Knapp an einer historischen Schande vorbei: Die Sitzung des Gemeinderates.

In seiner ersten regulären Sitzung ist der neue Gemeinderat von Berg nur knapp an einer historischen Schande vorbeigeschrammt: Das umsichtige Abstimmungsverhalten der Dritten Bürgermeisterin Annatina Manninger (CSU), die in diesem Fall nicht mit ihrer neuen konservativen Gestaltungsmehrheit stimmte, führte dazu, dass die neue Straße im Höhenrainer Gewerbegebiet nun “Pater-Franz-Kreis-Straße” heißen wird. Nur mit 11:9 Stimmen (gegen EUW, 5xCSU & Werner Streitberger (SPD)) billigte der Gemeinderat den Vorschlag des Bürgermeisters, die in einer Sitzung vor 8 Jahren “Milanweg” getaufte Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet am Oberen Lüßbach jetzt bei der Fertigstellung nach dem Jesuitenpater zu benennen, der als Nazi-Oberstleutnant verkleidet, mindestens 32 Menschen auf dem Todesmarsch persönlich aus den Fängen der SS befreite.

 

Pater Franz Kreis befreite 1945 32 KZ-Häftlinge aus dem Todesmarsch

In der erstaunlichen und beschämenden Diskussion wurden die teilweise zu Tode geprügelten KZ-Insassen “Kreaturen” genannt, und es fielen öffentlich Sätze wie “Es gibt in Höhenrain keinen Grund, sich daran zu erinnern”. Der Altbürgermeister Rupert Monn hatte bei einer Rede zum Jahrestag des Todesmarsches noch gesagt: „Das Leiden der Häftlinge, aber auch die Taten ihrer Peiniger dürfen nicht in Vergessenheit geraten”. Sein Sohn Stefan Monn stimmte mit seiner Fraktion jetzt gegen dieses Erinnern. Aber der Reihe nach:

Am 26. April hatte die SS das Lager Dachau aus Angst vor den heranrückenden Alliierten geräumt. An die 8.000 Häftlinge – die meisten zu erschöpft zum Gehen – sollten nach Tirol geschafft werden. Viele starben am Wegesrand. Der ehemalige Häftling Karl Weber erinnert sich:

“Und wir, die am Schluß des Elendszuges marschierten, mußten miterleben, daß viele Kameraden nicht mehr mitgehen konnten, weil sie zu schwach waren. Hinter uns ging ein Trupp der SS mit Bluthunden und mit Maschinengewehren. Immer wieder krachte ein Schuß nach dem anderen. Wer nicht mitkam, der ist gnadenlos abgeknallt worden. Und wie viele gab es, die fußleidend und halbverhungert waren?”

Zwei damals junge Höhenrainerinnen haben sich für die Dokumentation “Gegen das Vergessen” hg. von Karin Hoh-Knüppel und dem Kulturverein Berg 1996  ebenfalls an den Zug erinnert:

Zuerst war es ein eigenartiges Geräusch von der Straße her. Wir waren alle sehr beunruhigt und wussten nicht, was es zu bedeuten hatte. Es war Ende April 1945, dass das Ende des Krieges unmittelbar bevorstand, war klar – unser Vater, der zu Hause war, sagte es voller Zuversicht täglich. Ich erinnere mich noch gut an meine Angst in dieser Nacht.

Im ersten Morgengrauen liefen wir nach draußen und sahen die vielen Leute. Oben auf der Hauptstraße kamen von Richtung Starnberg her viele Menschen in gestreiften grauen Anzügen. Manche von ihnen hatten eine graubraune Decke umgehängt. Jeder von ihnen hatte eine Nummer oder Buchstaben auf dem Rücken. Die waren auf den Jacken aufgemalt. Die Leute waren dürr, ausgemergelt, oft schwach zum Umfallen und viele von ihnen waren schon mehr tot als lebendig.”

Eines der drei Fotos von Benno Gantner, die vom Todesmarsch existieren (Percha)

“Es sickerte durch, dass das KZ Dachau durch die SS geräumt worden war, weil die Amerikaner immer näher rückten. Mit großer Härte trieben die schwer bewaffneten SS-Männer den Zug ständig an – wohl weil sie selbst große Angst vor den Amerikanern hatten.”

Und dann gibt es eben die Geschichte von Pater Franz Kreis, der in diesen Tagen zeigte, was Menschlichkeit und Zivilcourage bewirken kann. Der Berger Leo Fuchsenberger vom Verein Christlicher Pfadfinder (VCP) Berg – Stamm Franz Kreis hat seine Facharbeit über die Rettung geschrieben:

“Am 28. April 1945 entschloss sich Frater (der Jesuitenpfarrer war damals noch nicht Pater, Anm. d. QUH) Franz Kreis vom damaligen Jesuitenrefugium auf der Rottmannshöhe, nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee, aber noch im Besitz einer Oberleutnant-Uniform, zusammen mit Otto Pies, einem Pater, der selbst im KZ Dachau inhaftiert gewesen war, dem Todesmarsch durch Berg und Höhenrain auf Fahrrädern zu folgen. Sie stießen kurz hinter Wolfratshausen auf die Gefangenen, die dort unter der strengen Bewachung im Wald lagerten. Die beiden Jesuiten konnten Kontakt zu Häftlingen aufnehmen, was vor allem durch die Oberleutnant-Uniform von Franz Kreis gelingen konnte.

Nachdem sich die beiden couragierten Ordensbrüder ein Bild von der Lage gemacht hatten, kamen sie in der darauf folgenden Nacht wieder. Diesmal mit einem geliehenen Lastwagen. Sie hatten Lebensmittel und Kleider dabei, die sie unter den Gefangenen verteilten. 12 verletzte Häftlinge konnten sie zur Behandlung mitnehmen. Zwei Nächte später zogen sie wieder los, und es gelang ihnen, weitere 20 Gefangene zu befreien.”

Die Tat wurde erst langsam bekannt. 2012 berichtete der Pfarrbrief der Kathfolischen Parreigemeinschaft Starnberg unter der Überschrift “Gedenken was war”:

“Franz Kreis hat nie von den Ereignissen im Juni 1945 gesprochen. Nur in den Hausbüchern der Jesuiten der Rottmannshöhe, die heute im Archiv der Societas Jesu in der kaulbachstraße in München liegen, kann man von seinen Heldentaten Lesen … Beeindruckt von seiner Selbstlosigkeit und seinem Einsatz im Namen der christlichen Nächstenliebe, beschlossen die Berger Pfadfinder, diesem vergessenen Helden des Widerstandes ein kleine Dnekmal zu setzen und bekannten ihren Stamm nach Franz Kreis.”

Diesem Gedenken wollten sich EUW, CSU und Werner Streitberger nicht anschließen. Schon 2017 hatte hingegen  Dr. Andreas Ammer (QUH) angesichts dieser tapferen Tat dem Gemeinderat erstmals vorgeschlagen, den Lüderitzweg in Kempfenhausen in “Pater-Franz-Kreis-Weg” umzubenennen. Sein Vorschlag scheiterte u.a. mit dem Hinweis auf die sehr unpopuläre Aktion einer Straßenumbenennung. Als die QUH daraufhin den Bürgermeister anlässlich der seltenen Gelegenheit, eine Straße neu zu benennen, auf diese Geschichte hinwies, war dieser sofort beeindruckt. Er trug dem Gemeinderat vor, dass sich ein stärkerer Ortsbezug als ein bloßer Vogelname ergeben hätte und wollte an die Zivilcourage des Fraters erinnern. Der Zug war an der Einmündung des zukünftigen “Pater-Franz-Kreis-Weges” vorbeigezogen. Dann entspann sich die peinliche Diskussion, in deren Verlauf Sätze fielen wie “Es kann damit in Höhenrain niemand etwas anfangen.” (Wobei ja genau das die Funktion einer solchen Benennung ist).

