Alle negativ – die nachgeholte Sitzung des Gemeinderates / Pt. 1 das Rathaus

Alle negativ: Vor der (nachgeholten) Sitzung des Gemeinderates in der “Post” wurden alle 18 anwesenden Gemeinderatsmitglieder, 4 GemeindemitarbeiterInnen, 7 Rathaus-Planer, 2 Journalistinnen, 1 Vereinsvorstand und 2 Gäste vom Team Dr. Watzek schnell getestet. Alle waren negativ. Bürgermeister Steigenberger referierte noch, dass inzwischen festgestellt wurde, dass die Maskenpflicht in Sitzung ebenso rechtens sei wie die Testpflicht für alle Anwesenden. Andernfalls könne er von seinem Hausrecht Gebrauch machen.

Es wurde bekannt gegeben, was QUH-Leser schon wissen, dass der Brunnen im Pfaffental ausgefallen und repariert worden war. Inzwischen ist er wieder ausgefallen und wird morgen wieder repariert.

Außerdem wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Bücherei (mit ihrem ausgeklügelten Hygienekonzept) weiterhin geöffnet sei. Ab heute, Mittwoch, gilt das – inzidenzunabhängig – auch wieder für den Buchhandel “Schöner Lesen” und den Blumenladen “Hunter’s Hill”.

Den Großteil der Sitzung machte der Bericht der fünf an der Planung des Rathauses beteiligen Büros. Sie stellten die Ergebnisse der Entwurfsplanung inklusive einer nunmehr vorliegenden konkreten Kostenberechnung vor. Anderes als frühere Schätzungen beinhaltet diese die wirklich geplanten Heizungen, Tiefgaragen, Photovoltaikanlagen, Außenanlagen. Am Ende standen ein Kosten- und ein Terminplan.

Zunächst war das Architekturbüro dran:

Am Äußeren des Gebäudes hat sich nichts geändert, im Inneren etwas.

  1. Im UG: die Tiefgarage wurde reduziert auf 23 Stellplätze, wodurch Kosten eingespart wurden.
  2. Im EG bleibt es bei der zentralen Erschließung. Um einen zentralen Betonkern herum erstrecken sich 3 Flügel in der gewünschten, womöglich teuren Holzbauweise.
  3. Im 1. Stock befinden sich Sitzungssaal und Trauzimmer, die durch eine mobile Wand zusammengelegt werden können. Hier bleibt die Raumsituation etwas ungelenk … was der dreigliedrig symmetrischen Bauweise des Hauses und der Doppelnutzung des Stockwerkes geschuldet bleibt.
  4. Ungeklärt bleibt die Abgrenzung zum Nachbargrundstück.

Erste 3D-Animationen von Trau- und Ratssaal (unten ein ähnliches Gebäude)

Bodenproben und Probebaggerungen haben zum Glück ergeben, dass das Wasser hier durchaus versickern kann, weil die gefürchtete Nagelfluh an dieser Stelle nicht massiv, sondern “wolkig” sei. Das ist erstens ein schönes Wort und erspart zweitens teure Schutzmaßnahmen gegen aufgestautes Grundwasser. Nur das Archiv im Keller wird besonders vor Wassereinbruch geschützt. GR Dr. Ammer (QUH) war mit dem Sitzungssaal, in dem die Leinwand nur an einer Seitenwand untergebracht werden kann, immer noch nicht zufrieden. Sei’s drum.

Dann zu Heizung und Lüftung:

  1. Beheizt wird das Haus über eine Sole-Wasserpumpe, die über die Photovoltaik auf dem Dach und eine Pufferbatterie betrieben wird.
  2. Im Sommer erfolgt eine Kühlung durch dezente Kühlsegel zwischen den Deckenbalken.
  3. Es gibt eine zentrale Lüftungsanlage, allerdings nicht für die Büros.
  4. Kurzum: “Technik muss funktionieren, man will sie aber nicht sehen.”

