Als Flüchtling im Feriencamp

Die Zeltstadt am Kirchengrundstück (das das Landratsamt von der Kirche gepachtet hat) wird – wie gemeldet – voraussichtlich erst in der übernächsten Woche, ab 28.9., bezogen. Schon jetzt sind aber in Berg erste Flüchtlinge angekommen: Gestern waren es fünf unbegleitete Jugendliche. Sie haben im Wagendorf bei WDL Unterschlupf gefunden. WDL hat dankenswerterweise seine Bauwagen am See für jugendliche Flüchtlinge als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Sozialpädagogen vom BRK, das die Trägerschaft übernommen hat, betreuen dort rund um die Uhr Minderjährige, die – aus welchen Gründen auch immer – ohne jegliche Begleitung in Deutschland angekommen sind.


Wo bin ich? – WDL hat minderjährige Flüchtlinge aufgenommen

Für bis zu 32 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werde hier Platz geschaffen, erläutert WDL-Chef Seeba. Bis an Ostern die Jugendfreizeiten wieder beginnen, könnten sie hier bleiben. Drei Betreuer vom BRK und ein Psychotherapeut kümmern sich wie gesagt um die Jugendlichen, WDL sorgt für Unterkunft und Verpflegung. Eigentlich ein optimaler Betreuungszustand, trotzdem: “So idyllisch es hier ist – die Abgeschiedenheit hier im Wald könnte allerdings im Winter ein Problem werden”, gibt der Psychotherapeut zu bedenken.

Die erste Frage der Jugendlichen war denn auch, wo man hier zur Schule gehen könne. Nicht nur das ist bislang noch ungeklärt – Räume für den Unterricht hat aber freundlicherweise die vhs bereits zur Verfügung gestellt.

Kontakt zur Fußballjugend des MTV ist bereits geknüpft – hat vielleicht jemand noch Torwarthandschuhe oder alte Skihandschuhe übrig? Zwei Paar wären sehr willkommen. Einfach eine kurze Mail schicken.

Kommentieren (5)

  1. QUH-Gast
    18. September 2015 um 22:30

    Super idyllisch Das sieht ja super-idyllisch aus und es freut mich, dass WDL hier den jungen Menschen hilft. Aber gibt es in unserer reichen Gemeinde keine sichereren, winterfesteren, beschützenderen Unterkünfte?

    Ich erwarte als Bürger der Gemeinde Berg, dass meine Gemeindeverwaltung sich pro-aktiver einsetzt, auch über den Rahmen der gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. Desgleichen erwarte (oder jedenfalls erhoffe) ich mir von meinen Gemeinderäten.

  2. Theresa1965
    19. September 2015 um 12:21

    Aus eigener beruflicher Erfahrung mit minderjährigen Flüchtlingen stellen sich mir einige Fragen:
    Wie sieht es im Wald mit Internetzugang aus, damit die jungen Menschen mit ihrer Familie in der Heimat, sowie mit Freunden hier in der Umgebung kommunizieren können?
    Ist denn keine Security eingeplant, da in allen münchner Unterkünften für umF und in Münsing rund um die Uhr zusätzlich zu Sozialpädagogen Security vor Ort ist. Auch in der Gemeinschaftsunterkunft in Berg wird Security vor Ort sein.
    Wie können denn die jungen Menschen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche von drei Sozialpädagogen und einem Therapeuten betreut werden?
    Wie sieht die Freizeitbeschäftigung aus, besonderes an regnerischen kühlen Tagen?
    Wunderbare Lage am Starnberger See, aber wie sieht es denn mit der Sicherheit aus, da die wenigsten jungen Flüchtlinge in ihrem Heimatland das Schwimmen gelernt haben?
    Die Lage im Wald finde ich sehr bedenklich, da mit Dunkelheit und Wäldern junge Flüchtlinge oft schlimme Erlebnisse aus ihrer Flucht verbinden. Ich hoffe die jungen Menschen haben dort trotz allem eine gute Zeit.

    • quh
      19. September 2015 um 14:00

      Liebe Theresa … einige deiner Fragen waren auch unsere:
      – mit Internet sieht es schwierig aus, da hat selbst WDL nicht so recht eine Verbindung; das Problem ist bekannt, aber noch nicht gelöst.
      – natürlich ist eine Security vor Ort.
      – die vier DRK-Verantwortlichen wechseln sich tagsüber in 8-Stunden-Schichten ab; in der Nacht ist die Security vor Ort. Drei Sozialarbeiter für 14 Wochenschichten plus der Psychologe, das dürfte sich ausgehen und ist – verglichen mit anderen Einrichtungen – erst einmal ein guter Betreuungsschlüssel.
      – WDL will Schwimmkurse veranstalten.
      – am Montag findet die ersten Kontaktaufnahme mit dem lokalen Helferkreis statt, dann wird man überlegen, wie die Bevölkerung hier am besten zur Hilfe gebeten werden kann.
      – den letzten Punkt hat der Psychologe selbst sofort angesprochen …

  3. Esso Berg
    19. September 2015 um 18:44

    Esso Berg Servus beinand,
    die Esso Berg feiert 60jähriges Jubiläum, in diesem Zusammenhang hat uns der Mutterkonzern Esso Deutschland /ROC Deutschland einiges an Geschenken und anderem zur Verfügung gestellt.
    Das Team Esso Berg hat nun beschlossen ein paar Dinge davon zu spenden.
    Teilweise als Sachspende. Es ist jedoch auch möglich eine Geldspende zu machen die wir dann in weitere brauchbare und sinnvolle Dinge investieren wollen.
    Das Team Esso Berg möchte sich jedoch nicht nur einem Bereich der Hilfe widmen und wird auch weitere Projekte starten.
    Infos für interessierte Mitbürger erhalten sie gerne in ihrer Esso Berg.
    Wir freuen uns auf rege Beteiligung.
    Ansprechpartner ist Geschäftsführer Armin Wiesinger.

    • quh
      19. September 2015 um 19:22

      Klasse! Vielen Dank für diese Mitteilung – wir melden uns – gibt es eine Telefonnummer? Bitte per Mail schicken!