Wahlkampf # 1 / heute: die FDP

Es hat für die QUH immer etwas Beruhigendes, wenn Bundestags- oder Landtagswahlkampf ist, weil wir als Partei exklusiv für die Gemeinde Berg uns einfach zurücklehnen und den Anderen beim Arbeiten zusehen können. Heute im Visier: die in Berg traditionell starke FDP (über 20% bei der letzten Bundestagswahl), die starkes Geschütz auffährt, das von einigen nicht ganz legalen Anleihen an Amerika nicht ganz frei ist.

Der FDP Ortsverband Berg posiert vor dem SPD-Plakat “Anstand”. Vlnr.: Schatzmeister Rudolf Bertsch, Ortsvorsitzende & Gemeinderätin Anke Sokolowski & der stellvertretende Vorsitzende Cedric Muth

Auf dem obigen Bild ist im Hintergrund nicht nur das SPD-Plakat, sondern auch das zentrale (und fast einzige) politische Thema der FDP-Gemeinderatspolitik zu sehen: das mit einem Baustopp belegte Müllhäusl der “Post”. Ansonsten hat man für morgen, Sonntag 9.9., eine hochkarätige Veranstaltung mit dem prominenten FDP-Kandidaten auf dem Programm. Ex-“Focus”-Chef und Politik-Neuling Helmuth Markwort ist mit 81 Jahren ältester aller FDP-Kandidaten und träumt davon, es auf Anhieb als Politikneuling gleich zum Alterspräsidenten des Landtags zu schaffen.

Dafür hat er nach Art seines BR-Stammtisches Sonntag (11 Uhr – parallel zum Gottesdienst – in der “Post”) zum Frühschoppen über das Thema Ehrenamt quer durch die Fraktionen eingeladen: Christian Kalinke (QUH-Mitbegründer und Listenkandidat) ist diesmal ausnahmsweise nicht als Gastgeber (BergSpektiven) sondern als Gast dabei. Ebenso der Berger Bernd Rauch (Architekt & Ex-Vizepräsident des FC Bayern) und die ehemalige Leistungssportlerin & Journalistin Britta Hundesrügge. Die lokale FDP (oben im Bild) ist Markwort offenbar keine Einladung wert.

Kurze Zwischenfrage: Wer hat das Plakat bezahlt?

Für einen ersten Skandal hat der Ex-Journalist auch schon gesorgt: um seinen Wahlkampf zu finanzieren, versteigerte er unlängst für teures Geld einen Statistenplatz in der BR-Serie “Hubert ohne Staller”. Dabei sind es “Fakten Fakten Fakten”, dass der BR natürlich nie derart eine Partei unterstützen würde … und wenn doch dann sicher nicht die FDP (den SZ-Bericht zur “kreativen” FDP-Fianzierung finden sie hier: https://www.sueddeutsche.de/bayern/landtagswahl-in-bayern-markwort-versteigert-auftritt-in-br-serie-1.4120745

NACHTRAG 10.9.: Laur Bericht des SPIEGEL ( http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-helmut-markwort-wollte-tv-rolle-fuer-seinen-bayern-wahlkampf-versteigern-a-1227373.html ) ist inzwischen: “die Aktion vom Produzenten “sofort gestoppt” worden, teilte der BR am Wochenende mit. Zu einer entsprechenden Rollenbesetzung wird es demnach nicht kommen.”)

Trotzdem ist uns ein solcher Skandal immer noch lieber als die Freude unseres CSU-Innenministers über straffällige Ausländer (O-Ton Seehofer im Bierzelt: „Ich bin froh über jeden, der bei uns in Deutschland straffällig wird und aus dem Ausland stammt“). Wir freuen uns lieber darüber, dass wir uns in unserer Gemeinde über so etwas erstens nicht freuen würden, zweitens  – wegen der tollen Arbeit des Asylhelferkreises – auch keinen Anlass zu solch perverser Freude haben und drittens bezweifeln, dass solche Sprüche dazu geeignet sind, auch nur einen einzigen der erschreckenden 436 AfD-Wähler in unserer Gemeinde eines Besseren zu belehren.

Zur Erinnerung die Berger Wahlergebnisse vom letzten Herbst, bei der die CSU über 20% ihrer Wähler verlor, AfD und FDP ihre Stimmen hingegen fast verdoppelten.

Starke Verluste für die CSU, FDP zweitstärkste Kraft, 436 Stimmen für die AfD. So hat Berg 2017 gewählt (Quelle: Gemeinde Berg)

 

Kommentieren (8)

  1. gast
    9. September 2018 um 14:37

    Liebe FDP-Berg,
    schön dass ihr so aktiv in den Wahlkampf startet. Aber bitte eure Wahlplakate so aufhängen, dass sie die Sicht der Autofahrer nicht beeinträchtigt.
    Aufgefallen ist das Plakat an der Tankstelle Berg, wenn man aus der Tankstelle raus fahren will und das Plakat Aufkirchner-/Isartalstraße wenn man aus der Aufkirchner Str. ausfahren will.

  2. Gast
    10. September 2018 um 7:06

    Liebe QUH, auch ihr müsst es mal langsam einsehen, dass die AFD in Deutschland langsam aber sich die zweitstärkste Kraft wird. Die Aussage von Herr Seehofer ist sicherlich Unsinn, aber hier 436 Wähler anzuprangern ist schlicht unverschämt…. Und ich bin mir sicher im Oktober sind es mehr…

    • Florian Gehlen
      12. September 2018 um 0:10

      Lieber Gast, leider wieder einmal anonym,

      die zweitstärkste Kraft zu werden, wenn es mal dazu kommt, macht die Sache leider nicht besser.

      Bei allem Respekt, wir alle haben unsere berechtigten Sorgen und Nöte, aber man sollte sich schon überlegen, welcher Gruppierung man sich anschießt und wo man sich engagiert. Und eine Partei, die so offensichtlich mit rechtsextremen Parolen, mit rechtem Gedankengut und mit nachweislich dort beheimateten Personen agiert, habe ich – wie zum Glück noch die Mehrheit der Bundesbürger – meine Zweifel.

      Florian Gehlen (nicht anonym)

      • Florian Gehlen
        12. September 2018 um 0:28

        Kurzer Zusatz: Wenn ich jetzt lese, dass jeder 3. (!) AFD-Anhänger in Sachen Chemnitz Angriffe auf Asylbewerber / Ausländer billigt (ohne auch nur zu wissen, was da passiert ist), wird mir schlecht… Ist das der mündige Bürger, für den die AFD steht?

        • Gast
          14. September 2018 um 22:37

          Hier bleibt mir nur ein müdes Lächeln….

          • Florian Gehlen
            15. September 2018 um 16:30

            Wo es keine Argumente gibt, bleibt immer nur das müde (anonyme) Lächeln…

  3. 10. September 2018 um 23:10

    FDP? Da sind doch Außerirdische….

  4. Sissi Fuchsenberger
    15. September 2018 um 0:37

    Wer hat über 150 Jahre Erfahrung im Kampf gegen Rechts? Genau – die SPD! Außer die Berger Sozialdemokraten habe ich noch niemand der örtlichen Politprominenz bei Aktionen gegen die AfD oder Pegida angetroffen. Was die Berger SPD sonst noch macht, steht auf http://www.spd-berg.de oder auf meiner Seite http://www.sissi-fuchsenberger.de.
    Auch die Landkreispresse hat unsere Aktivitäten zu Themen wie bezahlbarer Wohnraum für Einheimische und Geflüchtete, Bienenschutz oder Inklusion immer fair begleitet.

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