Groß und Klein – die 8. Sitzung des Berger Gemeinderates

Selbst eine unspektakuläre Sitzung wie die Gestrige enthält ja immer auch ein bisschen die ganze Gemeinde … es ging um die kleinsten Bewohner und um die größten Projekte. Gerungen wurde wenig, gestritten noch weniger. Berg ist sich einig.

Bekanntgegeben wurde, dass die von vielen Berger Bürgern (auch mit einer großen Unterschriftenaktion der Schülersprecher) geforderte Neugestaltung der Verkehrssituation vor dem Kempfenhauser Gymnasium endlich angegangen wird. Bald wird dem Rat und der Gemeinde eine Planung vorgestellt. 2019 wird dafür Geld in den Haushalt eingestellt. Allerdings besteht die Gemeinde darauf, dass sich Gymnasium und Landschulheim an den Kosten beteiligen. Das war in der Vergangenheit nicht möglich, jetzt sollen über Förderverein und Sponsoren zumindest 20% der Kosten aufgebracht und so eine Lösung gefunden werden. – Endlich!

Wieso bei der neuen Berger Querungshilfe nichts vorangeht (GR Hlavaty), weiß niemand: Die Fertigstellung sei längst zugesagt, bei der Laterne gäbe es Lieferschwierigkeiten, die Bäume sollten schon vor 3 Wochen gepflanzt worden sein – ärgerlich und absurd!

Wieso die Berger Bushaltestellen mehr als Parkplatz denn als Haltestellen genutzt werden (GR Ammer), weiß man wohl: Die Unternehmen sparen sich die Parkkosten. Jeder Bürger, der dort parken würde, würde sofort wegen Verkehrsgefährdung abgeschleppt. – Es werden Gespräche geführt.

Die SPD entdeckt die Blümchen

Auf der Tagesordnung stand dann ein Antrag der SPD, die sich – so wie bereits zuvor die Initiative “Berg brummt und summt” – jetzt um die kleinsten Bewohner Bergs kümmert: die Insekten, die mit Blümchen zum Überleben in unserer Gemeinde angeregt werden sollen. Der Bürgermeister sicherte zu, eine Liste mit Grundstücken zu erstellen, die der Gemeinde gehören und seltener gemäht werden könnten. GR Kalinke unterstützte das Vorhaben vehement, brachte aber das Problem auf den Punkt: Wildkrautwiesen erforderten viel mehr Pflege als eine Wiese. Von “Staffelaussaat und Balkenmähern” war die Rede (letztere würde man anschaffen). Als MTV-Präse Hlavaty die Wiesen in Berg Nord “zur Verfügung” stellen wollte, merkte der Bürgermeister richtig an, dass die Gemeinde nicht Wiesen anderer Leute pflegen könne, da sei jeder Einzelne gefragt. Die Gemeinde hatte selbst einmal Wiesen “zur Verfügung gestellt”, auf denen dann nichts passiert sei.

Bei den Bausachen gab es eindeutige Ergebnisse. Alle (sogar die gesamte QUH) waren dafür, dass die Familie eines bekannten Berger Großgrundbesitzers in Aufhausen gegenüber dem Fides-Gebäude einen Vierspänner errichten darf. Zur Erinnerung: Vor Jahren wollte selbiger Unternehmer dort noch im Landschaftsschutzgebiet viel größere Gebäude errichten. Der Rat stellte sich – zur Schaffung von Wohnraum – sogar gegen die Auffassung des Landratsamtes, dass an der Stelle bereits der Außenbereich beginne. Im Gegenzug versprach der Bauwerber, die Kanäle der Gemeinde dort gegebenenfalls umzulegen.

Anderer Meinung war der Rat am Kreuzweg, wo auf einem weniger als halb so großen Grundstück mehr als die doppelte Anzahl an Wohneinheiten  errichtet werden sollte. – Der Kampf geht weiter!

Der Bebauungsplan für das MTV-Sport- und Funktionsgebäude lag dann endlich vor und wurde auf den Weg gebracht. Frage der QUH, wann denn endlich mit einem Baubeginn zu rechnen sei, wenn die Baugenehmigung schon mehrerer Jahre brauche? – Antwort: Wohl erst im Jahre 2020, wobei der MTV-Präsident gleich raunend in den Raum warf, dass die vom Gemeinderat genehmigte Kostenrechnung allerdings aus dem Jahre 2016 stamme. – O je!

MTV Berg

Seit 2 Jahren vom GR genehmigt, erst in 2 Jahren frühestens Baubeginn: die neue MTV-Halle

Von der nicht-öffentlichen Sitzung dürfen wir natürlich nicht berichten. Zu erwähnen bleibt, dass es am 12.6. eine Sondersitzung des Gemeinderates gibt, auf der über den Standort des neuen Rathauses beraten (und womöglich sogar entschieden) werden soll. Die QUH hat sich sehr dafür eingesetzt, dass diese Sitzung öffentlich ist.- Vormerken!

Kommentieren (1)

  1. Sandra Pawelka
    18. Mai 2018 um 19:06

    Wildkrautwiesen brauchen viel mehr Pflege?
    es ist eine interessante Rechnung, dass es mehr Arbeit macht eine Fläche ein bis zweimal im Jahr zu mähen als fünfmal! Tatsächlich ist nicht gesagt, dass die zweimalige Mahd dem Bauhof viel weniger Arbeit verursachen wird, aber mehr wird es mit Sicherheit nicht werden!
    Es werden andere Arbeiten zu verrichten sein als bisher:
    Statt dass fünfmal im Jahr ein Arbeiter mit einer großen Maschine die Flächen mähen wird, werden eben zweimal im Jahr vielleicht drei Personen auf der Fläche beschäftigt sein. Optimalerweise wird die Fläche mit einem Balkenmäher gemäht und das Mähgut wird in den folgenden Tagen abgetragen. So können sich Pflanzen aussamen, Insekten werden beim Mähen nicht geschreddert und dem Boden werden durch die Entfernung des Grasschnittes Nährstoffe entzogen.
    Auf diese Weise wird der Boden im Laufe der Jahre magerer und es wird sich eine größere Artenvielfalt auf den Flächen etablieren.
    Größere Gemeindeflächen könnten im Übrigen auch mit landwirtschaftlichen Maschinen gemäht werden und evtl. würde sich sogar ein Bauer finden, der den Schnitt seinen Kühen verfüttern kann. Das wäre dann weniger Arbeit.

    Zur Behauptung, die Gemeinde habe Ehrenamtlichen vor einigen Jahren Flächen zur Verfügung gestellt, auf denen dann nichts passiert sei:
    Es geht nicht von heute auf morgen, dass sich eine bunte Blumenwiese entwickelt! In den vergangenen Jahren war tatsächlich noch nichts Interessantes zu sehen, unter anderem allerdings auch deshalb, weil, zumindest die Verkehrsinsel in Aufhausen (Abzweigung nach Siebichhausen), entgegen der Absprache trotzdem gemäht wurde. Heuer wurde dort nicht gemäht und gerade zum jetzigen Zeitpunkt ist diese kleine Fläche ein Teppich aus Wiesensalbei, Margariten und Nelken!

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *