Der 2. Teil der 2. Gemeinderatssitzung

“Nolens volens” – wie der Kempfenhauser Klinikgast Franz Josef Strauß gesagt hätte – stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für die Umwandlung “seines” Krankenhauses in “dringend benötigten Wohnraum”. Auch sonst gab es in der Sitzung fast nur Bauanträge. Der Gemeinderat verhielt sich nicht immer so großzügig wie im Fall der Luxusimmobilie, aber fast immer weise. Einmal ließ er sogar die Muskeln spielen.

  • Vom Umfang her eines der größten Bebauungsplankonzepte ist der “Aufkirchner Osthang” (siehe nebenstehende Abbildung). Zwischen Staatsstraße und Zugspitzstraße, in der Wetterstein- und der Karwendelstraße, soll – nachdem hier mehrere unverhältnismäßig große Bauanfragen auftauchten – das Baurecht vereinheitlicht werden. Nachgedacht wird über eine Beschränkung der Wohneinheiten pro Grundstück. Es sollen – vereinfacht gesagt – nur Einzel- und Doppelhäuser möglich sein: Einstimmig!
  • Abgelehnt wurde hingegen eine Reithalle auf dem Hügel hinter Farchach, weil für das Gebäude noch keine Privilegierung vorliegt (die allerdings kein Problem sein dürfte): Eine Verwaltungsmerkwürdigkeit!
  • Abgelehnt wurde auch ein Doppelhaus in Höhenrain, das zwar im Vorbescheid bereits genehmigt worden war, dessen Wandhöhe allerdings durch eine ausgiebige Gaube inzwischen etwa 1,70 m zu hoch geraten war. Selber schuld!
  • Abgelehnt wurde auch die Vergrößerung einer Scheune, die ein notorischer Baumeister von der Maxhöhe beantragt hatte … die Scheune hatte in dieser Größe schon einmal bestanden, musste aber teilweise auf Geheiß des Landratsamtes abgerissen werden. Auf was für Anträge die Leute alles kommen!
  • Nach einer hitzigen Diskussion wurde dann noch ein Antrag auf drei Doppelhäuser an der Seeshaupter Straße in Berg abgeleht. Hier hatte die Gemeinde im Vorbescheid einen Vierspänner genehmigt und die gleiche, weitergehende Bebauung schon einmal abgelehnt. Bis auf zwei neue Parkplätze glich der neue Antrag dem bereits abgelehnten. Die Verwaltung hätte das Vorhaben toleriert. Die Mehrzahl der Räte fühlte sich etwas verar…t, den gleichen Plan zweimal vorgelegt zu bekommen: Abgelehnt mit 2:14!

Nur in der anfänglichen Fragestunde ging es um Nicht-Bausachen: GR Kalinke (QUH) regte an, die Busse 2x am Tag auch in Biberkor halten zu lassen, um den übermäßigen Busverkehr dort etwas einzudämmen. Er stieß damit auf offene Ohren. Auch die Verwaltung hatte dieses vernünftige Projekt bereits angeregt.

Das Geothermieprojekt in Icking nimmt Gestalt an. Dort wird bald Baubeginn sein. Der Baustellenverkehr darf direkt von der Autobahn zur Baustelle fahren. Allerdings nur der Verkehr über 40 Tonnen. Das erbost zu Recht den Bürgermeister, der schon die 39-Tonner durch Höhenrain rollen sieht. Er hat “mit aller Vehemenz” gegen die Beschränkung Protest eingelegt und sich damit sogar schon an die Staatsregierung gewandt.

Fast zum Maskottchen des Berger Gemeinderates wird die Anfrage von Frau Sokolowski (FDP), die ihr politisches Gewicht ganz dem Kampf gegen die Müllcontainer der “Post” an der Aufkirchner Friedhofsmauer widmet. Hier wurde wieder einmal bis Ende des (vergangenen) Monats Besserung versprochen. Sichtlich ist an diesem Schandfleck der Gemeinde immer noch nichts geschehen.

 

Kommentieren (3)

  1. Gast
    2. Februar 2018 um 4:51

    Erstaunlich das wir den Schwehrverkehr der Windräder durch Wangen und Neufahrn geschickt haben. Selbst dies aber nicht wollen! Steht doch bei beiden Anlagen die regenerative Energiegewinnug im Vordergrund!
    Irgendwie unglaubwürdig was hier geschieht!

  2. gast
    2. Februar 2018 um 7:17

    … und natürlich wettert der BM mit aller Vehemenz – sogar bis zur Staatsregierung, da schau her.
    Wo steht sein Haus?

  3. Gast
    2. Februar 2018 um 13:00

    Diese (und vielleicht viele andere) Gemeinderatssitzungen sind schon ein bisschen Kasperl-Theater – oder?

    Da werden die dicken Fische durchgewunken und die kleinen Fische gepackt und freudig gebraten. Eine Gaubenhöhe von 1,70 Meter, geradezu abenteuerlich, da muss man doch gleich den ganzen Bauantrag kassieren. Oder diese ewige Verdichtung, in anderen Gemeinden als Ziel deklariert, hier natürlich absolut nicht hinnehmbar. Und dann noch eine Reithalle, unmöglich!

    Wieso kann man eigentlich nicht die Leute auf ihrem Grundstück bauen lassen, wie sie wollen? Wen stört das wirklich, solange gesetzliche Vorgaben eingehalten werden?

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