Ateliertage 2. Runde

Am Wochenende öffnen zum zweiten Mal die Berger und Ickinger Künstler ihre Ateliers (jeweils von 14 bis 18 Uhr). Die Adressen finden Sie hier: https://quh-berg.de/wo-lang-ateliertage-berg-icking-2022/ Wir haben die Berger Künstler bereits besucht, einiges Neues entdeckt und unseren Preis der Ateliertage an eine Überraschung verliehen.

Die schönste Nachricht zuerst: Der in der Corona-Zeit verstorbene Berger Künstler Gerd Jäger hat jetzt ein eigenes Museum. Im Garten seines Wohnhauses in Farchach haben seine Söhne ihm zu Ehren ein eigenes kleines Museum errichtet, das ausschließlich mit Gerds Werken bestückt wurde. Fast alle seiner hohlen Holz-Skulpturen sind zu immer noch sehr günstigen Preisen (zwischen 50 und 250 €) zu erwerben. Glauben sie uns – wir wissen wovon wir sprechen – mit einem oder besser noch mehreren Werken von Gerd Jäger lebt es sich einfach besser. Die Gemeinde hat bereits zwei seiner Großskulpturen gekauft, die vor dem neuen Rathaus stehen, bzw. liegen werden.

Nicht nur zu den Ateliertagen, sondern durchgängig geöffnet: das wunderschöne, neue Gerd-Jäger-Museum in Farchach

Damit zu den Lebenden: Juschi Bannaski in Aufkirchen hat sich wieder etwas der figurativen Malerei zugewendet. So konnte sie das Motto der diejährigen Ateliertage “Wo lang?” einfach unter eines ihrer Bilder schreiben. Ein Stockwerk höher stellt ihre Tochter aus. Im Garten darunter Roman Wörndl ein Memento mori.

Weiß, wo es lang geht: Juschi Bannaski

Neue Wege sucht auch Hans Panschar, der unermüdlich versucht, neben seinen großen skulpturalen Erfolgen (Stühle, Häuser, Berge, Schiffe in allen Kombinationen) neue Werkgruppen zu etablieren. Diesmahl ist es ihm auf besonders amüsante Weise gelungen: Er stellt seine neue Handtaschenkollektion aus, die allerdings  auf surrealistische Weise einigermaßen “untragbar” ist. Die sehr reizvollen Stücke entstanden auf Anregung eines seiner Sammler, der seiner Frau etwas schenken wollte. Die Taschen sind topschick, allerdings aus massiven Beton, so dass sie sich nur mit Mühe hochheben, geschweige denn mit Lippenstiften befüllen oder locker am Handgelenk tragen lassen … höchstens als Waffe würden sie taugen.

Die beglückende Differenz zwischen Form und Funktion: Hans Panschars Handtaschen-Herbstkollektion

Auf dem Weg nach Aufhausen machen wir Station im stets einen Besuch lohnenden Atelier von Lucie Plaschka. Immer wieder beglückend ist die Antwort auf die Frage, welche Alltagsgegenstände sie diesmal wieder in ihre poetischen Assemblagen und Bilder eingearbeitet haben wird. Diesmal sind es zersplitterte Scheiben, Eislöffelchen, Büroklammern und – besonders nett – einige Teebeutel, die aus der Vergänglichkeit in die ewigen Jagdgründe der Kunst hinübergerettet worden sind.

Glücklich die Teebeutel, die von Lucie Plaschka erst verkocht und dann verkunstet wurden

Das Fides-Gebäude in Aufhausen entwickelt sich immer mehr zu einem Zentrum der lokalen Kunst. Dort ist der stets ausgebuchte Aktzeichenkurs des Berger Kunstvereins zu Hause, Andreas Huber, der gerade auch in Seeshaupt ausstellt und letztes Wochenende wegen “Krankheit” verhindert war, hat dort sein magisches Photostudio, …

Kein Kunstwerk sondern eine Message

… im Studio nebenan beantwortet Elisabeth Anzinger-Schlör (Gast) die Frage, ob man nach Monet noch eine Seerose malen darf eneregisch mit einer Stele im Treppenhaus …

Darf man nach Monet noch Seerosen malen?

… und im Keller fanden wir dann auch die diesjährige Preisträgerin des QUH-Preises der Berger Ateliertage, der in einem warmen Händedruck der dritten Bürgermeisterin Elke Link besteht:

Elke Link überreicht den QUH-Preis der Berger Ateliertage an Cornelia Hesse

Cornelia Hesse ist (bisher nur als Gast) neu im Kreis der Ateliertagekünster*innen, aber jetzt schon eine Bereicherung und eine dringend notwendige Verjüngung. Ihr Atelier im Keller des Fides-Gebäudes hat die Bergerin neu eingerichtet. Ihre wandfüllenden abstrakten Gemälde verdanken einiges dem Großmeister der gestischen Kunst, Cy Twombly, können aber mit der unwiderstehlichen Kraft von dessen genialen Kritzeleien durchaus mithalten.

Für uns das schönste, fröhlichste und kraftvollste Werk der Ateliertage: Ein Tryptichon von Cornelia Hesse 

Sympathisch an Cornelia Hesse: neben den großen Werken verkauft sie auch für wenige Euro Skizzen oder sogar kleine Leinwände mit eigenen Werken (20-35€). Sozusagen Kunst zum Mitnehmen für jedermann/frau. Und ihr Mann bohrt bei Bedarf auch noch ein Loch zum Aufhängen hinein. …

Wir beenden unsere Reis wo sie begann: in Farchach. Dort hat auch Dazze Kammerl ein neues Kapitel seiner Produktion aufgeschlagen. Er überträgt seine abstrakten, mandela-artigen Gemälde inzwischen auf große Alu-Dibond-Platten, was ihnen nicht nur eine überzeugende Größe und Materialität, sondern auch neue Leuchtkraft verleiht. Wer genau hinsieht, spürt selbst auf unserem Photo, wie sich seine Bilder ins Endlose bewegen.

Dazze Kammerls moderne Mandalas in Farchach

Die Ateliers sind nur noch dieses Wochenende geöffnet. Ein Tipp: Kunst gibt es dort immer. Das Gerd Jäger Museum wird zu einer steten Institution … laut Aussage seines Sohnes ist es in der Nikolausstraße 3 in Farchach 24 Stunden 7 Tage die Woche geöffnet.

Die Berger Künstlerinnen Teresa Erhard und Birgit Behrends-Wöhl stellen wieder in Wolfratshausen aus, Ernst Grünwald in Ammerland, fünf weitere Künstler*innen in Irschenhausen (siehe den Link oben).

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