Heute erzählen wir Ihnen was vom Wolf – der ist nämlich im Sommer auch hereingetröpfelt, allerdings tropfte da Blut. Ende letzten Monats hat ein Wolf im Spatenbräufilz bei Egling im Nachbarlandkreis drei Moorschnucken gerissen. Die Wolfsrisse sind mittlerweile genetisch bestätigt.

Jägerstand im Spatenbräufilz
Die Schafherde war zur Pflege des Moors bei Egling eingesetzt. Der Spatenbräufilz liegt in der Tölzer Moorachse. Die Moore sind nach der letzten Eiszeit entstanden, als Seen in großen Mulden verlandeten. Da die Überreste der Pflanzen keinem Sauerstoff mehr ausgesetzt waren, bildete sich Torf. Die Niedermoore wuchsen in Tausenden von Jahren zu Hochmooren heran.
Die Spaten-Brauerei war bis 1886 Eigentümerin des Moors. Danach wurde es entwässert und Torf wurde abgebaut, bis in die 60er-Jahre hinein – die Gräben oder auch Gleisreste sind heute noch zu erkennen. Große Teile der ursprünglich baumlosen Flächen mit für Moore typischem Bewuchs trockneten aus. Bäume siedelten sich an. Seit 1995 pflegt und renaturiert der Landesbund für Vogelschutz das Spatenbräuflz, in dem Hochmoor und Streuwiesen einen Verbund bilden. Im Spatenbräufilz gibt es viel zu entdecken – typische Pflanzenarten wie Wollgras oder Sonnentau, seltene Libellenarten wie die Große Moosjungfer, der Baumpieper und auch die Kreuzotter.
Die kleinen Moorschnucken eignen sich gut zur Beweidung von Mooren. Mit ihren Klauen finden sie gut Halt auf den nassen Böden und ernähren sich für einige Wochen im Sommer von dem Kraut und den jungen Gehölzen, die dort wachsen. So halten sie das Moor frei von Gebüsch.

Schöne Wanderwege mit seltener Flora und Fauna
Ende Juni griff der Wolf die Herde an. Ein Schaf wurde leicht verletzt, eines schwer und musste erlöst werden, ein drittes wurde tot aufgefunden. Die übrige Schafherde wurde in Sicherheit gebracht, Schafhalter und Jäger wurden informiert.
Schöne Wanderwege vom Thanninger Weiher oder dem Mooshammer Weiher führen durch das sehenswerte Spatenbräufilz und Umgebung. Dass Sie bei einem Ausflug dem Wolf begegnen, ist unwahrscheinlich. Ein befreundeter Jäger informierte uns: “Neben Nutztieren sind freilaufenden Hunde Beutschema für den Wolf, da er sie als Eindringling im Revier sieht, und es ist auch noch die gleiche Gattung – Menschen sind selten gefährdet, nur in Not oder bei Verteidigung des eigenen Rudels.”
Mehr Information zum Spatenbräufilz finden Sie auf der Seite des LBV: Spatenbräufilz
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