Mord und Wind

“Ein laues Lüftchen” … so heißt ein Beitrag im 3sat-Magazin Nano, in dem vorgestern über die Schwierigkeiten mit der Windenergie in Bayern im Allgemeinen und auch wieder einmal über den Kampf um die vier Berger Windräder im Besonderen berichtet wurde:

Die Berger Windräder aus der Luft betrachtet (Bildschirmphoto 3sat)

Ingenieur Robert Sing erinnert sich in dem Fernsehbeitrag noch einmal an die irrealen “Morddrohungen”, die damals bei ihm eingegangen sind und die einen Aktenorndern füllenden, wütenden Proteste der Ickinger Nachbarn. Inzwischen ist – wie öfters berichtet – das Berger Windkraftprojekt einerseits zu einem Erfolgsmodell geworden, andererseits waren die Berger Windräder fast die letzten ihrer Art. Nur ganze acht Windräder wurden im letzten Jahr in Bayern gebaut. Selbst die neue CSU-Führung hat den restriktiven Kurs gegenüber den erneuerbaren Energien inzwischen als fatalen Fehler eingesehen. Im Herbst soll über eine Novelle des fatalen 10H-Gesetzes nachgedacht werden, das die Energiewende in Deutschland nachhaltig beschädigt hat.

Robert Sing inspiziert ein Windrad

Der 3sat Beitrag ist im Internet hier abrufbar: https://www.3sat.de/wissen/nano/190618-windkraft-102.html. Um Berg speziell geht es ab 5 Minuten 30 Sekunden. Dabei sind spektakuläre Luftaufnahmen der hiesigen Windräder zu sehen.

Robert Sing, der durch den Beitrag führt, ist in Berg natürlich ein bekanntes Gesicht: Er baute die Berger Windräder als verantwortlicher Ingenieur und Projektleiter und war zuletzt bei der  QUH-Veranstaltung “Der Wind und die Windräder” zu Gast in unserer Gemeinde. (.https://www.3sat.de/wissen/nano/190618-windkraft-102.html ).

Bürgermeisterinnenkandidatin Elke Link (QUH) erinnerte bei der Berger Windkraftveranstaltung an die wechselvolle Geschichte “unserer” Windräder

 

Kommentieren (6)

  1. Gast
    9. September 2019 um 12:46

    Und das Märchen der Windanlagen geht weiter…. Die Prognosen der Energiegewinnung werden in Summe nicht erreicht… Die Energieaufwendung um so eine Anlage herzustellen und aufzubauen werden nicht berücksichtigt… Die elebenszeit soch einer Anlage ist sehr begrenzt… Die Rückbaukosten gigantisch… und auch hier wird wiederum für Energie benötigt… Dafür die Landschaft verspargelt, den Wald zerstörrt, Vögel getötet und die Neufahrner Nachbarn verärgert… Mich freut es nur das es ein geschlossene Geldanlage ist und alle Beteiligten für die Kosten noch Haften müssen… Spart schon mal fleißig es wird teuer…

  2. 10. September 2019 um 17:37

    Weniger fliegen, weniger Auto fahren, weniger Fleisch essen: Ohne eine Änderung unserer Lebensgewohnheiten werden wir den Klimawandel nicht aufhalten können. Das reicht aber nicht. Wir brauchen Energie, die ohne Schadstoffe erzeugt wird, und zwar dezentral. Sonne und Wind bieten die Möglichkeit- wir nutzen sie nur viel zu wenig. Deshalb habe ich als Kreisrätin der SPD im Kreistag den Antrag gestellt, die bereits vorhandenen Konzentrationsflächen für WEA im Landkreis, die bereits entwickelt, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht weiter verfolgt wurden, erneut zu prüfen. Nur die Berger haben es geschafft, trotz vieler Widerstände, vier Windräder aufzustellen. Seit 2016 erzeugen sie Strom, zum Wohle der Gemeinde und des Klimas. Den Antrag finden Sie hier:
    https://www.sissi-fuchsenberger.de/wp-content/uploads/sites/20/2019/02/Antrag-Windenergie-KT.pdf.
    Herr Sing hat Recht in seinem TV-Beitrag – ohne WEA kriegen wir die Klimawende nicht hin.

