Seit heute gibt es einen offenen Brief des Postwirtes Andi Gröber an die “lieben Gäste”, in dem er den Anschein erweckt, die Gemeinde vor eine alternativlose Entscheidung zu stellen.

Der Landgasthof Die Post … vor dem Abriss? (Foto: H.-P. Höck)
Liebe Gäste,
seit Generationen ist der Landgasthof Die Post ein Ort der Gastfreundschaft, der Begegnung und der Tradition. Doch heute steht seine Zukunft auf dem Spiel.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich dramatisch verändert. Explodierende Kosten für Energie, Löhne und den Wareneinkauf machen es zunehmend unmöglich, einen Gasthof dieser Größe und Qualität dauerhaft wirtschaftlich zu führen. Die einzige Alternative wäre, die Preise in einem Ausmaß anzuheben, das wir unseren Gästen nicht zumuten möchten.
Bereits seit dem Jahr 2020 ist der Gemeinde bekannt, dass wir eine zusätzliche Bebauung auf unserem Grundstück für die Errichtung von Wohnungen, benötigen, um den Landgasthof langfristig wirtschaftlich abzusichern. Diese zusätzlichen Wohnungen würden die notwendige wirtschaftliche Grundlage schaffen, damit die Post auch künftig in ihrer heutigen Größe, Qualität und mit ihrem gewohnten Angebot bestehen kann.
Leider ist es uns trotz zahlreicher Gespräche und unserer wiederholten Bemühungen in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen, gemeinsam mit der Gemeinde eine tragfähige Lösung zu finden. Aus unserer Sicht wurden in dieser Zeit keine ausreichenden Schritte unternommen, um den Fortbestand der Post aktiv zu unterstützen.
Dabei ist die Situation jetzt besonders prekär: Ein Ersatzbau mit Wohnungen anstelle des heutigen Gasthofs wurde vom Landratsamt bereits genehmigt. Das bedeutet, dass ein Abriss der Post und ein Neubau mit Wohnungen jederzeit eine realistische und umsetzbare Alternative darstellen.
Doch genau das wollen wir eigentlich nicht.
Wir wollen keine Wohnungen anstelle der Post. Wir möchten den Landgasthof erhalten – als Treffpunkt für unsere Gäste, als Ort für Familienfeiern, Vereine, Stammtische und Feste, als Arbeitgeber und als lebendigen Bestandteil unserer Heimat und Dorfgemeinschaft.
Dafür braucht es jedoch den politischen Willen, zusätzliches Baurecht für Wohnungen zu schaffen. Nur so kann der Gasthof langfristig wirtschaftlich bestehen, ohne seine Identität aufzugeben oder unsere Gäste mit unverhältnismäßigen Preissteigerungen zu belasten.
Die Entscheidung ist eigentlich einfach:
- Zusätzliches Baurecht für Wohnungen: Die Post kann erhalten bleiben.
- Kein zusätzliches Baurecht: Der bereits genehmigte Ersatzbau mit Wohnungen bleibt langfristig die einzige wirtschaftlich tragfähige Perspektive.
Wir geben den Kampf um die Zukunft der Post nicht auf. Wir hoffen, dass Vernunft, Weitsicht und der Wille zum Erhalt eines traditionsreichen Gasthofs am Ende stärker sind als Stillstand. Denn wenn die Post verschwindet, verliert unsere Gemeinde weit mehr als nur ein Gebäude – sie verliert einen Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und ein Stück ihrer Identität.
Noch ist es nicht zu spät. Helfen Sie mit, dass die Post eine Zukunft hat.
Herzlichst
Andi Gröber und sein Post-Team
Vieles ließe sich zu diesen Schreiben sagen. Unter anderem, dass schon vor 20 Jahren einmal der Plan, Wohnhäuser im Garten der Post zu bauen, abgelehnt wurde (https://quh-berg.de/der-quhgrbe-spricht-gasthof-zur-post-wird-ohne-haeuser-im-garten-versteigert-2967309/). Zum anderen, dass ein Ersatzbau in der gleichen Größe in der Tat vom LRA genehmigt wurde, da es ein Innenbereichsvorhaben ist (jeder kann im Innenbereich sein Haus einreißen und ein gleiches bauen). Eine Verpflichtung zum Betrieb einer Gaststätte besteht auf dem Grundstück nicht (höchstens eine moralische Verantwortung). Möge sich jeder selbst seine Meinung bilden, was von dem Schreiben zu halten ist.
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