malerisch! Villen und Künstler*innen am Starnberger See

Die Ausstellung “malerisch! Villen und Künstler*innen am Starnberger See”, die am Sonntag eröffnet wurde, bebildert im wahrsten Sinne des Wortes das vor kurzem erschienene Buch “Sehnsucht Starnberger See. Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt” von Katja Sebald.


Museumsleiter Benjamin Tillig und Katja Sebald vor Lovis Corinth “Frühstück in Max Halbes Garten” (Foto: Lena Choi)

Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Die Berger Kunsthistorikerin Katja Sebald staunte bei den Interviews zu ihrem Buch über die historischen Villen am See, was für Schätze dort noch vorhanden sind. Sie durfte sie von den Wänden abfotografieren, aber sie fand, auch die Öffentlichkeit sollte die Aura der Originalkunstwerke erfahren dürfen.

Das Ehepaar Knorr mit dem Opernfries von Moritz von Schwind

Benjamin Tillig, seit 2019 Leiter des Museums Starnberger See, war sofort dabei. Gemeinsam machte man sich ans Werk. 50 Bilder sind in der Ausstellung zu sehen, die mehr als nur eine Ausstellung zum Buch ist, so wie das Buch mehr als ein Katalog zur Ausstellung ist. Wahre Schätze befinden sich darunter – etwa Werke von Franz von Lenbach, Lovis Corinth, Moritz von Schwind und Gabriel von Max. Bei der Präsentation orientierte man sich am Salon des 19. Jahrhunderts: Man entschied sich für blaue Wandfarbe und die Petersburger Hängung.

Die Neuanschaffung

Die meisten Gemälde stammen aus Privatbesitz, zwei Werke sind Leihgaben des Lenbachhauses, ein Gemälde, “Im Park der Villa Knorr” von Wilhelm Trübner, konnte eigens angeschafft werden.

Villa Max in Ammerland von außen …

… und von innen

Auch eine “Geisterecke” gibt es: Das Porträt des “Geisterbarons” (Thomas Mann) Albert von Schrenck-Notzing, der sich mit Parapsychologie und Hypnose befasste. Die Schmisse in seinem Gesicht sind deutlich zu erkennen. Schrenck-Notzing veranstaltete Séancen, die nicht nur in der Villa Schrenck-Notzing in Ammerland, sondern auch in der Villa Max stattfanden.

“Leoni am See” von Johann Jakob Dorner d.J.

Die einzige Berger Villa in der Ausstellung befindet sich unmittelbar neben der sogenanten “Geisterecke” – durchaus berechtigt, denn die Villa Leoni existiert nicht mehr. Die Darstellung einer Fischerhütte, die Johann Jakob Dorner von der Terrasse der Villa aus malte, ist manchen Bergern vielleicht noch von einer Ausstellung in der Galerie Wimmer in Erinnerung.

Der Bassist Giuseppe Leoni baute die Villa im Jahr 1825 nach dem Tod seiner ersten Frau, einer wohlhabenden Tänzerin, und eröffnete mit seiner zweiten Gattin Rosina Restaurant mit Pension, wo er italienische Kost kredenzte und die Gäste nach zu viel Weingenuss gleich übernachten konnten. Von München aus dauerte die Fahrt mit der Kutsche etwa fünf Stunden.
Das Ehepaar Leoni nannte den Gasthof “Leonihausen”, und bald fuhr man “Zum Leoni”. Viel später wurde der Ort dann offiziell zu “Leoni”.

 

Die Ausstellung ist vom 19. September bis zum 6. März im Museum Starnberger See zu sehen.

Das Buch “Sehnsucht Starnberger See” von Katja Sebald ist im Allitera Verlag erschienen und kostet 29,90 €.

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