Windkraft: Der Standpunkt der QUH

Die QUH hat in Sache Windenergie konsequent die Diskussion über die Windkraft vorangetrieben, jede Neuigkeit und Meinung veröffentlicht, Argumente gehört und geprüft, aber schon früh einen konsequenten Standpunkt pro “Erneuerbare Energien” vertreten. Die Fraktion der QUH, BM-Kandidatin Elke Link und ihre 3 Kollegen Grundmann, Kaske, Ammer werden heute – nach langen internen Diskussionen und so wie mit den QUH-Mitgliedern abgestimmt – den Plänen zur Ausweisung eines Teilflächennutzungsplanes Windenergie geschlossen zustimmen.


Hierher! Außenansicht der “Kampfzone” Wadlhauser Gräben

Konsequent steht die QUH weiterhin zu der “Art Manifest”, das hier im Blog im Spätsommer veröffentlicht wurde ( /?p=2447/ ). Damals schrieben wir:

1. Die QUH ist für die Nutzung der Windkraft im Gemeindegebiet und in den Wadlhauser Gräben.

2. Ziel ist es, dort so viel Energie zu erzeugen, dass im Idealfall der Berger Bedarf an Strom gedeckt und in einem neu zu gründenden lokalen Energiewerk den Berger Bürgern direkt verkauft werden kann, so dass Berg noch in diesem Jahrzehnt rechnerisch energieautonom sein könnte. Eigene Energie für Berger Bürger.

3. Bei dem Ausbau der Windkraft darf bei aller erhofften Wirtschaftlichkeit (die zuvor allerdings noch einmal geprüft werden müsste) ein gesundes Augenmaß nicht verloren werden. Das heißt: Vernünftige Begrenzung der Anzahl der Windräder auf die Berger Bedürfnisse. (…)

4. (…) Es muss Vorsorge getroffen werden, dass Investoren und Energiekonzerne der momentanen Berger Planungshoheit nicht in die Quere kommen.

5. Verbesserte Kommunikation über die Hintergründe der WKA-Planungen.

Dem ist – trotz der langen Diskussion seitdem – immer noch nicht viel hinzuzufügen. Außer vielleicht die konkreten Details, dass es notwendig ist …
1. … vor einer Investition noch Windmessungen vorzunehmen …
2. … auch mit anderen Kooperationspartnern als den SWM zu verhandeln …
3. … das Gebiet tatsächlich noch einmal zu verkleinern (was heute abend voraussichtlich beschlossen wird).

Zudem ist zu erwarten, dass der Gemeinderat heute im Zuge der Bauleitplanung beschließt, für das fragliche Gebiet einen Bebauungsplan “Windkraftanlagen im Bereich der Wadlhauser Gräben” aufzustellen, der mögliche Standorte von WKAs regelt.

Ihre QUH-Fraktion
Elke Link, Elke Grundmann, Jokl Kaske, Andreas Ammer


Genau hierher könnte eine WKA stehen! Innenansicht der Wadlhauser Gräben

Kommentieren (6)

  1. Nicht ob sondern wo
    15. November 2011 um 15:57

    Gratuliere! Falls Sie zur Abrundung noch eine literarische Inspiration suchen, hier bitte (bei 03:30):

    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/liao-yiwu—geschwister-scholl-preis102.html

  2. Nachdenklich
    15. November 2011 um 16:15

    Hier der Text aus dem Audiobeitrag… Geschwister Scholl-Preis für Liao Yiwu (14.11.2011)

    “Wenn westliche Unternehmen Geschäfte in China machen[…]. Sie dürfen die Natur zerstören, Grenzen der Moral überschreiten. […] In einer Provinz wurden unzählige Windräder von einer westlichen Firma errichtet, um Elektrizität zu produzieren. Die Zugvögel, die seit 10.000 Jahren dort fliegen, vertrieben und getötet.”

  3. Nachdenklich
    15. November 2011 um 16:38

    Etwas zur Rentabilität Für jeden echten Windenergie-Experten ist absolut klar, dass man an der Stelle, an der WKAs errichtet werden sollen, echte Windmessungen durchführt und nicht nur Berechnungen.

    Das rät sowohl der Anlagenhersteller Siemens als auch ausgewiesene Windkraftbefürworter wie Herr Einsiedel aus Wilpoldsried. Bisher konnte ich nirgends Planungen zu genauen Windmessungen im auszuweisenden Gebiet finden. Das ist gewagt, vor allem wenn die Ausbeute ohnehin nur mäßig ist.

    Der Anlagenhersteller Siemens hält mittlere Windgeschwindigkeiten von unter 6,5 m/s für unwirtschaftlich, selbst bezüglich seiner neuen Schwachwindanlage SWT-2,3-113. Selbst bei 6 m/s wird es knapp, mit 5 bis 6 Anlagen unwirtschaftlich. Vielleicht rechnet es sich mit 30 Anlagen, weil Infrastrukturen gemeinsam genutzt werden können. Ab 6,5 m/s kann man darüber nachdenken, wenn man einen guten Investitionsmix (hohes Eigenkapital, kaum Kredit) zur Verfügung hat und zudem nicht mit einer besonderen Gewinnerwartung in dieses Vorhaben geht.

