Und jetzt die Wurstfabrik!

Jetzt also die Wurstfabrik! – Nach dem lüftlbemalten Häuschen in der Ortsmitte von Berg, das bereits abgerissen wurde, nach dem Kempfenhauser Krankenhaus, dessen Tage gezählt sind, und nach der (zum Glück nur vorübergehenden) Schließung des Edeka-Marktes in Aufkirchen fällt seit dieser Woche das nächste große Gebäude in Berg dem Druck auf dem Immobilienmarkt zum Opfer. 

Abrissbagger marsch! Die nächste Berger Großbaustelle: die ehemalige Wurstfabrik Riedl in Berg

Das Genehmigungsverfahren für die Umwandlung der traditionsreichen Gewerbeimmobilie im Herzen von Berg liegt schon ein Weilchen zurück, doch ähnelt es dem derzeit üblichen. Zuerst wurde – wie im Fall der Schön-Klinik – das große Areal verkauft. Nach einer kleinen Weile findet der neue Investor heraus, dass sich der Betrieb, der jahrzehntelang funktioniert hat, plötzlich nicht mehr rechnet. Er beantragt die Umwandlung von günstigem Gewerberaum in teures Wohngebiet. Der Verwaltung sind dagegen die Hände mehr oder weniger gebunden.

Schon vor 4 Jahren genehmigte so der Berger Gemeinderat – auch hier gegen eine einzelne Stimme aus der QUH – die Umwandlung der Gewerbeimmobilie in 6 noble Wohnhäuser: Geplant wurden sechs 12x12m große, zweistöckige Einfamilienhäuser mit einem 6x6m großen Garteninnenhof. Drumherum die notorischen Hecken. Die grundsätzlichen Bedenken, die der gesamte Gemeinderat im Oktober 2012 noch gegenüber dem fast identischen Projekt geäußert hatte (vgl. den damaligen QUH-Blog-Artikel /?p=1819/ ) und die damals zur Ablehnung des Projektes geführt hatten, waren 2014 irgendwie verflogen. Ein Vorbescheid wurde genehmigt. Wohlweislich hatte man den Gemeinderäten die Pläne für die dahin gewürfelten Häuser beim zweiten Antrag nicht mehr gezeigt: (vgl. unseren Bericht von 2014: https://quh-berg.de/?p=1163)


Im Luxus-Ghetto: Dieser 2012 vom Gemeinderat noch abgelehnte Entwurf ähnelt dem später genehmigten – bis auf die Dachform und Höhe der Häuser.

Mit der Umwandlung von Gewerbegebiet in Wohnraum schreitet die öde Verschlafstadtung und Gentrifizierung von Berg fort. Die genehmigten Wohnhäuser, die so auch in Frankfurt, Flensburg oder Florida stehen könnten, dürften nicht zum positiven Ortsbild der Gemeinde beitragen. Völlig unverständlich ist, wieso hier mit einem Bebauungsplan nicht zumindest auf einer teilweisen Neuansiedlung von Gewerbe im Gewerbegebiet gedrängt wurde. Zum Glück gibt es auch verantwortungsvollere Investoren, die in Berg den Edeka-Markt erhalten oder am König-Ludwig-Brunnen Läden errichten wollen.


Aus die Wurst: Die Wurstfabrik Riedl früher

Kommentieren (1)

  1. Christoph
    17. Februar 2018 um 11:22

    Bei einer solchen Bebauung fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Ah doch, da war doch mal was… https://youtu.be/8FRBMmM0qjc

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