Wandelwerke

Morgen, Donnerstag, den 4.4., ist Vernissage im Berger Marstall. Die Ausstellung “Wandelwerke” wird vom Kulturverein Berg und von den Ateliertagen Berg Icking präsentiert und ist vom 5.4 bis zum 7.4. jeweils von 11:00 bis 19:00 Uhr zu sehen.

Wir befragten Nikky Keilholz-Rühle, die neue Vorsitzende des Kulturvereins, zu dem Projekt, bei dem die Kunstwerke von Atelier zu Atelier weitergereicht und dabei neu bearbeitet und verändert wurden.

Nikky Keilholz-Rühle

QUH: Frau Keilholz-Rühle, gab es eigentlich schon öfter Kooperationen zwischen dem Kulturverein und den Künstlern der Ateliertage?
Nikky Keilholz-Rühle: 
Der Kulturverein verdankt seine Gründung vor 31 Jahren vor allem Künstlern und Künstlerinnen, die auch zur Gruppe der Ateliertage gehören. Ein so enges und intensives gemeinsames Projekt wie die WANDELWERKE ist mir aus letzter Zeit zwar nicht bekannt, aber die Kontakte bestehen kontinuierlich und sind gegenseitig  bereichernd.

QUH: Sie sind die neue Vorsitzende des Kulturvereins, und „Wandelwerke“ ist Ihr erstes größeres Projekt. Wie kam es dazu?
Nikky Keilholz-Rühle: 
Die Ateliertage zeigten bereits vor  zehn Jahren eine Ausstellung mit dem Titel  Wandelwerke. Die ursprüngliche Idee war eine “Ten Years After….” -Jubiläumsausstellung. Aus der neuen Idee, auch den Prozess der Entstehung der Kunstwerke explizit zu reflektieren und für das Publikum fruchtbar zu machen, entwickelte sich das Projekt WANDELWERKE.

QUH: Was haben wir uns unter „Wandelwerke“ vorzustellen? 
Nikky Keilholz-Rühle: 
Eine sehr kurzweilige und übers bloße Präsentieren von 34 Kunstwerken hinausgehende Ausstellung, bei der Eröffnung sogar mit einem musikalischen Wandelwerk des Mutabor#Quartetts. Es geht um die Rolle und die Selbstwahrnehmung, kurz das Ego des Künstlers im Entstehungsprozess eines Kunstwerks und die Wertschätzung der künstlerischen Tätigkeit, gleichzeitig aber auch um die Überlegung, warum der Betrachtende ein Kunstwerk  wertschätzt. Wandeln und Verwandeln auf unterschiedlichsten Ebenen: ein Experiment für Schöpfer und Betrachter.

QUH: Waren die Künstlerinnen und Künstler gleich dabei? Wie waren die Reaktionen?
Nikky Keilholz-Rühle: 
Der Start erfolgte gemeinsam vor einem Jahr, alle 18 Ateliertage-Mitglieder waren dabei. Je drei Künstler erstellten ein Kunstwerk, die Reihenfolge wurde per Los bestimmt. Nummer 1 gibt ein Bild, ein Fundstück o.ä. an Nummer 2, diese fügt hinzu, ändert, dekonstruiert und übergibt an Nummer drei. Regelmäßig wurde in großer Runde der aktuelle Stand präsentiert, kommentiert, diskutiert. Diesen Prozess begleitend entstanden Texte, Skizzen, Zeichnungen, welche Gefühle, Überlegungen, Zweifel und Erkenntnisse des einzelnen Künstlers spiegeln.

QUH: Sind die Handschriften der einzelnen Kunstschaffenden offensichtlich?
Nikky Keilholz-Rühle: 
Die tragende Idee des Projekts ist es, das Kunstwerk in den absoluten Mittelpunkt zu stellen und der Wertschätzung des Betrachters zu überlassen. Dazu gehört die Überwindung des Gewohnten, des Materials, der Formen, der Farben etc. beim gleichzeitigen Blick auf das Teammitglied. Und übrigens auch die Ausblendung von Marktmechanismen, sodass jedes Kunstwerk  diesmal den gleichen Kaufpreis hat. So bietet die Anordnung unseres Experiments “drei Schöpfer und ein Kunstwerk” vielfältige Ergebnisse von der Addition bis zur künstlerischen Verdichtung von Materialien, Formen und Bewegung, die es es zu entdecken gilt. Diese Dokumentationen gibt es beim Kauf eines Werkes als Beigabe.

QUH: Wird Ihre eigene Handschrift im Kulturverein sichtbar sein? Wollen Sie etwas verändern? Haben Sie Zukunftspläne?
Nikky Keilholz-Rühle: 
Zunächst will ich mich einfinden in die neue Aufgabe. Der Kulturverein ist ja eine seit langem bestehende Institution in Berg und meine Vorstandsmitglieder sehr erfahren, so dass ich mich freue, nicht unter Zeitdruck zu stehen. Die Philosophiereihe und möglichst ein jährliches Symposium zu aktuellen philosophischen Fragen und das Ferienangebot für Kinder wird es weiterhin geben. Projekte wie die Wandelwerke werden sich in dem fruchtbaren Gelände der Gemeinde Berg und ihrem Umfeld sicher immer wieder ergeben.
QUH: Vielen Dank für das Gespräch!

Die Ausstellungseröffnung ist Donnerstag, 4. April, um 19 Uhr.

 

 

 

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