarkeit für Einheimische getrieben hat.

Es ging weiter mit “Bausachen”. Der Bebauungsplan für das brach liegende Grundstück in Aufhausen Ecke Allmansshauser/Staatsstraße auf dem die Firma Oberrieder ihr Betriebsgebäude errichten will, wurde weiter auf den Weg gebracht.

Bald keine grüne Wiese mehr: Grundstück in Allmanshausen

Da das Grundstück nicht der Firma Oberrieder, sondern weiterhin einem bekannten Berger Großgrundbesitzer gehört, dem auf diesem Grundstück schon einmal der Bau von Wohnungen versagt wurde, fragte GR Ammer, ob denn die Nutzung des Grundstückes gesichert sei? – Ja, es gäbe ein einen städtebaulichen Vertrag von 2024, der zumindest bis zum Jahr 2043  die Nutzung festlege. Allerdings hätte die Gemeinde gerne eine längere Laufzeit. – Als GRin Stefferl (Grüne) fragte, ob man nicht bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der eine Nutzung festschreibe, auch eine Photovoltaikanlage vorschreiben könne, gingen reflexartig die Finger der konservativen Parteien in die Höhe. GR Eisgruber (CSU) behauptete mal eben: “Wir können nicht jemanden zwingen, einer Ideologie nachzulaufen.” Der Bürgermeister widersprach dem aus fachlichen Gründen, versprach aber, mit dem Bauwerber, zu dessen Geschäftsfeld bekanntlich der Photovoltaikbau gehört, persönlich zu reden.

Zum Schluss gab es noch eine seltene Nachfrage zum Protokoll der letzten Sitzung. GRin Hohn-Schedler (CSU) beanstandete, dass der Beschluss zur Umnutzung der Wohnung über der Berger Feuerwehr noch nicht so definitiv beschlossen sei, wie im Protokoll nach ihrer Lesart vermerkt. Der Bürgermeister erwiderte, dass die Freigabe erst nach der erfolgten “Bestimmung des Aufwandes” erfolgen werde. Allerdings weiß jeder im Gemeinderat, dass niemand der Feuerwehr ernsthaft einen Wunsch abschlagen wird.

 

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Viel Bewegung: Die 40 Berger Ateliertage

Nach der fulminanten Feier zum 40-jährigen Bestehen der Ateliertage Berg Icking (https://quh-berg.de/der-erfolg-der-ateliertage/ ) war man besonders auf deren reguläre Ausgabe gespannt. Und in der Tat: die Berger Künstler zeigen sich diesmal von einer besonders kreativen Seite … und insbesondere der Ausflug in die Wolfratshauser Dependencen lohnt sich diesmal besonders.

Wir beginnen unseren Rundgang allerdings im Atelier von Juschi Bannaski, die diesmal nicht nur ihre gewohnt virtuosen Hinterglasbilder ausstellt …

Juschi Bannaski mit einer wunderschönen Hommage an Monets Gärten 

… sondern mit dem Traunsteiner Künstler Helmut Mühlbacher auch einen besonders interessanten Gast nach Berg geladen hat: Helmut Mühlbacher, der oben gemeinsam mit Roman Wörndl eine Installation zeigt.  Seine herrliche bewegliche Skulptur “Ping Pong” ist für uns das amüsanteste Werk der ganzen Gruppenausstellung:

Die ganze Welt ein Spielball: Helmut Mühlbachers Installation “Ping Ping” bei Juschi Bannaski

Auch in Allmannshausen Im Atelier von Hans Panschar gibt es ganz neue Töne zu sehen. In seinem ansonsten ganz in Braun und Grau gehaltenen Werk aus Holz und Beton schleichen sich plötzlich Farben ein: Leuchtendes Zitronengelb! Zeichnet sich da eine Wende vom Bildhauer zum Maler ab?

Lecker! – Ungesehenes Zitronengelb bei Hans Panschar

Cornelia Hesse in Aufhausen ist derzeit dabei, den Sprung in die nationale Kunstszene zu schaffen. Gerade hat sie eine große Ausstellung in Wasserburg. Bei uns bietet sie (zu hohen vierstelligen Preisen) ihre fulminanten Cy Twombly artigen Farbimprovisationen an, die durchaus auf der Höhe der Zeit mitmalen ….

Cornelia Hesses Opus Magnum in ihrem Atelier

… während sie im günstigeren Preissegment (für 250 €) ziemlich tolle amorphe Skulpturen anbietet:

Abstrakte, amorphe Phantasien unterm Glassturz von Cornelia Hesse in Aufhausen

Nebenan in ihrem Kunstkammerl im Heimrathhof forschen Fritz und Elisabeth Güllich weiter an der Darstellung der Welt mit außergewöhnlichen Materialien. Fritz Güllich experimentiert derzeit an Kleinsskulpturen aus Alluminiumguß oder Knetbronze (!) …

Skulpturenpark von Fritz Güllich im Aufhauser “Kunstkammerl”

… während seine Frau Elisabeth Anselm-Kiefer-hafte reduzierte Landschaften ersinnt.

Reduzierte Landschaften von Elisabeth Güllich

Bei Dazze Kammerl in Farchach gibt es – neben den derzeit auch im Berger Rathaus ausgestellten Mandala-Visionen Skupturen aus getrockneten Halmen zu sehen.