Rupert Steigenberger erinnerte die fatale Diskussion stark an die Lage, als sich der Berger Gemeinderat 1980 weigerte, eine “Oskar-Maria-Graf-Straße” zu schaffen (die es deshalb bis heute nicht gibt – man nannte sie zurückhaltend Graf-Straße).

Heimliches Photo von Benno Gantner vom Todesmarsch durch Percha am 28.4.1945

In einer letzten Wortmeldung gegen die Straßenbenennung erzählte Werner Streitberger noch, dass es auch Menschen gegeben hätte, die den Häftlingen Kartoffeln gekocht hätten. Ja, die gab es, auch sie verdienen es, dass ihnen im Zuge einer nötigen Erinnerungskultur gedacht wird. Wir haben im QUH Blog schon öfter an sie erinnert. Wir erzählen ihre tapfere Geschichte und  nennen ihre Namen:

“Die Hungersnot und der Durst unter den Menschen waren groß und sie bettelten trotz der strengen Bewachung immer wieder nach etwas Ess- und Trinkbarem.

Da Brot und Milch schnell vergriffen war, kochten meine Mutter und andere Nachbarn immer wieder Kartoffeln in großen Dämpfern, in denen sonst eigentlich nur Futterkartoffeln für das Vieh gekocht wurde. Wir Kinder brachten sie in großen Schüsseln an den Straßenrand. Dieser Menschenzug war so lang, dass mehrere Tage lang, Tag und Nacht, das Klappern der Holzschuhe auf der Straße weithin zu hören war. Es war ein ganz eigenartiges Geräusch, das ich nie mehr vergessen werde.”

Dies sind zusammengeführte Erinnerungen von Marianne Ziora und Veronika E. Winkler aus Höhenrain, die damals 10 und 13 Jahre alt waren. Die Erinnerungen und das Foto sind enthalten in der Berger Dokumentation „Gegen das Vergessen“, herausgegeben von Karin Höh-Knüppel / Kulturverein Berg e.V. 1996. Seit 11 Jahren kann man sie hier nachlesen: https://quh-berg.de/marsch-des-lebens-der-todesmarsch-aus-dachau-teil-2-1022413582/.

Den Rest der Sitzung des neuen Gemeinderates, der noch etwas um seine neue Form ringt (und in dem der Bürgermeister offenbar Probleme hat, genug Stimmen für seine Vorschläge zu sammeln) bald an dieser Stelle.

Kommentieren (25)

  1. TR1980
    20. Mai 2026 um 18:50

    Vorab: Erinnerung an diese Zeit schadet nie, egal wo in Deutschland. Darüber sollte es tatsächlich keine zwei Meinungen geben. Aber “Historische Schande” bezüglich einer Strasenbenennung im Gemeinderat ist vielleicht etwas arg dick aufgetragen im Artikel, oder?

    Ob es dem mutigen Pater (dessen Vorgeschichte als Oberleutnant man hoffentlich halbwegs auf dunkle Flecken geprüft hat?) selbst recht gewesen wäre, dass man eine Straße nach ihm benennt, wenn er selber nicht viel davon gesprochen hat, ist natürlich nicht gewiss. Aber so steht er nun stellvertretend für etwas verbliebene Menschlichkeit in einem unmenschlichen Unrechtsstaat (unserer Vorfahren) – der zu unser aller Glück Geschichte ist, und trotzdem immer mahnend im Bewusstsein bleiben sollte, dass so etwas nie wieder… (gerade auch in Höhenrain, angesichts der letzten Wahlergebnisse).

  2. quh
    20. Mai 2026 um 19:26

    Der Pater wurde 1941 unehrenhaft aus der Wehrmacht entlassen.

