Wer war Frater Franz Kreis?

In der heutigen Gemeinderatssitzung, der ersten “normalen” des neuen Berger Rates, steht neben vielen Bauanträgen, die in den letzten Wochen nicht behandelt werden konnten, auch ein seltenes Ereignis an: die Benennung einer neuen Straße in Höhenrain, die von der Starnberger Straße ins dortige Gewerbegebiet führt. Zunächst gab es die Idee, die Straße “Milanweg” zu nennen, jetzt erinnert man sich einer alten QUH-Idee, endlich dem Berger Frater Franz Kreis zu gedenken, der 1945 32 Häftlinge, darunter womöglich auch der bekannte Pfarrer Korbininan Aigner, unter Lebensgefahr aus dem Todeszug gerettet hat.

Der Todesmarsch in Percha, eines der wenigen unter Lebensgefahr entstandenen Fotos von Benno Gantner. Das Kreuz auf dem Rücken der Frau in der Bildmitte bedeutet: russische Gefangene

Am 28. April 1945 entschloss sich Frater Franz Kreis vom damaligen Jesuitenrefugium auf der Rottmannshöhe nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee, aber noch im Besitz einer Oberleutnant-Uniform, zusammen mit Otto Pies, einem Pater, der selbst im KZ Dachau inhaftiert gewesen war, dem Todesmarsch durch Berg und Höhenrain auf Fahrrädern zu folgen. Sie stießen kurz hinter Wolfratshausen auf die Gefangenen, die dort unter der strengen Bewachung im Wald lagerten. Die beiden Jesuiten konnten Kontakt zu Häftlingen aufnehmen, was vor allem durch die Oberleutnant-Uniform von Franz Kreis gelingen konnte. Nachdem sich die beiden couragierten Ordensbrüder ein Bild von der Lage gemacht hatten, kamen sie in der darauffolgenden Nacht wieder. Diesmal mit einem geliehenen Lastwagen. Sie hatten Lebensmittel und Kleider dabei, die sie unter den Gefangenen verteilten. 12 verletzte Häftlinge konnten sie zur Behandlung mitnehmen. Zwei Nächte später zogen sie wieder los, und es gelang ihnen, weitere 20 Gefangene zu befreien. (vgl. im QUH-Blog hier: https://quh-berg.de/der-menschenzug-565874848/)

Mehr über den Todeszug finden Sie in unserem lebendigen Gemeindearchiv unter anderem hier: https://quh-berg.de/marsch-des-lebens-der-todesmarsch-aus-dachau-teil-2-1022413582/

Ein erster Versuch der QUH, einen Weg nach Frater Franz Kreis zu benennen scheiterte 2017, als Dr. Ammer vorschlug, den Lüderitzweg in Kempfenhausen, der immer noch nach der Familie eines der schlimmsten deutschen Kolonialverbrecher benannt ist, umzuwidmen: https://quh-berg.de/ich-stelle-fest-dass-die-erste-sitzung-des-berger-gemeinderates-2017/

Franz Kreis hat nie von diesen Ereignissen gesprochen. Die Geschichte ließ sich nur aus den Hausbüchern der Jesuiten der Rottmannshöhe rekonstruieren, die heute im Archiv der Jesuiten in der Kaulbachstraße verwahrt werden. Bisher erinnert nur der Name des örtlichen Pfadfinderstammes an den Pater Franz Kreis, der nach dem Krieg sein Theologiestudium beendete und Jesuitenpater in Ostdeutschland wurde. 1969 verließ er den Jesuitenorden und lebte zurückgezogen als Privatmann im Ruhrgebiet.. Sein Todesdatum in einem dortigen Heim ist uns nicht bekannt.

Kommentieren (0)

Chef der MS-Klinik Kempfenhausen stirbt bei Flugzeugabsturz

Wie wir den Medien entnehmen, ist am Samstag Prof. Dr. Rainer Salfeld, der Chef der Artemed-Gruppe, zu der seit Januar dieses Jahres auch die MS-Klinik in Kempfenhausen gehört, bei einem Flugzeugabsturz, bei dem auch sein Pilot  starb, tragisch ums Leben gekommen.