    Von wem diese Aussagen stammen? Von Jaroslaw Smialek, Leiter des Vertriebs Deutschland (Onshore) bei der Windenergiesparte von Siemens.

    Der Leiter von Siemens Bayern wurde gefragt, wie er die Wirtschaftlichkeit von WKAs bei mittleren Windgeschwindigkeiten von 6,0 m/s einschätze. Seine Antwort: “Würden Sie als Investor das machen? Das macht doch kein normaler Mensch! Da können Sie das Geld ja gleich anzünden.”

    Siemens stellt in der Regel seine Anlagen in Gebieten auf, die etwa 8,5 m/s mittleres Windgeschwindigkeit aufweisen. Dann ist mit den üblicherweise versprochenen Renditen zu rechnen.

  4. Nachdenklich
    15. November 2011 um 16:57

    Fairness – wo bist Du? Bei all den guten Vorsätzen zur eigenen Energieversorgung, liebe QUH-Fraktion, habt Ihr schon mal an die Menschen gedacht, denen Ihr diese Windräder vor die Wohnungen stellt?

    Warum kann man sich nicht auf einen fairen Abstand für alle Anlieger einigen?

    Dann wären die Lasten weit gleichmäßiger verteilt.

    Oder sind die Anlagen gar nicht so schlimm, wie manche denken? Bei den letzten Beiträgen hier im Blog bekommt man den Eindruck, alle diese süßen WKAs sind gar nicht so dramatisch.

    Nur dann stelle ich mir eine Frage? Wieso wehrt sich die Gemeinde Berg so vehement gegen das geplante WKA von Herrn Genz?

    Entweder es ist nicht unangenehm, dann sollte das geplante Genz-WKA kein Problem sein. Oder es ist doch unangenehm, aber dann sollten die Abstände allgemein so groß wie möglich sein. Und zwar zu allen Menschen, nicht nur zu den Berger Menschen.

    An alle Gemeinderäte von Berg: Wer hat sich schon mal die großen Anlagen bei Lengenfeld oder Gattendorf angeschaut? Die sind immer noch 30 m kleiner als die geplanten in den Wadlhauser Gräben. Aber sie geben schon mal einen ersten Eindruck. Man kann bei diesen Größen die Entfernungen kaum noch abschätzen.

    Auf den Fotos hier im Blog sind die 99 m Anlagen bei Wilpoldsried abgebildet. Was Ihr Berger plant, ist mehr als doppelt so groß. Die kleinen WKAs können von den großen gar keinen Eindruck vermitteln.

    Und übrigens: an drei der vier geplanten Standorte in den Wadlhauser Gräben kann man die Autobahn gar nicht hören, d.h. jetzt ist kein Lärm da, künftig durch die WKAs schon.

    • Elke Link
      16. November 2011 um 1:03

      WKA Liebe/r Nachdenklich,
      der Reihe nach:
      – Erstmal stellen wir niemandem ein Windrad vor die Wohnung – im Gegenteil. Wir weisen in Abstimmung mit dem Landkreis Flächen aus, die die Anwohner möglichst wenig belasten und weiter von jedem Haus entfernt sind, als das der Gesetzgeber geplant hat. Ohne die Ausweisung von Konzentrationsflächen könnte überall gebaut werden, mit weit geringeren Abstandsflächen. Auch 300 m vor Neufahrn, wenn die Windräder kleiner wären.
      – Der Mindestabstand ist für alle Anlieger in der Tat gleich. Wenn Differenzen entstehen, liegt es an der Eignung des konkreten Standorts. Die geplanten WKAs liegen in etwa gleich weit von Mörlbach und Neufahrn entfernt.
      – Die Anlagen in Wildpoldsried waren – bei unserem kurzen Besuch – wirklich nicht “schlimm”. Uns ist durchaus klar – und damit zur übernächsten Frage -, dass die WKAs dort deutlich kleiner sind, dennoch war der Eindruck eindeutig. QUH GR Elke Grundmann war – wie wir bereits wiederholt erwähnt haben – mit weiteren QUH-Mitgliedern im fränkischen Mausdorf – dort sind die Anlagen 200 m hoch. Das Ergebnis des Augen- und Ohrenscheins war das Gleiche.
      – Die Gemeinde Berg wehrt sich gegen die beantragte WKA von Herrn Genz deshalb so vehement, weil bereits das bestehende Windrad mitten in einem Wohngebiet steht. Das neue von Herrn Genz geplante Windrad soll mit einem Abstand von nur 300 m zur Wohnbebauung quasi in die Gemeindemitte gepflanzt werden. Das ist zu nah – und um so etwas auszuschließen, machen wir eine vernünftige Planung …

  5. QUH-Gast
    15. November 2011 um 16:59

    Prinzipielle QUH-Befürwortung der Windkraft, aber … “Dem ist – trotz der langen Diskussion seitdem – immer noch nicht viel hinzuzufügen. Außer vielleicht die konkreten Details …”

    … der Teufel steckt im Detail, gell?