Dazze Kammerls Nachtisch, samt Mond über Sonnentisch aus dem Halm des giftigen Riesenbärenklaus

Und damit weiter nach Wolfratshausen, wo Teresa Erhart ihre wundersamen Figurenerfindungen inzwischen auf ein ebenso virtuoses wie handwerklich perfektes und äußerst sinnliches Niveau gebracht hat. Ihre Stickereien seltsamer Wesen gehören zum schönsten, was es derzeit auf den Ateliertagen zu sehen gibt.

Phantastische Stickarbeit von Teresa Erhart in der Humplgasse 1 in Wolfratshausen

Die Werke entstehen in meist monatelanger Handarbeit und sind entsprechend teuer (aber jeden Cent wert). Für Sammler mit kleinerem Geldbeutel gibt es kleine Zeichnungen von Teresa Erhart schon für kleines Geld. Wir haben uns sofort eine gekauft!

Wundersame und obendrein preisgünstige merkwürdige Wesen von Teresa Erhart

Ihre Atelierkollegin Birgit Berends-Wöhrl bietet ihre liebenswerten Figuren, die auch das Berger Rathaus bevölkern zum Verkauf an (und die dazugehörigen Skizzen).

Bekannt aus dem Berger Rathaus: Skulpturen von Birgit Behrends-Wöhrl

Nebenan bei Ulrich Panick (Obermarkt 20/Rgb.) findet man wie immer die besten konzeptionellen Ideen und Werke, die nicht unbedingt auf Verkauf angelegt sind, aber umso anregender sein Atelier bevölkern. Besonders schelmisch bittet er seine Besucher, den “versteckten Picasso” zu suchen, eine Skulptur, die wie bei Picasso aus Rennradlenker und Sattel einen Stier darstellt, aber halb in einer Kuíste versteckt ist.

“Versteckter Picasso” von Ulrich Panik ( tendentiell unverkäuflich)

Und nebenan dann endlich unsere diesjährige Preisträgerin des “QUH-Preises” der Berger Ateliertage: Nausikaa Hacker, die Schilf und Farne mit kleinen Vibrationsmotoren in Bewegung versetzt, und damit ein stimmiges Portrait unserer im Schwanken und Wackeln begriffenen Welt gebaut hat.

Nausikaa Hacker “Farn”, ausgezeichnet mit dem QUH-Preis der Berg Ickinger Ateliertage

Elke Link überreichte der sichtlich erfreuten Nausikaa Hacker den Preis, einen warmen Händedruck der QUH-Vorsitzenden:

Preisverleihung: Nausikaa Hacker, vibrierender Farn, Elke Link

Die wie immer von der Gemeinde Berg unterstützte Veranstaltung ist heute Sonntag noch bis 19 Uhr und nächstes Wochenende 10./11. Oktober jeweils von 14 – 19 Uhr geöffnet. Alle Adressen und weitere Künstler*innen  finden sich auf der Internetseite https://atelier-tage.de/allgemein/ateliertage-berg-icking-n-40/

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Neues von der Baustelle Kapellenweg

Die gute Nachricht: Die Bauarbeiten am Kapellenweg werden in der dritten Oktoberwoche fortgesetzt. Die mittelgute Nachricht: Die Arbeiten dauern mindestens bis Dezember an, womöglich müssen Restarbeiten mit ins neue Jahr genommen werden.

Verzögerungen seitens der Tiefbaufirma sorgten für eine Verschiebung des Baustarts

Die Erneuerung der Trinkwasserversorung und die Sanierung bzw. Erweiterung der Niederschlagswasser- und Schmutzwasserkanäle sind abgeschlossen, ebenso ist der Breitbandausbau vorbereitet bzw. die Verlegung abgeschlossen.

Ab Oktober kommt die neue Asphaltierung

Keine leichte Zeit für die Anwohner – zumal für Laien oft nicht nachvollziehbar ist, warum manche Löcher mehrfach aufgegraben und wieder zugeschüttet werden. Das lag jedoch daran, dass unterschiedliche Gewerke nacheinander an den unterschiedlichen Leitungen arbeiten mussten und manches erst überprüft und erweitert oder repariert werden konnte, wenn man sehen konnte, was sich da wirklich unter der Erde verbarg.

Nun wird noch die beste Trasse für die Ableitung des Niederschlagswassers gewählt, und zwar vor Ort nach Erkundung der genauen Lage aller bestehenden Leitungen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Dann erst wird der neue Asphalt aufgebracht, das Rumpeln hat ein Ende, und die Infrastruktur ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert.

Die Anwohner wurden alle durch Einwurfzettel informiert.

 

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Die lange Nacht der Demokratie

Die lange Nacht der Demokratie
Fairplay und Demokratie aus der Sportperspektive – unter diesem Motto stand der Eröffnungsabend der dreitägigen “Langen Nacht der Demokratie” in der Starnberger Schlossberghalle, veranstaltet von der vhs StarnbergAmmersee in Kooperation mit dem Starnberger Dialog und dem Kreisjugendring Starnberg.  Das Gesamtprogramm finden Sie hier: https://www.vhs-starnbergammersee.de/lange-nacht-der-demokratie# Mitmachaktionen Schon um 17 Uhr konnte weiterlesen...

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