    • Gast
      11. September 2019 um 12:28

      Sehr geehrte Frau Fuchsenberger, bitte stellen Sie mir ihre Berechnung vor das eine Windkraftanlage Klimaneutral arbeitet. Die Träumer von der SPD… Immer wieder schön 😉

  3. 12. September 2019 um 17:03

    Lieber anonymer Gast,
    alle Ihre Vorbehalte treffen nicht zu: Die Kosten von Abbau, Betrieb und Entsorgung von Windrädern nach der geplanten Betriebsdauer von 20 Jahren sind einkalkuliert und diese tragen selbstverständlich die Kommanditisten. Das ist nicht so wie bei Kernkraftanlagen, deren Abriss- und Entsorgungskosten zum großen Teil die Allgemeinheit der Steuerzahler trägt.
    Bau, Betrieb und Rückbau von Windrädern benötigen zweifellos Energie. Die Energiemenge, die sie in Form von elektrischem Strom liefern, ist bei Windrädern je nach Anlagentyp und Standort nach 20 Jahren Laufzeit etwa das 40-fache davon. Das ist der “Erntefaktor”, der möglich wird, weil keine fossilen Energieträger abgebaut und zugeführt werden müssen. Beim Einsatz von fossilen Energieträgern wie Gas, Kohle oder Öl ist der Wirkungsgrad zwangsläufig kleiner als 1. Das bedeutet, dass die eingesetzte Primärenergie nur zum Teil nutzbringend gewandelt werden kann. Zusätzlich wird das Klima durch Ausstoß von Kohlendioxid belastet.
    Gerne unterhalte ich mich mit Ihnen unter Ihrem Klarnamen
    Ihre “Träumerin” von der SPD

    • Gast
      13. September 2019 um 15:09

      Das 40-fache….ich kann nicht mehr… mei tut mir der Bauch weh vor Lachen…. Was ist den das 40-fache von der 5% Hürde? 🙂

  4. 13. September 2019 um 21:37

    Sehr geehrte Frau Fuchsenberger,
    Sie schreiben “Das ist nicht so wie bei Kernkraftanlagen, deren Abriss- und Entsorgungskosten zum großen Teil die Allgemeinheit der Steuerzahler trägt.”
    Diese Aussage ist falsch.
    Das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung regelt die Zuständigkeiten nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie.
    Zitat BMU:
    Damit ist sichergestellt, dass die Betreiber der Kernkraftwerke auch zukünftig für die gesamte Abwicklung und Finanzierung der Bereiche Stilllegung, Rückbau und fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle (Rückbauverpflichtungen) zuständig sind. Für die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung steht hingegen zukünftig der Bund in der Verantwortung. Die finanziellen Mittel für die Zwischen- und Endlagerung in Höhe von 24,1 Milliarden Euro wurden dem Bund von den Betreibern zur Verfügung gestellt und zum 1. Juli 2017 in den Fonds übertragen.
    Wenn Sie sich schon nicht auskennen, sollten Sie sich wenigstens informieren.
    Bezüglich Ihrer Äußerungen zu dem Erntefaktor dem sog. ERoEI (Energy Returned to Energy Invested) möchte ich mich nicht weiter äußern, denn sie zeigen Ihre absolutes Unkenntnis zu diesem Thema. Sehen Sie sich einfach mal das folgende Diagramm von D. Weißbach an. Vielleicht gehen Ihnen dann die Augen auf.
    http://scypet.synology.me/pub_pics/Erntefaktor.jpg
    Ganz besonders „bezeichnend“ sind Ihre Äußerungen zum Wirkungsgrad.
    „Beim Einsatz von fossilen Energieträgern wie Gas, Kohle oder Öl ist der Wirkungsgrad zwangsläufig kleiner als 1.“ Was hat der Brennstoff mit dem Wirkungsgrad zu tun? Und wie ist es bei WKA? >1???
    Geben Sie mir doch mal Ihre Definition des Wirkungsgrades an.
    Ein Glück, dass ich diese monströsen Anlagen in Berg nicht mehr anschauen muss.
    Dr.-Ing. Peter Schally