Der letzte Lang verlässt Percha

Was die Grundversorgung mit Brezen, Benzin, Autoreifen, Ausstellungen oder Bier angeht, so sind die Bösen Buben ja auch immer an allem interessiert, was sich nahe der Gemeindegrenze abspielt. So betrachteten sie fast täglich beim Vorbeifahren die Veränderungen in Percha – die einstige Tankstelle, betrieben von der Familie Lang, hatte sich längst in eine Dirrigl-Werkstatt verwandelt – doch das wohlbekannte Gesicht von Thomas Lang war noch geblieben. Aber gegen Jahresende hat nun auch der letzte Lang Percha verlassen – allerdings ist er nicht weit gekommen: Die Bösen Buben haben ihn bei “MM – Alles fürs Auto” von Michael Mignoli und Martin Harabin  in Starnberg entdeckt und gefragt, wie es ihm erging. Thomas erzählt.

Die MM-Crew (Foto: Andrea Jaksch – danke dafür!)

Fast 40 Jahre habe ich an der Berger Str. 18 gearbeitet,  von 1982 bis 1997 auch dort gewohnt. Begonnen hat alles damit, dass meine Eltern im  Juni 1982 die dortige Tankstelle mit Werkstatt übernommen hatten. Ich habe nach der Bundeswehr im Januar 1984 dort angefangen. Bis September 2012 waren meine Eltern die Pächter des Objekts und der Tankstelle/Werkstatt. Beide Verträge liefen 2012 aus.
Ursprünglich wollte bzw. sollte ich die “Sache” zum 01.10.2012 übernehmen und weiterführen. Deshalb hatte ich auch im April 2012 den Pachtvertrag der Immobilie mit Laufzeit 10 Jahre unterschrieben. Schon da kamen aber bei mir und meiner Frau leise Zweifel auf, ob das alles so geschäftlich tragfähig und zukunftssicher sei. Hinzu kamen Differenzen über die Art der künftigen Geschäftsführung.
All das führte zu dem Entschluss, die Tankstelle nicht weiter zu betreiben und keinen Vertrag mit Shell zu unterzeichnen. (Siehe Bericht QUH-Blog https://quh-berg.de/traenenreicher-abschied-156269964/) Aufgrund eines Vertrages zwischen den Eigentümern und Shell über Dienstbarkeiten musste Shell die Tankstelle rückbauen und den Urzustand wieder herstellen. Während des Rückbaus betrieb ich die Werkstatt alleine, was aufgrund des großen Kundenstammes eine 6-Tage-Woche und täglich mindestens 14 Stunden Arbeitszeit bedeutete. Es war absehbar, dass das dauerhaft nicht zu leisten möglich war.
Durch Zufall ergab sich aus einem Telefonat im  Dezember 2012 heraus die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit der Dirrigl GmbH aus Wolfratshausen. Im April 2013 eröffnete die Dirrigl GmbH am Standort Percha eine Filiale mit Herbert Dirrigl als Geschäftsführer & Filialleiter und mit mir als Leiter der Werkstatt. Es folgten sehr interessante, spannende, schöne und erfolgreiche 9 Jahre.
Leider zwangen mich gesundheitliche Probleme Ende 2021, mit kurzer “Arbeitsphase” Mitte 2022, bis Ende Oktober 2023 in den Krankenstand. Seit Oktober 2023 bin ich wieder “auf dem Damm” und arbeitsfähig. Jedoch hat sich das Unternehmen während meiner  Abwesenheit verändert. Deswegen habe ich meine Konsequenzen gezogen und gekündigt.
Da ich altersbedingt und aufgrund einer anerkannten Behinderung in der komfortablen Lage bin eigentlich in Rente gehen zu können, ABER noch arbeiten möchte, bot sich der Weg nach Starnberg in die Moosstraße 14 an. Ich habe nun bei der “MM-Alles für´s Auto GmbH” eine neue berufliche Heimat gefunden – in einem familiären, freundschaftlichen und von Respekt geprägten Umfeld, umgeben von netten Kollegen mit hoher Sachkompetenz.
So macht Arbeit noch lange Spaß … und fast jeden Tag sehe ich ein bekanntes Gesicht den Laden betreten!
Alles Gute weiterhin, Tommy!

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