  3. Walter Fuchsenberger
    21. Mai 2026 um 0:51

    Diese Dokumentation ist in der Sache richtig und wichtig – in der Form ist sie es nicht.
    Ein persönlich engagierter Mensch wie der Pater Franz Kreis, der unter höchster Lebensgefahr vielen Gefangenen das Leben gerettet hat, verdient höchsten Respekt und fordert stetige Erinnerung, besonders an den Tatorten der Nazi-Verbrechen.
    Darüber immer wieder zu berichten, ist notwendig, weil der Gefahr des Vergessens immer wieder begegnet werden muss.
    Der Gemeinderat Berg hat mit Mehrheit beschlossen, dieser Erinnerungskultur einen weiteren Gedenkstein hinzuzufügen.
    Der QUH-blog berichtet darüber mit einer Dokumentation der damaligen Ereignisse – das ist gut so.
    Nicht gut ist, dass dies in einen spalterischen Kontext geformt wird, der dieses Thema nutzt, um zu polarisieren mit dem Versuch, den Gemeinderat zu trennen in die Guten und die Bösen.
    Das war nicht notwendig und ist nicht hilfreich. Erinnerung will versöhnen und nicht spalten.
    Frater Kreis gelang es, Gefangene unter lebensgefährlichen Umständen zu befreien und auf der Rottmannshöhe in Sicherheit zu bringen.
    Und es waren auch Höhenrainer Bürger, die versuchten, den „Häftlingen“ zu helfen, ihnen Nahrung oder Kleider zuzustecken. Mit Hilfe einiger Leute aus der Bevölkerung, die sich dabei selbst in höchste Lebensgefahr brachten, gelang es einzelnen Gefangenen, zu fliehen (Kap. 3.5, Der Todesmarsch, aus Facharbeit von Leonhard Fuchsenberger, 2003).
    Ihnen allen gebührt ein ehrendes Andenken. Wir schulden ein Aufrechterhalten der Erinnerung – überall.

    • quh
      21. Mai 2026 um 12:12

      Lieber Walter, alles was du sagst ist richtig. Leider muss ich darauf hinweisen, dass der “spalterische Kontext” durchaus nicht von uns ausgeht. Nicht wir haben einen vernünftigen, nach reichlicher Erwägung gemachten Vorschlag des Bürgermeisters derart vehement abgelehnt. Wir haben die historischen Fakten referiert und uns dann stumm über die Aggressivität gewundert, mit der diesem Vorschlag begegnet wurde. Ich war natürlich davon ausgegangen, dass so ein gut bedachter Vorschlag, einen tapferen Menschen zu ehren, den Gemeinderat mit großer Zustimmung und historischem Bewusstsein einstimmig passiert.

  4. quh
    21. Mai 2026 um 8:59

    Die Spaltung hat sich ganz von selbst durch die Aussagen und das Abstimmungsverhalten geformt, da mussten wir keinen Beitrag leisten. Dass wir dieses Thema nutzen, um zu polarisieren, ist keineswegs der Fall. Gegen diesen unerhörten Vorwurf verwehren wir uns entschieden.
    Dass auch Hilfe aus der Bevölkerung kam, ist bekannt und steht auch im Artikel.

  5. Gast
    21. Mai 2026 um 10:46

    Vielleicht sollten sich all jene, die sich selbst als Freigeister bezeichnen, einmal darüber nachdenken, wie stark die öffentliche Berichterstattung moralisch aufgeladen wird. Denn wenn Debatten zunehmend über moralischen Druck statt über offene Argumente geführt werden, entsteht schnell ein Klima, in dem abweichende Meinungen nicht mehr sachlich diskutiert, sondern gesellschaftlich verurteilt werden.
    Die Gefahr dabei ist, dass Meinungsfreiheit zwar formal bestehen bleibt, in der Praxis jedoch immer stärker eingeschränkt wird – nicht durch Gesetze, sondern durch sozialen und moralischen Druck. Eine offene Gesellschaft lebt jedoch davon, unterschiedliche Ansichten auszuhalten, auch wenn sie unbequem oder kontrovers sind.

