Bitte anleinen!

In Bayern gibt es – mit Ausnahme größerer Städte und Kommunen – keine allgemeine Leinenpflicht für Hunde, auch in unserer Gemeinde gibt es keine Verordnung. Doch Jäger und Landwirte bitten darum, insbesondere während der Brut- und Setzzeit, also März bis Juli, die Hunde anzuleinen, da Wildtiere wie Rehe und Hasen sowie Bodenbrüter in diesem Zeitraum ihre Jungen bekommen.

Ricke mit Rehkitz (Foto: Andreas von Meyer zu Knonow)

Das Bayerische Naturschutzgesetz verbietet zudem das Ausführen von Hunden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen während der Nutzzeit sowie in Jagdrevieren, wo man Hunde nicht unbeaufsichtigt frei laufen lassen darf. Allein der Geruch eines Hundes kann dazu führen, dass Eltern ihre Jungtiere aufgeben. Das Anleinen dient auch dem Eigenschutz – in den etwa vier Monaten, in denen die Bache ihre Frischlinge säugt, verteidigt sie ihren Nachwuchs mit Verve, und so kann es sein, dass der Hund von der Muttersau angegriffen wird.

Der natürliche Lebensraum von Wildtieren und Rückzugsorte zum Aufziehen des Nachwuchses werden immer knapper. Tierfreunde sollten darum unabhängig von den lokalen Regelungen in dieser Zeit ihre Hunde anleinen und auf den Wegen bleiben. Gerade “Autogassigeher” lassen die Hunde oft ohne Leine laufen. Während die Verkehrsunfälle mit Rehen eher zurückgehen, werden die Rehe immer häufiger von freilaufenden Hunden aufgestöbert und flüchten sich über die Straße in den Wald. Rehe sind Kurzzeitflüchter, sie fliehen nur 100 Meter ins nächste Gebüsch, wo sie von den Hunden leicht aufgestöbert werden – um dann, von kleineren Hunden, weiter gehetzt oder, von größeren Hunden, gar gerissen zu werden. Die gerissenen Rehe sind immer Muttertiere, die sich für ihre Kitze opfern. In Bayern dürfen Jäger übrigens zum Schutz des Wildes auf freilaufende Hunde schießen.

Vegetationszeit – Vegetationsruhe im Jahresverlauf

Auf den Feldern tun Jäger und Landwirte ihr Möglichstes, Kitze vor der Mahd aufzustöbern. Und ob mit oder ohne Leine: Hundekot auf den Wiesen ist wegen der Krankheitserregers Neospora Caninum gefährlich für Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde.

Doch es droht noch ein weiteres Ungemach: In Oberhausen im Landkreis Weilheim-Schongau wird in einem Fall von mutmaßlicher Wilderei ermittelt. Anfang Juni wurde ein Reh wurde erlegt und zerlegt, die entsorgten Reste wurden aufgefunden. “Die lokalen Jäger sind alarmiert, da es in Icking auch schon Hinweise auf Wilderei gab. Aufmerksame Spaziergänger, die Ungewöhnliches melden, helfen auf jeden Fall”, sagt uns der Allmannshauser Jäger Andreas von Meyer zu Knonow.

 

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