Wer ist wer in der Geisterbahn?

Am 19.Juni findet in der Villa de Osa das vielleicht merkwürdigste und interessanteste Festival des Sommers statt. Unter dem Namen “Geisterbahn” veranstaltet das Münchner Künstlerkollektiv “Alien Disko” in Zusammenarbeit mit dem Berger Kulturbeauftragten Andreas Ammer und der Gemeinde Berg im Rahmen der Ausstellung “Von A bis Z” eine musikalische “Geisterbahn”, zu der insgesamt neun Bands aus München und bis aus Japan anreisen und die vielen Räume der Villa bespielen werden. Die SZ berichtet heute überregional und ganzseitig: Starnberger See: Neues Musik-Festival “Geisterbahn” – München – SZ.de (sueddeutsche.de) . Wir verraten Ihnen, welche Monster auftreten werden:

Wer sind all die Namen auf dem Plakat?

Die Alien Disko war die letzten Jahre in München der Höhepunkt der Konzertsaison: Ein Festival, bei dem Bands, die abseits des großen Konzerttrubels und für außergewöhnliche Musik stehen, sich die Bühnen der Münchner Kammerspiele teilten. Bevor es im Dezember (im neuen Volkstheater) zu einer fünften Ausgabe des lang ersehnten Festivals utopisch unangepasster Musik kommt ( https://www.muenchner-volkstheater.de/programm/extra/alien-disko-5 ), präsentiert die „Alien Disko“ unter dem vielversprechenden Titel „Geisterbahn“ in der Villa de Osa in Berg erstmals eine kammermusikalische Sommerausgabe dieses vielleicht außergewöhnlichsten Festivals der Welt.

Maxi Pongratz als Solist unter neun Bands und am Ende mit allen zusammen

Mit als Monster dabei: Maxi Pongratz, der Kopf von Kofelgschroa, der gerade eine neue Platte veröffentlicht hat, dürfte bekannt sein (für alle anderen: https://quh-berg.de/der-maxi-in-berg/. ). Auch die Hochzeitskapelle, das Rumpel-Jazz-Wirtshausprojekt der Gebrüder Acher (The Notwist) ist bereits in Berg bei den Oskar-Maria-Graf-Festtagen umjubelt aufgetreten https://quh-berg.de/ausverkaufte-nachrichten-die-omg-festtage-heute/ .

Die heimlichen Stars des Abends sind sicherlich die Tenniscoats, ein legendäres Indie-Folk-Duo aus Japan. Ihr Auftritt mit “Baibaba Bimba” in Paris, lässt erahnen, was in der “Geisterbahn” da möglich sein könnte:

Unfassbare wunderbare Japaner zu Gast in Kempfenhausen: die Tenniscoats

Noch asiatisch verspielter ist ICHI, ein in England lebender Instrumentenbastler, über den das Musikmagazin “Knarzwerk” schreibt: “Der gebürtige Japaner ICHI bedient das typische Japan-Klischee als verschrobener Erfinder, verarbeitet es aber zu ganz toller Musik. Mit einem Arsenal meist selbstgebauter Instrumente bewaffnet schlägt er sich als ganz besondere One-Man-Band durch. Seine Musik klingt verspielt, schräg und ohrwurmig.” – Hier ein Bild, das erahnen läßt, was da auf die Villa de Osa zukommt:

ICHI (spielt seine Konzerte obendrein gerne auf Stelzen)

Auch die Münchner Band Joasihno hat sich ihr Instrumentarium, ihre “Mobile Disko”, selbst gebaut. Sie müssen nur einen Koffer aufklappen, aus dem dann ein Wunderwerk aus sich drehenden Kränen, springenden Kügelchen und ferngesteuerten Klöppeln entspringt, die zusammen automatisch wunderbar zarte Maschinenmusik machen:

Joasihno läßt ihre Maschinen musizieren

Das Gegenteil dieser zarten Musik liefert Anton Kaun mit seiner Ein-Mann-Band “Rumpeln”, bei der man nie weiß, was passieren wird, außer dass es laut werden könnte: “Rumpeln” macht Krach mit allem, was ihm unter die Finger gerät und wird in der Villa de Osa dafür eine extra “Rumpelkammer” eingerichtet bekommen.

“Rumpeln” macht aus allem, was er in die Finger bekommt, Krach

Außerdem kommt der alte Münchner Haudegen G. Rag, der im Zentrum vieler Indie-Projekte (Gutfeeling Records) und Bands (Landlergschwister) steht. Nach Kempfenhausen bringt er sein punkiges No-Wave-Trio die “Zelig Implosion” mit. Von der Allround-Künstlerin Anna McCarthy kann man eher eine Installation oder Performance  erwarten. Und hinter dem rätselhaften Namen Like A Plane verbirgt sich das Solo-Projekt des Sängers einer der bekanntesten Münchener Bands, dessen Namen wir noch nicht verraten. Sein Auftritt in Kempfenhausen dürfte die absolute Premiere seines Daseins als Solokünstler werden. Und am Ende werden alle zusammen auf der Terrasse und aus den Fenstern der Villa de Osa spielen. Wir versprechen: So etwas hat man in Berg noch nicht gesehen oder gehört.

No Wave, much Sound: G. Rag / Zelig Implosion

Karten für die Veranstaltung (nur 25€), die von 18 bis 22 Uhr dauern wird, gibt es noch in der Drogerie Höck (Aufkirchen), bei Dinis “Schöner Lesen” (Berg) und im Plattenladen “OPTIMAL” in München.

Kommentieren (2)

  1. andi
    9. Juni 2022 um 17:19

    weder die die gemeinde berg/rathaus noch irgendein veranstalter ist in der lage information darüber zu geben ob die veranstaltung barrierefrei ist!!
    trauriger verein

    • quh
      12. Juni 2022 um 22:37

      Doch klar! Die denkmalgeschützte Villa de Osa ist leider nicht barrierefrei. Zum Eingang im Erdgeschoß führen drei relativ flache Stufen, die mit einem Rollstuhl zu bewältigen sein sollten. In den ersten Stock gelang man nur über die Treppe, da der Aufzug der ehemaligen Klinik keinen TÜV mehr hat. Die Konzerte finden so gut wie alle im Erdgeschoß statt. Allerdings gibt es nur Dixi-Toiletten, weil auch das Wasser seit Jahren abgedreht ist. Wir konnten das alles leider nicht ändern, helfen aber gerne, wo es nur geht, um eine Teilnahme zu ermöglichen.

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