5.6.: Seethermie

Am 5. Juni findet eine gemeinsame Veranstaltung der vhs München in Haus Buchenried, der Gemeinde Berg und der Bürgerbeteiligung Berg (AG Wärme) statt, für die Sie sich bereits jetzt anmelden können. Thema: Seethermie. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erwünscht.

Wärme aus dem See? (Foto: Peter von Felbert)

 

Seethermie – die Wärmeversorgung der Zukunft am Starnberger See?

Wärmepumpen beziehen Umweltwärme meist aus der Luft – doch ein Kubikmeter Wasser enthält gut tausendmal mehr Wärmeenergie! Wasser ist das ideale Medium für Wärmepumpen, sofern es verfügbar ist. Immerhin ist der Starnberger See der wasserreichste Deutschlands – ein fast unerschöpfliches Wärmereservoir.

Welche Konzepte braucht es für Seethermie? Schadet sie der Gewässerökologie? Die Veranstaltung stellt Seethermie als alternative Möglichkeit der Wärmeversorgung vor und es ist ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion vorgesehen.

Der Referent ist Marco Lorenz von der Initiative “Tutzing klimaneutral 2035”.

Hier können Sie sich anmelden: https://www.mvhs.de/kurse/haus-buchenried-460-C-S840010

Gemeinderat und -archivar Heinz Rothenfußer schreibt dazu:

Das zunächst futuristisch anmutende Thema könnte eine große Weichenstellung bedeuten und bedarf eines langen Atems und beharrlicher Anstrengung. In der Größenordnung könnte die Seewärme den berühmten Berger Windrädern gleichkommen.

Warum Seewärme?
Wasser ist unter den frei zugänglichen Stoffen derjenige mit der höchsten Wärmekapazität. In einem Kubikmeter Wasser ist etwa fünfmal so viel Wärmeenergie enthalten wie in einem Kubikmeter trockenen Erdreichs und etwa tausendmal so viel wie in einem Kubikmeter trockener Luft.

Der Starnberger See mit einem Volumen von 3 Millionen Kubikmeter Wasser (1,5-mal der Chiemsee!)
ist also ein exzellenter Wärmespeicher.

Diese Wärme ist ohne Bohrungen leicht erreichbar und ziemlich bequem transportierbar. Aus technischer Sicht wäre eine Seewasser-Wärmepumpe eine Delikatesse.

Und warum gerade bei uns?
Unser See hat sich in den letzten 40 Jahren um 2°C erwärmt, was Fischen und Pflanzen nicht gut tut.
Eine Abkühlung würde der Klimakrise entgegenwirken.

Würde man den gesamten Wärmebedarf der Gemeinde Berg ausschließlich aus Seewärme decken, führte das in einem Jahr zu einer Abkühlung um
0,043 °C, in 40 Jahren also zu einer Temperatursenkung von 1,7°C.

Natürlich eignen sich weit vom See abgelegene Ortsteile weniger für eine Versorgung aus dieser Wärmequelle – Unterallmannshausen, Leoni, Unterberg und Kempfenhausen könnten aber recht einfach erschlossen werden, zumal der See in diesem Bereich sehr schnell große Tiefe erreicht. Außerdem gibt es hier bereits einige Großabnehmer, die ihr Interesse signalisiert haben. Es besteht also Hoffnung, unsere CO2-Bilanz auf diesem Weg um z.B. 10% zu verbessern.

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