Sie sind da! Phalsbourg zu Besuch in Berg

Das Rathaus ist in Weiß, Blau und Goldgelb beflaggt – zu Ehren der Gäste aus der Partnerstadt Phalsbourg. Die Fahnen von Bayern, Berg, Phalsbourg und Europa wehten im Wind, während die Berger auf den Bus warteten.

Bayern, Berg, Phalsbourg, Europa

Ganze acht Stunden war der Bus aus Phalsbourg unterwegs gewesen. Erschöpft, aber voller Wiedersehensfreude stiegen die Franzosen aus. Begrüßt wurden sie von zwei Gelbwesten – “damit sie sich fühlen wie Daheim”, so Zweiter Bürgermeister Andreas Hlavaty.

Empfang mit Gilets jaunes: Dany Kocher, Charles Janes, Rupert Monn, Andy Hlavaty

Die Gelbwesten spielten auch in Phalsbourg keine geringe Rolle. Dany Kocher, der seit 1993 Bürgermeister von Phalsbourg ist und nicht wieder zur Wahl antreten wird,  unterstützte zunächst Emanuel Macron und seine Bewegung En Marche. Das änderte sich allerdings: In Phalsbourg gründete sich eine Gelbwestenbewegung, die eine “Cabane”, eine Hütte, als Treffpunkt errichtete. Dany Kocher erzählt am Abend, wie die Polizei gegen diese Hütte vorging und sie schließlich zunichte machte. Daraufhin errichteten die Gilets jaunes eine neue Hütte auf dem Privatgrund eines Bauern – laut Dany Kocher wurde der Landwirt aber wieder so von der Polizei gegängelt, dass er schließlich aufgab und die Gelbwesten nicht mehr beherbergen wollte. Dany Kocher beschloss dann als Bürgermeister, den Gelbwesten ein Stück gemeindlichen Grund für eine “Cabane” zur Verfügung zu stellen, und sagte sich gleichzeitig politisch von Macron los. Gemeinsam mit 170 weiteren Bürgermeistern war er zu einem Essen beim Präsidenten der Republik eingeladen – mit zwei Minuten Redezeit pro Person. Er sagte dankend ab und entschied sich für das Grillen mit den Gelbwesten in der “Cabane”, wo jeden Tag politische Diskussionen geführt werden können. Hier ein Artikel aus Frankreich darüber : https://www.republicain-lorrain.fr/edition-de-sarrebourg-chateau-salins/2019/02/27/aux-ors-de-l-elysee-dany-kocher-prefere-le-jaune-de-la-cabane-des-gilets

Die beiden Bürgermeister: Dany Kocher und Rupert Monn

Kaum war der Bus angekommen und die Gäste ausgestiegen, wurde nach Lust und Laune geküsst – wie in Frankreich üblich wurden alle Anwesenden erst einmal geherzt und gebusselt.

Empfang mit vielen Bussis

Im Trausaal war von den Mitarbeiterinnen der Gemeinde unter der Regie von Anita Stiefel, der Sekretärin des Bürgermeisters, ein Empfang vorbereitet worden. Gästen und Gastgebern steht ein schönes Programm bevor: Morgen geht es bereits um acht Uhr Richtung Ettal, wo es eine Führung durch die Schaukäserei Ammergauer Alpen gibt. Für den Nachmittag ist eine “Künstlerdorf-Führung” durch Oberammergau geplant. Vor der Abreise am Sonntagnachmittag geht es zum Brunch auf die MS Starnberg.

 

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