Berg/Phalsbourg

An Tag 2 des Besuchs aus der Partnerstadt – am Samstag – gab es wieder neue Konstellationen: Manche Gastfamilien waren nicht beim Tagesausflug dabei, andere Bürger ohne Gäste nahmen dafür am Abendessen teil – insgesamt 88 Personen aus Phalsbourg und Berg trafen sich im Alten Wirt in Höhenrain zum Essen und Parlieren.

Eine Ära geht zu Ende – beide Bürgermeister kandidieren nicht mehr

Ein bisschen Wehmut war auch dabei: Sowohl der Berger als auch der Phalsbourger Bürgermeister verabschieden sich und kandidieren nächstes Jahr nicht mehr für ihr Amt. “Selbst wenn ich noch einmal kandidieren und gewinnen würde, ich würde die Amtszeit von Dany Kocher nicht mehr zusammenbekommen – ein Jahr würde fehlen”, rechnet Bgm. Monn nach. Der parteilose Dany Kocher wird nächstes Jahr 27 Jahre lang Bürgermeister von Phalsbourg gewesen sein, Rupert Monn zwanzig Jahre lang in Berg, wenn in beiden Kommunen Neuwahlen stattfinden – in Berg im März, in Phalsbourg im Mai. In Berg treten bisher mit Anke Sokolowski, Robert Schmid und Elke Link drei Kandidaten an, in Phalsbourg hat laut Aussagen der französischen Gäste bisher nur ein türkischer Mitbürger seine Kandidatur angekündigt.

Wie bereits berichtet, hatte Dany Kocher eine Einladung von Staatspräsident Emanuel Macron ausgeschlagen, um stattdessen mit den Gelbwesten aus Phalsbourg zu grillen. Er hatte Macron politisch zunächst unterstützt, nachdem Macron aber sowohl die Renten gekürzt als auch die Vermögenssteuer abgeschafft hatte, sagte er sich politisch los. Und verbot in Phalsbourg sogar den Einsatz von Hartgummigeschossen bei einer Demonstration der Gelbwesten im März 2019 – wenn auch nur symbolisch, da er keine Autorität über die Gendarmerie habe. «C’est un arrêté symbolique, légalement je n’ai pas d’autorité sur les gendarmes», a expliqué Dany Kocher (sans étiquette), so wird er in der französischen Presse zitiert. In Frankreich war es bei Demonstrationen der Gilets jaunes zu zahlreichen Verletzungen gekommen.

“Sehr schön” sei der Ausflug nach Ettal und Oberammergau gewesen, der Besuch insgesamt vielleicht einen Tag zu kurz – ein paar Damen wollten gerne einmal wieder nach München, ein Gast verkündete stolz: “Wir waren im See, tauchen mit Flaschen!” , um gleich darauf ein Badefoto mit zwei Augustiner-Bierflaschen zu präsentieren. Es wurden bereits Pläne für einen Gegenbesuch im nächsten Jahr geschmiedet, und auch privat festigten sich Freundschaften. Hoffentlich wird die Partnerschaft von beiden Gemeinden auch in Zukunft aktiv und mit Beteiligung von Schulen, Burschenschaften, Feuerwehren und Familien weiterbetrieben.

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