Bild aus dem QUH Blog vom Januar: Rainer Salfeld (2. von links) mit Geschäftsführerkollegen und Ärzten

Rainer Salfeld (66), Chef von bundesweit 19 Kliniken mit insgesamt gut 10.000 Angestellten, befand sich am Samstag am späten Vormittag in einer historischen Propellermaschine vom Typ American T-28 Trojan auf dem Flug von Aachen heim nach Oberpfaffenhofen. Sein Pilot war ein erfahrener Bundeswehrsoldat a.D. (60), mit dem Salfeld öfter unterwegs war. Um 11:27 Uhr brach das Flugzeug Baujahr 1951 in der Luft auseinander und krachte in Limburgerhof in der Nähe von Mannheim in ein Wohngebiet. Dort wurde niemand verletzt, weil es zum Absturzzeitpunkt regnete und kaum jemand auf den Straßen war. Bis die Absturzursache ermittelt wird, könnte es noch Monate dauern. Den “tagesschau”- Bericht über das Unglück sehen Sie hier:

Das abgestürzte Flugzeug in der “tagesschau”

Die Artemed-Gruppe gab bekannt “Rainer Salfeld hat die Artemed nicht nur gegründet, sondern sie auch bis in die kleinste Struktur geprägt. Seine Innovationsfreude, sein wirtschaftliches Geschick, sein Humor und vor allem seine Menschlichkeit und Wertschätzung haben sie zu dem Unternehmen wachsen lassen, das sie heute ist. Sein Verantwortungsbewusstsein sowohl für unsere Patientinnen und Patienten als auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchte seinesgleichen. Die Zukunft der Artemed in seinem Sinne weiter zu gestalten, wird nun unsere oberste Aufgabe sein.”

Ein Flugzeug des Typs mit dem Prof. Salfeld verunglückte (Photo: U.S. Navy)

Wir trauern um einen Unternehmer, der in unserer Gemeinde noch viel vor hatte.

Kommentieren (0)

Die neue Drehleiter

Ein großes Fest wurde heute in Berg gefeiert : die neue Drehleiter der Feuerwehr Berg wurde gesegnet – verbunden mit einem Gottesdienst, einem Umzug, Böllerschießen und vielen Gästen beim geselligen Beisammensein danach. Hier einige Impressionen:

Zum Ausprobieren ging’s in die Höhe

Die hervorragend funktionierende Berger Ökumene – die Pfarrer Mathias Klein-Heßling und Johannes Habdank

 

Das Publikum bei Gottesdienst und Festreden

 

1. Vereinsvorsitzender Philipp Mehlich bei seiner Ansprache

 

Der Umzug mit der Bachhauesr Blasmusik führte vorbei am Berger Maibaum

 

Auch die Burschenschaft Berg war mit dabei

Auch Landrat Stefan Frey hatte sich zur Feierlichkeit eingefunden – die Festreden wurden angenehm kurz gehalten, der Umzug lief dank der Sperrungen (Profis am Werk!) problemlos ab – und am Ende saßen alle Berger Ortsfeuerwehren und viele Berger Bürgerinnen und Bürger am Feuerwehrhaus in Berg zünftig beisammen. Näheres zur Drehleiter finden Sie in unserer Ankündigung zu diesem Festtag: https://quh-berg.de/neue-drehleiter-der-feuerwehr-berg-wird-am-sonntag-feierlich-gesegnet/

 

Kommentieren (0)

Neue Drehleiter der Feuerwehr Berg wird am Sonntag feierlich gesegnet

Neue Drehleiter der Feuerwehr Berg wird am Sonntag feierlich gesegnet
Die Freiwillige Feuerwehr Berg lädt am kommenden Sonntag, 17. Mai, zur offiziellen Fahrzeugweihe ihrer neuen Drehleiter ein. Nach mehreren Monaten Ausbildung, Vorbereitung und Indienststellung wird das neue Einsatzfahrzeug nun auch offiziell der Öffentlichkeit präsentiert – verbunden mit einem Festtag für alle Bürgerinnen und Bürger. Mit der neuen Drehleiter hat die weiterlesen...

Kommentieren (0)

18.5.: Freiflächenphotovoltaik: Chancen, Sorgen, Perspektiven

18.5.: Freiflächenphotovoltaik: Chancen, Sorgen, Perspektiven
Ein heißes Thema: Die Berger Grünen laden für den 18. Mai um 19:30 Uhr ins Katharina-von-Bora-Haus in Berg, um über die Facetten der Freiflächenphotovoltaik zu informieren und zu diskutieren.     Freiflächenphotovoltaik: Chancen, Sorgen, Perspektiven   Als Referenten konnten wir Vertreter der Arbeitsgruppe Solar der Bürgerbeteiligung Berg sowie des Münchner weiterlesen...

Kommentieren (0)