Es gab von GR Rothenfußer Nachfragen zur Elektrotechnik, ob die Batterie nicht zu klein dimensioniert sei. Dies bestritt das mit der Elektroplanung betraute Büro. Man habe sich lange über die Rentabilität der Photovoltaikanlage Gedanken gemacht (auch im Arbeitskreis, dem die Gemeinderatsfraktionen angehören). Ergebnis: Sie soll erst einmal nur auf den nach Süden gewandten Dächern installiert werden. Für die anderen – schlechter situierten – Dächer – würde man den Bau nur vorbereiten und nachinstallieren, falls man mehr Strom benötigen würde, was der Planer aber bei einem nur tagsüber genutzten Haus bezweifelt. Er riet dazu, erst zu investieren, wenn Bedarf bestehe. Es klang nach einer reiflichen Überlegung. In der Tat hatte der Arbeitskreis sich mit diesem Punkt besonders lange befasst.

Die schönsten Nachrichten gab es bei den Freianlagen, die nun erstmals geplant worden sind.

Die geplanten Freiflächen

Vor dem Rathaus wird ein zu 100% wasserdurchlässiger Belag aus Betonstreifen verlegt werden. Dazwischen grüne Inseln mit Baumrigolen, die zur Versickerung beitragen sollen. Auch Mitfahrerbänke sind eingeplant. Am Huberfeld entstehen 16 Stellplätze, der Walnussbaum dort wird erhalten. Es wird eine Bushaltestelle samt Häuschen geben, 4 Fahnenmäste, einen Behinderten- und einen Elektrolade-Parkplatz. Nur welche Bäume gepflanzt werden, steht noch nicht fest. GR Stefferl (Grüne) schlug vor, es mit der “5-Seenland Elsbeere” zu versuchen.

Vor allem aber hat – sozusagen nebenbei – man eine Lösung für das “Menschheitsproblem” der Berger Ortsdurchfahrt für Radfahrer gelöst. Der Kreisverkehr könnte – wenn alles gut geht – so umgebaut werden, dass nunmehr die Radfahrer und Fußgänger ihn und die Staatstraße in allen Richtungen sinnvoll überqueren können. Damit hätte die Politik ein Problem beseitigt, das Berg von höherer Stelle eingebrockt worden war.

Einmal rum und rüber: Die neue Verkehrsführung für Radfahrer am Kreisel

Neu im Plan sind auch 100.000 €, mit denen in (möglichst lokale) Kunstwerke  am Bau investiert werden soll.

Und damit zu den Kosten: Nach den gestrigen Planungen belaufen sie sich auf 15,9 Millionen. 6% Preiserhöhung sind eingeplant, aber “natürlich wird was kommen”, weiß aus Erfahrung der Projektsteuerer Herr Graf. Der Kämmerer Herr Bendele, befragt, was er zu diesem Betrag sage, antwortete: “Solange wir im Rahmen bleiben, sage ich nichts.”

BGM Steigenberger zeigte sich erleichtert:  “Wir sind gut im Zielkorridor. Eigentlich werden bei der Kostenberechnung 20% Steigerung noch als normal angesehen.”

Zur Terminplanung: Der Plan wurde dem Landratsamt bereits vorgestellt. Der Bauantrag soll Anfang 2022 eingereicht werden. Bisher ist man voll im Zeitplan. Die einzige Verzögerung kam durch die 2-wöchige CQuarantäne der Berger Verwaltung. Vielleicht könne man sogar den Baubeginn, der für Anfang 2023 geplant ist, etwas nach vorne ziehen. “Wir sind gut unterwegs und guter Dinge.”

BGM Steigenberger hofft, dass durch die C-Krise nicht zu viele Verwerfungen auf dem Markt stattfinden. Bereits jetzt seien die Preise für Holzbauweise geradezu explodiert.

Die Planungen wurden vom Gemeinderat einstimmig gebilligt. Der allgemeine Eindruck: Hier wird von Planern und Rathaus gute Arbeit pünktlich und zielorientiert geleistet. Dass durch den Rathausbau das Berger Radfahrerproblem gelöst werden kann … welch schöner Zugewinn. Zumindest an dieser Stelle könnte unseere Gemeinde schöner werden.

Den Rest der langen Sitzung im nächsten Artikel morgen.

Heute schon, wie immer am letzten Mittwoch im Monat, findet um 19.30 der – leider immer noch digitale – QUH-Stammtisch statt. den Link zur Einladung gibt es für Mitglieder oder unter: info@quh-berg.de

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