Aschermittwoch, politisch, weiblich

Am Aschermittwoch isst man Fisch, und wenn man Politiker ist, hält man Reden. Die CSU wird das heute so machen; sie wird sich in Passau feiern und die Gegner nicht gut aussehen lassen … aber: Auf den Bühne werden nur Männer gestanden haben. Auch in Berg sah es lange so aus … bis die QUH (die Partei mit dem weiblichen Wappentier) eine Liste mit gleich vielen Männern und Frauen aufstellte und auch mit zwei Frauen und zwei Männern in den Gemeinderat einzog.

Zum Vergleich: Die CSU sitzt mit fünf Männern im Gemeinderat; die EUW mit vieren, die BG mit zweien. Es mag ein Zufall sein, aber genau diese drei Fraktionen setzen alles daran, im nächsten Jahr wieder einen Mann (und noch dazu einen, der sich in der Politik bisher sehr zurückgehalten hat) als Bürgermeister zu etablieren.

Dass es auch anders geht, beweist die Wählerschaft der QUH, die mit Elke Link schon immer eine Frau als Spitzenkandidatin hat und nun auch von ihr geführt wird. In vielen Gemeinden des Landkreises regieren inzwischen Frauen. Manche erfolgreich, manche etwas glücklos (wie in Starnberg). Die Grünen werden für die nächste Landratswahl womöglich mit einer kompetenten Kandidatin gegen die allmächtige CSU antreten (die natürlich einen Mann nominieren wird). Im Berger Gemeinderat sind außer der QUH mit zwei Gemeinderätinnen noch die FDP und die Grünen (beide mit je einem Sitz) und die SPD (mit einem von drei Sitzen) weiblich besetzt.

Nun ist das Geschlecht zwar ein Merkmal, aber per se noch kein Kriterium. Wenn es darum geht, wer sich in der Gemeinde auskennt, dürften es eher die Frauen sein, von denen viele mehr Zeit in der Gemeinde verbringen als die Männer. Sie sind besser untereinander vernetzt und meist eher auf Ausgleich bedacht. Und sie sind praktisch orientiert: Während die QUH seit Anbeginn auf die digitalen Medien gesetzt hat (siehe das von einer Frau ins Leben gerufene QUH-Blog), höhnten andere noch, dass sich so etwas nie durchsetzen werde. Aber: Die Digitalisierung ist – neben der Ökologie – vielleicht die größte Herausforderung der nahen Zukunft.

Frage zum Aschermittwoch: Was macht eigentlich die Renke im Logo der QUH?

Alle anderen Parteien – außer der CSU – lassen auf ihren Aschermittwochsreden übrigens Frauen als Hauptrednerinnen auftreten. Bei SPD und Grünen werden sogar ausschließlich Frauen sprechen. Und am Freitag ist Weltfrauentag.

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