  6. Gast
    21. Mai 2026 um 10:52

    Liebe quh,

    Ihr gebt euch solche Mühe, dann bitte auch nicht den Oberleutnant mit dem Oberstleutnant verwechseln… Danke, dass tut auch beim lesen weh.
    Merci
    Ansonsten weiter so und schade dass es Elke wieder nicht geschafft hat.

    VG
    Ein stiller Unterstützer

    • quh
      21. Mai 2026 um 11:01

      Danke für den Hinweis – ist ausgebessert!

  7. Gast
    22. Mai 2026 um 10:11

    Nicht jede andere Meinung ist rechts, und nicht jede Ablehnung eines Vorschlags bedeutet Geschichtsvergessenheit. Eine demokratische Debatte sollte unterschiedliche Ansichten aushalten können, ohne Andersdenkende sofort moralisch abzustempeln.

  8. Melker
    23. Mai 2026 um 6:29

    ATM als Fels in der Brandung oder auch moralischer Restposten im konservativen Block des Berger Gemeinderates… Respekt!

    • Aviator
      26. Mai 2026 um 12:58

      “moralischer Restposten im konservativen Block”

      Aha. Menschen mit konservativer Einstellung sind also unmoralisch? Keine weiteren Fragen …..

  9. Gast
    24. Mai 2026 um 13:06

    Auf was für einem traurigen Niveau ist unsere Gesellschaft angekommen wenn ein Gemeinderat der SPD Menschen denen alles genommen wurde und die unfassbares Leid ertragen mussten als Kreaturen bezeichnet! Jedem normalen Menschen fehlen da schlicht die Worte und es bleibt nur die vage Hoffnung, dass es noch Verantwortliche mit Charakter gibt die dafür sorgen dass es Leute mit solchem Gedankengut künftig in keinerlei politischen Rolle mehr gibt

    • Walter Fuchsenberger
      26. Mai 2026 um 0:14

      Hier stützt sich eine Vorverurteilung eines Gemeinderates auf die eingeschränkte Auslegung des Begriffes „Kreatur“.
      Man kann damit zum einen Vorstellungen aus neuzeitlicher Literatur zwischen Fabelwesen und Homunculus verknüpfen.
      Man kann sich auch beziehen auf die Schöpfung aller Lebewesen nach biblischer Überlieferung.
      Wer im Zusammenhang mit der GR-Abstimmung eine Motivation nach ersterer Auslegung unterstellt, handelt vorschnell wider besseres Wissen.

      • Gast
        27. Mai 2026 um 20:22

        Das der Vorschlag der QUH etwas kritisch gesehen wird sollte schon erlaubt sein ! Da man außer einer Facharbeit eines Gymnasiasten so gar nichts über Pater Franz Kreis finden kann !

        • quh
          28. Mai 2026 um 0:57

          Natürlich dürfen alle Vorschläge kritisch gesehen werden – aber ebenso natürlich wurde der Vorschlag auch durch weitere Belege seitens der Verwaltung begründet.

        • Walter Fuchsenberger
          28. Mai 2026 um 14:55

          Der QUH-blog berichtet nicht nur über Erinnerungen von Zeitzeugen, sondern verweist auch auf das Archivum Monacense Societatis Jesu in der Kaulbachstraße. Dieses verwahrt u.a. die originären handschriftlichen Hausbücher (Historia Domus) der Jesuiten auf der Rottmannshöhe mit entsprechenden Einträgen aus jener Zeit.
          Es war nie Absicht der Jesuiten, diese Ereignisse zu veröffentlichen. Aber für Zwecke der Aufarbeitung sind diese Aufzeichnungen sehr hilfreich.
          Pater Kreis hat nie Aufhebens um seinen Einsatz gemacht. Seine Tat steht für viele viele andere, die unbekannt geblieben sind.

