Hereininvestierte Nachricht: Icking mit oder ohne Finnen?

Die Welt der internationalen Hochfinanz ist nicht immer ganz leicht zu durchschauen. So meldet heute der “Münchner Merkur” in seiner Lokalausgabe: “Nach ersten Tests durch die Bayerische Erdwärme Oberland GmbH ist der finnische Investor und Mehrheitsaktinär Taaleri Invest aus dem Geothermieprojekt in Icking ausgestiegen.” – Befürworter der regenerativen Energien können sich allerdings beruhigen: Eine handelt sich bei der Meldung um eine klassische Zeitungsente. 

Keine Panik: Hier irrt die Zeitung

Auch in der Online-Ausgabe hält sich diese Falschmeldung bereits seit gut einem Tag: https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/icking-ort28838/icking-finnen-steigen-aus-geothermie-projekt-aus-9864154.html . Hereingefallen sind die Kollegen offenbar auf einen Bericht des digitalen Fachorgans “Thinkgeoenergy.com”, die in lokaler Unkenntnis das Ickinger Großprojekt mit dem schon seit längerer Zeit abgeschriebenen Weilheimer Vorhaben verwechselt hatten. Die Internetseite hat ihren Fehler inzwischen korrigiert.

Der finnische Großinvestor Taaleri Investments, ein Finanzdienstleister, der an der Börse gelistet ist und Vermögen im Wert von über 5 Milliarden Euro verwaltet, hatte erst im Herbst die Mehrheitsrechte an dem Ickinger Projekt übernommen.

Seit Januar laufen die Bauarbeiten für den Bohrplatz südöstlich von Höhenrain.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf ca. 160 Millionen Euro. Es soll fünf Bohrrungen geben. Das entstehende Kraftwerk, das bereits 2021 ans Netz gehen soll, könnte – insofern man bei der Suche nach heißem Wasser fündig wird – mit einer Leistung von 30 Megawatt das größte in Bayern werden. Taaleri stellt das Eigenkapital bereit und ist Mehrheitseigner. Erst im März hatte Taaleri eine 86,42%ige Mehrheit an der Erdwärme Oberland übernommen, die das Projekt durchführt (vgl. die offizielle Pressemeldung des Unternehmens: https://globenewswire.com/news-release/2018/05/09/1499224/0/en/Taaleri-records-a-loss-of-about-EUR-2-5-million-from-a-German-geothermal-project.html ).

And er Baustelle in Attenhausen/Icking gehen die Arbeiten inzwischen munter weiter.

Der aktuelle Zustand der Baustelle in Attenhausen

Auseinandersetzungen hatte es in Berg, insbesondere in Höhenrain, um die Zufahrt zur Baustelle in Attenhausen gegeben. Man rechnet während des Baues täglich mit 5 – 15, stellenweise aber mit 60 Lastwagen pro Tag. Es gibt die Möglichkeit, die Lkws über die Raststätte Höhenrain zufahren zu lassen. Die Autobahndirektion Südbayern genehmigt dies im Moment allerdings nur für Laster über 11 Tonnen aus der Richtung von Garmisch. Jeder 10-Tonner und jeder Laster, der aus der Richtung München anfährt, müßte durch Höhenrain fahren. Eine total unsinnige Belastung für Menschen und Straßen.

Streitpunkt: die Zufahrt zur Baustelle

Die QUH hat seit Anbeginn ihres Bestehens – zuerst vor über 10 Jahren – sich für deine Nutzung der Geothermie ausgesprochen und Informationsveranstaltungen durchgeführt: https://quh-berg.de/energiekonzept-der-quh-4671911/ .

Kommentieren (2)

  1. Gast
    14. Mai 2018 um 18:08

    Rastätte Höhenrain nicht Münsing.
    Zum Thema lokale Unkenntnis.

    • quh
      15. Mai 2018 um 12:01

      Danke für den Hinweis, geändert.

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