Dichtkunst aus und über Allmannshausen

Allmannshausen wird berühmt. Es ist Teil der Literaturgeschichte geworden. Es wird jetzt in vielen Gedichten besungen. Und das kam so: Seit einiger Zeit lebt Michael Krüger in Allmannshausen. Michael Krüger ist einer der wichtigsten Intellektuellen Deutschlands. Bis er in den Ruhestand ging, war er der Chef des renommierten Hanser-Verlages in München. Niemand kennt so viele Nobelpreisträger wie er. Derzeit ist er Präsident der Bayerischen Akademie der Künste.

Den Bergern könnte er aus dem Oskar Maria Graf Film von QUH-Gemeinderat Andreas Ammer bekannt sein, in dem er von Bergs berühmtestem Sohn erzählt (der Film mit Michael Krüger und vielen anderen Prominenten aus Berg und anderswo ist immer noch hier anzusehen: https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/sendung-1671582.html ). Obendrein ist Michael Krüger selbst Schriftsteller.

Der Allmannshauser Lyriker, Ex-Verleger, Graf-Fan und Akademiepräsident Michael Krüger (screenshot BR)

Jetzt hat Michael Krüger im Haymon-Verlag einen Gedichtband vorgelegt, der für Berger von einigem Interesse ist. Er heißt zwar ganz kosmopolitisch “Mein Europa / Gedichte aus dem Tagebuch”, aber ein Großteil der Gedichte besingt die Gemeinde Berg und speziell Allmannshausen. Allein 15 Gedichte heißen “Allmannshausen”, andere tragen Titel wie “Berg” oder “Leoni”. Denn die Gedichte sind allesamt nach dem Ort benannt, wo sie geschrieben wurden. Wir zitieren aus dem Band aus aktuellem Anlass ein etwas “stürmisches” Gedicht:

Allmannshausen

 

Die beiden Buchen am Hang nach Leoni
sind gestern umgestürzt,
oder die obere hat die andere mitgerissen
nach dreißig Jahren friedlichen Zusammenlebens.
Oder waren sie noch älter? So alt wie ich?
Jetzt liegen sie aufeinander,
zwei ewig lange glatte Körper,
die endlich einander umarmen können.
Ich habe sie jeden Tag besucht.
Bei Wind haben sie manchmal ihre Stämme
aneinander gerieben, ein seltsam quietschender Ton,
wie die Schreie eines verängstigten Kindes.
Tausend zerrissene Wurzeln drängen
aus der gequälten Erde, ein Pavillon aus Knochen,
in dem schon die Schnecken eingezogen sind.
Und oben, in dem verfitzten Haarnetz
der unten liegenden Buche, sitzt eine Amsel
und erzählt mir ohne Unterlass meine Kindheit,
ohne einen Schrecken auszulassen,
aber auch das Glück kommt auf seine Kosten.

Gedichte über Berg

Das Buch kann natürlich über unsere Buchhandlung “Schöner Lesen” bezogen werden und kostet 24 €.

Kommentieren (0)

Keine Kommentare vorhanden

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *