Hallten da Schüsse am Freitagabend durch Kempfenhausen? Hatte es nicht auch eine Explosion gegeben? Jedenfalls hatte es einen großen Alarm gegeben. … 80 Einsatzkräfte trainierten im Landschulheim Kempfenhausen den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall. Man hatte sich verschiedene Szenarien ausgedacht, um die fünf Feuerwehren der Gemeinde und das BRK Wolfratshausen auf einen Katastrophenfall vorzubereiten.

Im Einsatz für Berg (Foto: FFW Kempfenhausen)
Unter der Federführung der Kempfenhauser Feuerwehr und deren “Chef” Christian Ebert hatten sich die Kommandanten mehrere anspruchsvolle Szenarien für die Großübung ausgedacht.
Der Alarm erfolgte um 18 Uhr 45. Das Stichwort lautete: “B4 – Unklare Gefährdungslage nach Explosion”. Schnellstmöglich versammelten sich Feuerwehren und Rettungsdienst im Bereitstellungsraum auf dem Parkplatz neben dem Landschulheim. “Die angenommene polizeiliche Lage bestimmte das weitere Vorgehen”, heißt es in der Pressemeldung der Feuerwehren. Die Einsatzleitung teilte die Feuerwehren in unterschiedliche Einsatzabschnitte auf, die von Menschenrettung bis zur Feuerwehrbekämpfung reichten.
Die Grundidee der Übung war eine Explosion im Internatsgebäude (ein Gebäudeteil wird abgerissen werden) mit anschließendem Brand und einer möglichen Amoklage. Mehr als zehn verletzte Personen wurden gemeldet.
Zehn “Darstellerinnen und Darsteller” aus der Schule spielten mit. Zunächst sicherten die Feuerwehren Keller, Erdgeschoss und ersten Stock, wo mit zahlreichen Verletzten zu rechnen war. Dichter Rauch und verschlossene Türen behinderten die Rettungsarbeiten. Mehrere Schülerinnen wurden mit einer Leiter vom Balkon gerettet.

Unklare Gefährdungslage nach Explosion
Im linken Teil des Gebäudes war die Lage noch schlimmer: Mehrere Schüler*innen wurden nach dem Szenario in einem Klassenzimmer als Geiseln gehalten. Vor dem Zimmer befanden sich mehrere Verletzte, die dem Rettungsdienst übergeben werden mussten.

Rettungs aus dem Rauch (Foto: FFW Kempfenhausen)
Im zur Straße hin gelegenen Gebäudeteil lag auf dem Dach lag ein bewusstloser Schüler, zudem lag unter dem Dach ein Schüler mit einer simulierten Oberschenkelfraktur, eingklemmt und dem Rauch ausgesetzt. Beide wurden mit der Drehleiter gerettet.
Die Feuerwehr teilt mit: “Ein wesentlicher Bestandteil des Übungskonzepts war die abschließende Kontrolle der vermissten Personen. Mithilfe der Schülerliste des Schulleiters wurde überprüft, ob alle Schülerinnen und Schüler gefunden und in Sicherheit gebracht worden waren.” Um 21 Uhr war der Einsatz beendet.
Ein Beispiel für Berger Zivilcourage gab es auch noch: Eine Mutter sah von der Straße den Einsatz und wollte einem verletzen Kind helfen. Sie wusste nicht, dass es eine Einsatzübung war. Die Feuerwehr entschuldigt sich ausdrücklich für dieses Missverständnis.
An der Übung beteiligt waren die Feuerwehren Kempfenhausen, Allmannshausen, Höhenrain, Bachhausen und Berg sowie Einsatzkräfte der BRK-Bereitschaft Wolfratshausen. Kreisbrandmeister Thomas Schade von der Kreisbrandinspektion Starnberg begleitete das Übungsgeschehen. Zum Abschluss bedankten sich der Einsatzleiter und erste Kommandant der Feuerwehr Kempfenhausen Christian Ebert sowie Kreisbrandmeister Thomas Schade bei allen Einsatzkräften und Darstellerinnen und Darstellern und dem Direktor des Landschulheim Kempfenhausen Herrn Raidt für ihre Bereitschaft, ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit.
“Die Anforderungen für Einsatzkräfte wachsen und ändern sich von Zeit zu Zeit. Es sind nicht nur Brandeinsätze, auf die wir vorbereitet sein müssen.” Nur ein starker Zusammenhalt und stetige Übungen angesichts der sich wandelnden Anforderungen an unsere Einsatzkräfte können den Bürgerinnen und Bürgern Sicherheit geben. “Dafür haben wir heute gemeinsam einen wichtigen Beitrag geleistet“, lautete das Fazit des Einsatzleiters Christian Ebert.









