Brauereisterben in Berg

Berg war lange Zeit – gemessen an der Einwohnerzahl – eine der Gemeinden mit der höchsten Brauereidichte. Dem kommerziell äußerst erfolgreichen “Starnberger Brauhaus” wird es nun in der Gemeinde zu eng: Es wird von Höhenrain weg, auf die andere Seeseite nach Wieling umsiedeln und will dabei seinen Ausstoß verzehnfachen!

Hearoana Bier

Mit dieser patriotischen Werbung dürfte es bald vorbei sein

Länger schon hatte Florian Schuh, der Gründer und Inhaber des Starnberger Brauhauses, nach einer neuen Braustätte im Landkreis gesucht. Wegen des gewinnträchtigen Namens “Starnberger Brauhaus” musste es allerdings im Landkreis sein. Jetzt ist er im Gewerbegebiet Wieling bei Feldafing fündig geworden. Der dortige Gemeinderat stimmte einer Änderung des Bebauungsplans zu. 800.000 Liter Bier werden derzeit in Höhenrain jährlich gebraut. In Wieling sollen es 7 Millionen Liter werden. Zur Abfüllung wird das Bier dann per Tanklaster nach Niederbayern gefahren und von dort aus weiter vertrieben.

Der erste Spatenstich in Höhenrain am 5. Mai 2015. Andi Hlavaty (2. Bürgermeister), Karl-Heiz Krawczyk (WOW), Florian Schuh (Starnberger Brauhaus), Elke Link (3. Bürgermeisterin) & Volker Cornelius (Architekt des Projekts) graben erfolgreich nach Bier

Nur ein Jahr nach dem ersten Spatenstich, am Freitag, den 13. Mai 2016, wurde das erste Bier aus Höhenrain verkauft (und war sofort ausverkauft). Den Bericht zur Eröffnung vor nur 3 1/2 Jahren lesen Sie im QUH-Blog hier: https://quh-berg.de/bier-aus-hoehenrain/. Er erzählt, dass in diesem Sommer gar das Bier ausgegangen sei. Die kurze Geschichte des “Starnberger Brauhauses” ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Aber das Verhältnis zwischen Bierbrauer (Pächter) und Weinhändler (Grundstückseigner) in Höhenrain war nicht immer das allerbeste. Karl-Heinz Krawczyk hatte schon vor Jahren einen Großteil seiner 48% Anteile an Florian Schuh verkauft. Er war mit der Ausrichtung der Marke “Starnberger Brauhaus” auf einen Massenmarkt nicht unbedi9ngt einverstanden. Brauereibesitzer Florian Schuh hingegen distanziert sich gerne vom Craft-Bier-Markt. (Vgl. den QUH-Bericht von 2017 https://quh-berg.de/das-bierkoeniginreich/ ).

Braumeister Sven Leindl (links) und sein Chef Florian Schuh (rechts) bei der Eröffnung 2016

In Feldafing wurde Florian Schuh nach seinem Auftritt mit Applaus vom Gemeinderat verabschiedet. Er revanchierte sich mit Freibier für die Räte und dem Versprechen, den Werbeslogan des Getränks zu ändern. Bisher heißt dieser “Feinster Biergenuß von da, wo’s am schönsten ist … vom Starnberger See”. In Zukunft soll er heißen: “Bier von da, wo’s am schönsten ist. Gebraut in Feldafing, der Perle am See”. – Westufer halt! Ob sich mit dem neuen Feldafinger Brauwasser auch der Geschmack ändert, werden wir – wenn Florian Schuhs Pläne wahr werden – wohl schon 2020 wissen.

Die “Brauerei Schloss Berg”, die leider kein Bier verkauft und es nur bei ihren gelegentlichen privaten Festen im ehemaligen “Xari” in Sibichhausen ausschenkt, ist damit die einzige (und älteste) Berger Brauerei.

Die erste und letzte Berger Brauerei: Im  Biergarten der “Brauerei Schloss Berg” in Sibichhausen

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