Dann geh doch wählen!

Cornelius Verenkotte ist auf dem QUH-Listenplatz #9 mit 18 Jahren unser jüngster Kandidat für den Gemeinderat. Natürlich engagiert sich der Abiturient und MTV-Jugendtrainer vor allem für seine Altersgenossen. Für die erste Ausgabe des Berger Blattes hat er einen Artikel über die Scheu der Neuwähler, am 15. März zur Wahl zu gehen, geschrieben. Leider hat sein ausführlicher Appell nur gekürzt im BERGER BLATT Platz gefunden (die Ausgabe gibt es hier zum Herunterladen: Berger Blatt_Ausgabe 01_Einzelseiten ), weshalb wir ihn hier ungekürzt veröffentlichen.

Cornelius Verenkotte ist mit 18 Jahren der jüngste QUH-Kandidat (Listenplatz #9)

Dann geh doch wählen, du Spast!”

Jedes Jahr aufs Neue hört man dasselbe: „Du kommst ins Wahlalter, du musst wählen“, „es ist eine moralische Verpflichtung“ und auf den Nachrichten lamentiert man seit Jahren, dass junge Wähler nicht so regelmäßig wählen gehen wie über 65-jährige. Egal ob man es von den Eltern, Sozialkundelehrern oder von einem Nachrichtensprecher hört: Der Vorwurf ist immer derselbe. Doch anstatt einfach Apelle rauszuhauen und mit abstrakten Ideen von Meinungsbildung und Demokratiesicherung zu kommen, die ihr schon hundertfach gehört habt, gibt es praktische und egoistische Gründe zu wählen, unabhängig davon ob auf kommunaler-, Landes-, Bundes- oder Europaebene. In dieser Kolumne, möchte ich im Folgenden vier Gründe nennen, weshalb ihr eure Stimme am 15.03. abgeben sollt.

1) “Es ist ein geringer Zeitaufwand!”

Um zu überprüfen, welche Partei deine Werte vertritt und welche Partei dich am meisten anspricht, brauchst du heutzutage nur noch ein paar Minuten im Internet zu verbringen. Auch wenn keine Partei zu hundert Prozent deiner Meinung entspricht ist es besser die Partei zu wählen, die es am ehesten tut, als gar nicht zu wählen. Denn jede Stimme, die du nicht abgibst sorgt nur dafür, dass möglicherweise die Ideen einer anderen Partei umgesetzt werden, die du noch weniger schätzt.

Außerdem ist der Prozess des Wählens nicht langwierig. Die Anfahrt innerhalb der Gemeinde zum nächstgelegensten Wahllokal liegt bei unter zehn Minuten. Das Wählen an sich dauert auch nicht länger als fünf Minuten. Also insgesamt kann man ungefähr mit einer halben Stunde rechnen, um seine Interessen für die nächsten sechs Jahre zu vertreten. Das rentiert sich auf jeden Fall.

2) “Man entscheidet über seine eigene Zukunft!”

Wenn man also diese halbe Stunde investiert, bestimmt man nicht nur für den Moment, sondern für die nächsten sechs Jahre, wie in deinem Namen regiert werden soll. Ich weiß, es klingt banal und man hat es schon hundertfach gehört, aber selten macht man sich klar, was für Auswirkungen der Gemeinderat über das eigene Leben haben kann, ganz zu schweigen vom Bundestag. Im Gemeinderat wird über die Verwaltung, Angelegenheiten der Gemeinde, über die zukünftige Gestaltung der Gemeinde (wie Jugendzentren, Energieprojekte etc.) entschieden und der Bürgermeister, falls nötig, wird durch den Gemeinderat zur Rechenschaft gezogen. Also, wenn einer Person schon ein so weitreichendes Feld von Aufgaben anvertraut wird, dann ist es im Interesse jedes Einzelnen zu entscheiden, wer diese Aufgaben erfüllen darf.