          • quh
            28. Mai 2026 um 18:06

            Umso mehr ein Grund also, ihn – und damit viele andere, die unbekannt geblieben sind – zu ehren.

  10. Gast
    25. Mai 2026 um 14:37

    Sind wir nicht alle “Kreaturen “?

  11. Gast
    28. Mai 2026 um 21:10

    In 30 Jahren findet garantiert irgendjemand irgendwo irgendeinen Grund, warum genau diese Namenswahl plötzlich problematisch ist. Beispiele dafür haben wir inzwischen ja mehr als genug gesammelt.

    Vielleicht sollte man deshalb grundsätzlich davon wegkommen, Straßen nach Personen zu benennen. Menschen sind eben selten dauerhaft „zeitlos korrekt“ — je nach Epoche gelten sie mal als Vorbild und später als Fehlentscheidung.

    Unverfängliche Alternativen gäbe es genug: Landschaften, Tiere, Pflanzen, Sterne, Planeten oder einfach ganz praktische Namen.

    Wobei letzteres vermutlich am ehrlichsten wäre, z.B.: „Furchtbar-teure-Straße“

  12. Gast
    30. Mai 2026 um 9:12

    Bei Wikipedia steht das Korbinian Aigner am 28. April in Aufkirchen fliehen konnte ! Im Bericht von Hr. Fuchsenberger wurde er aber erst 2 Tage später bei Wolfratshausen befreit !

    • quh
      30. Mai 2026 um 11:32

      Ob und wenn dann wann Korbinian Aigner wirklich von Kreis befreit wurde, ist nicht gesichert. Der Aigner-Forscher Holzheimer sagte uns zuletzt in Höhenrain, dass nur feststeht, dass er im Kloster unterkam. Aigner selbst hat später alles nur mündlich überliefert. Fest steht, dass der Zug am 26.4. losging und am 28.4. durch die jetzige Gemeinde Berg führte. Kreis befreite an zwei Tagen Häftlinge, an einem Tag 20, am anderen 12.

  13. Volker Hufnagel
    2. Juni 2026 um 20:22

    Der Vorfall ist ja jetzt schon einige Zeit her. Eigentlich dachte ich, dass eine Klarstellung, vielleicht sogar eine geänderte Meinung der Beteiligten veröffentlicht wird.
    Dass einige Mitglieder unseres Gemeinderats sich so vehement dieser Würdigung eines Menschen verweigern, der KZ-Häftlinge in unserer Gemeinde befreit hat, ist der eigentliche Skandal. Auch die Begründungen sind nicht passend: Franz Kreis wäre zu wenig bekannt: ja, gerade darum, denn viele bekannte Persönlichkeiten haben damals im ganzen Land versagt und man sollte auch an den Mut und die Courage der gewöhnlichen Leute vor allem aus der Gemeinde erinnern.
    “Es gibt in Höhenrain keinen Grund, sich daran zu erinnern” : doch, gerade nach dieser peinlichen Sitzung gibt es diesen Grund erst recht!
    Die Diskussion um die Wortwahl in Zusammenhang mit dem Todesmarsch(!) finde ich mehr als befremdlich.
    So eine unglückliche Formulierung kann einem im Eifer des Gefechts bei einer Diskussion ja rausrutschen, wir sagen alle mal was unpassendes, aber hinterher wäre es schön, dies geradezubiegen…

    • Gast
      7. Juni 2026 um 13:23

      Mal hier googeln

      Tagesheimschulen Pullach , Geschichte des Pullacher

  14. Gast
    3. Juni 2026 um 6:15

    Die Häftlinge wurden hinter Wolfratshausen befreit, nicht in der Gemeinde Berg. Evtl. könnte diese Tatsache die Diskussion entfacht haben.

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