Der “Bayerische Pavillon” von A bis Z

Morgen eröffnet in Kassel die Kunst-Monumentalschau “documenta”, schon seit ein paar Wochen läuft in Venedig die Kunstbiennale … in Berg eröffnete gestern bei strahlendem Wetter und mit über 150 gut gelaunten Ehrengästen, Leihgeber*innen und Kunstschaffenden die Ausstellung “Von A bis Z” mit Werken der beiden bayerischen Künstler Herbert Achternbusch und Bernd Zimmer. Den “Bayerischen Pavillon” nannte Bergs Kulturbeauftragter Andy Ammer selbstbewusst die Ausstellung in der Villa de Osa, die er mit Katja Sebald, Elke Link & Jörn Kachelriess aus Anlass der Feierlichkeiten zu Berg1200.de organisiert hat.


Die Gäste bei der Vernissage von A bis Z bei traumhaftem Wetter auf der Terrasse der Villa de Osa

Bürgermeister Rupert Steigenberger begrüßte die vielen, teils illustren Gäste aus Kunst und Politik. Die Kuratorin Katja Sebald lieferte eine ebenso kundige wie launige kunsthistorische Einschätzung des Zusammentreffens zweier Künstler mit einer neobarocken Villa. Sie untermauerte Andy Ammers These vom “Bayerischen Biennale-Pavillon” durch die Tatsache, dass der Architekt der Villa de Osa, Ernst Haiger, später dafür verantwortlich war, auf der Biennale in Venedig den ursprünglichen “Bayerischen Pavillon”, der 1912 zum “Deutschen Pavillon” wurde, in den Nazi-Tempel umzubauen. Jetzt ist der “Bayerische Pavillon” in Kempfenhausen neu erstanden.

Gut bewacht: links ein Bernd Zimmer, rechts ein Herbert Achternbusch, dazwischen der See

Der Raum, in dem früher Franz Josef Strauss behandelt wurde … heute okkupiert von seinem Widersacher Herbert Achternbusch

Einen großen Unterschied gibt es zwischen den Künstlern: Während Bernd Zimmers Gemälde von einer Galerie vertreten werden und exakte Preise haben, gibt es auf dem ganzen Kunstmarkt derzeit kein einziges Achternbusch-Bild zu kaufen. Alle ausgestellten Werke stammen von Freunden, Verehrern und Fans, die ihre Werke größtenteils nie hergeben würden. Umso größer ist der Dank, dass sie sich für diese Ausstellung drei Wochen von ihnen getrennt haben.

Spektakuläre Werke in spektakulärer Architektur

Die Festredner, gut gelaunt: Andreas Ammer, Rupert Steigenberger, Katja Sebald (v.l.n.r. / Fotos Jörn Kachelriess)

Die Veranstaltung war – wie die Ausstellung – liebevoll bis in die Details organisiert. Wie er das früher für Herbert Achternbusch bei dessen Theaterpremieren auch gemacht hatte, legte der Münchner DJ Capt. Schneider (alias Hias Schaschko) bis lange nach Sonnenuntergang originale Hank Williams Schellacks auf …

Das DJ-Set mit tragbaren Plattenspielern “Auf ein Bier mit Herbert #2″ vom Achternbusch-Freund  Hias Schaschko

… Bäcker Toni Lidl hatte für den Anlass eigens thematisch passende Brezen gebacken.

Bergs 3. Bürgermeisterin & Mitorganisatorin Elke Link mit Brezn von A bis Z

Die beiden Künstler Achternbusch und Zimmer, die sich im wahren Leben nie begegnet sind, treten in den Räumen in einen spannenden Dialog. Manchmal ist nur mit Hilfe der mit Bleistift auf die Wand geschriebenen Legenden zu bestimmen, von wem welches Bild ist.

Alle Räume der historischen Villa sind zu besichtigen und werden “bespielt”

Kuratorische Regel der Ausstellung ist das künstlerische Miteinander: In jedem der Räume hängt mindestens ein Zimmer oder ein Achternbusch.

Who is who? – 1 Achternbusch und 2 Zimmer in einem Behandlungszimmer

Auch zwei verstorbenen Berger Künstlern wird in der Ausstellung noch mit zwei “Satelliten” gedacht. In der Rotunde im 2. Stock der Villa wird zum ersten Mal seit 36 Jahren das legendäre 30m lange Monumentalgemälde “Der Lüßbach” von Hannelore Jüterbock ausgestellt, das die ganze Zeit zusammengerollt auf einem Speicher verbracht hat.

Eine Wiederentdeckung: Flächenmäßig das größte Werk: “Der Lüßbach” von Hannelore Jüterbock

Die Geschichte dieses legendären Kunstwerkes finden Sie im QUH-Block hier: https://quh-berg.de/traurige-nachricht-hannelore-jueterbock-ist-tot/ Und von Gerd Jäger werden sogar 23 seiner Holz-Skulpturen ausgestellt. Zwei davon ebenso monumental wie bescheiden auf der Terrasse der Villa:

Zwei noch nie ausgestellte Großskulpturen von Gerd Jäger in bescheidener Pose vor der Villa

Die Ausstellung “Von A bis Z” mit über 70 wichtigen Werken der beiden Künstler Achternbusch und Zimmer ist ab heute bis Sonntag 3. Juli jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Während des Ausstellungsbesuches darf (außer am 19. & 26. Juni) auch der Parkplatz benutzt werden.

Hereinspaziert von 14 bis 19 Uhr / Freitag bis Sonntag (Photos Jörn Kachelriess)

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