3) „Keiner der Parteien/Listenkandidaten spricht mich so wirklich an!“

Es ist immer möglich, dass man sich von den aufgestellten Kandidaten nicht wirklich angesprochen fühlt und man keine der Parteien wirklich mag. Nichtsdestotrotz gibt es bei mehreren Parteien, die auf Gemeindeebene kandidieren immer wieder die Möglichkeit sie bei öffentlichen Veranstaltungen  zu treffen und sich ein eigenes Bild zu machen. Dort besteht auch die Möglichkeit sich genau zu informieren, wie die einzelnen Kandidaten beziehungsweise die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl zu gewissen Position stehen oder sie konkret auf eine Problematik innerhalb der Gemeinde aufmerksam zu machen. Nicht nur werden dadurch mögliche Mitglieder des Gemeinderats auf Probleme dieser Gemeinde hingewiesen, man wird auch selber zumAnsprechpartner und eingebunden in politische Entscheidungen und hat dazu beigetragen, die Gemeinde ein stückweit zu verbessern.

4) „Meine Stimme wird eh nicht zählen bzw. wird nicht wesentlich sein!“

Das ist womöglich die Ausrede, die von Nicht-Wählern am häufigsten genannt wird – und auch am weitesten weg von der Realität liegt. Auch wenn deine Stimme mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Stimme sein wird, die einer Partei die absolute Mehrheit verschafft oder eine Partei über die Fünf-Prozent Hürde hebt, so ist es trotzdem essentiell notwendig nicht nur für die gewählten Listenkandidaten sondern auch für die Wähler zu wissen, wie ihre Gemeinde politisch aufgebaut ist. Auch wenn dann die Partei, für die du gewählt hast nicht in die Regierungsverantwortung kommt, es moderiert auf jeden Fall die Art und Weise wie die Mehrheit dann entscheidet, je nachdem wie groß die Minderheit ist.

Außerdem, wenn diese Auffassung von mehreren Leuten geteilt wird, dann macht es einen wesentlichen Unterschied. Des Öfteren wird unterschätzt, wie wichtig die eigene Stimmabgabe ist und dadurch wird leider viel zu häufig von Gewählten unterschätzt, was Bürger eigentlich wollen und welche Ideen sie mit ihrer Stimme durchsetzen wollen.

Ich hoffe, dass ich es geschafft habe, die Leser dieses Textes zu überzeugen, ob jung oder alt. Doch ich möchte in meiner Kolumne nicht nur für die einfache Stimmabgabe plädieren und warten, bis sich die Wahlplakate in Berg wieder lichten, sondern proaktiv ihre Auffassungen kenntlichmachen. Im Idealfall einfach einmal im Monat in den QUH-Blog schauen, um zu wissen, was in der Gemeinde passiert. Dadurch bleibt man immer auf dem aktuellen Stand der Dinge und kann auch seine eigene Meinung zum Thema äußern.

Denn das beste Mittel, um politisches Unheil abzuwenden ist Wachsamkeit und seine Stimme kenntlich zu machen, auch außerhalb von Kommunalwahlen.”

Cornelius Verenkotte

Die ausführliche Vorstellung des “digital native”  Cornelius in unserem Kandidaten-Karussel findest du hier: https://quh-berg.de/kandidaten/cornelius-verenkotte/

Kommentieren (3)

  1. Gast
    7. Februar 2020 um 14:02

    Auch Nicht-Wählen ist ein Ausdruck der Teilnahme am politischen Prozess.

    • quh
      7. Februar 2020 um 23:56

      Ungefähr soviel wie Schweigen ein Redebeitrag ist.

      Deshalb haben wir die QUH vor 14 Jahren gegründet … weil wir niemand hatten, den wir wählen konnten.

  2. Gast
    10. Februar 2020 um 14:21

    Könnte ja sein, dass es Nicht-Wählern immer noch so geht – trotz QUH

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