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Ökumenischer Neujahrsempfang


Heinrich Haasis

Es solle bitte keiner “ehrenkäsig” werden, der nicht ausdrücklich namentlich genannt werde, bat der evangelische Pfarrer Johannes Habdank bei seiner Begrüßung vor einem gut gefüllten Katharina-von-Bora-Haus. Viele Ehrenamtliche sowie Vertreter von Vereinen und Lokalpolitik waren der Einladung zum Ökumenischen Neujahrsempfang gefolgt. Der katholische Pfarrer Piotr Wandachowicz sprach das Grußwort.

Festredner des Abends war Heinrich Haasis, Präsident des 1924 gegründeten Weltverbands der Sparkassen. Sein Thema: “Finanzmärkte – mit Moral und Verantwortung?” Das auf der Rückseite des Programms gedruckte Verzeichnis einer Auswahl seiner beruflichen Stationen, Ehrenämter, Funktionen und Auszeichnungen war mindestens so lang wie die Begrüßungs- und Dankesliste von Pfarrer Habdank, die sich Pfarrer Wandachwicz gleich für das nächste Jahr ausborgen wollte.

Heinrich Haasis gab einen Abriss über die Veränderung des Finanzmarkts in den letzten Jahrzehnten, den Wertewandel, die Abkehr vom Berufsethos des ehrbaren Kaufmanns, die Liberalisierung. Wie konnte es dazu kommen?

Ende der Achtzigerjahre habe sich das Denken verändert. Die globale Beschleunigung habe zum Nachteil der produzierenden Industrie vor allem die Finanzindustrie geändert. Neue Produkte seien entstanden – Angebote, bei denen der Kunde nicht gewinnen konnte. “2006 hätte ich gesagt, so etwas gibt es nicht – aber es gab sie doch.” Man habe kurzfristige Gewinne verwechselt mit Werthaltigkeit. Es sei zu klaren betrügerischen Handlungen gekommen – Kurs- und Zinsmanipulationen, das Jonglieren mit Rohstoffen. Das Fehlverhalten von vielen Investmentbanken sei messbar an den Strafzahlungen – allein in Amerika wurden Strafen in Höhe von 100 Milliarden Dollar fällig.

Die Entwicklung der Informationstechnologie trug das Ihrige dazu bei: Hochgeschwindigkeitsrechner in den Banken eröffneten völlig neue Dimensionen. Das Europäische Parlament gab eine – viel diskutierte – Mindesthaltedauer von 500 Millisekunden für Börsenprodukte vor.

Auch sprachliche Veränderungen blieben von Haasis nicht unerwähnt. Englische Begriffe leisteten der Verharmlosung bestimmter Geschäftsmodelle Vorschub. In einen Hedge-Fonds investiere man eher als in riskante Anlagespekulationen, einem Global Player vertraue man mehr als einem weltweiten Spieler.

Das Geld sei selbst zur Ware geworden statt nur Mittel zum Zweck. Politik und Wirtschaft müsse klar sein, dass Freiheit ohne Maß stets in den Ruin führe. Das Handeln dürfe nicht nur legal, es müsse auch legitim sein. Unternehmen müssten zwar Gewinne machen, jedoch gehe es nicht um die maximale Gewinnerzielung. Von Führungskräften verlangte Haasis eine wertorientierte Unternehmenspolitik. Die Wirtschaft müsse einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen ihr Leben besser gestalten können. In Luthers Kleinem Katechismus sei das siebte Gebot folgendermaßen erklärt: “Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.” Genau das sei die Aufgabe der Wirtschaft in der modernen Zeit: Gut und Nahrung bessern und behüten.

Nach dem lange anhaltenden Applaus stand Heinrich Haases noch für Fragen über Draghi, die EZB, Staatsanleihen, die Schweiz, Griechenland und den Immobilienmarkt zur Verfügung. Die Frage, wie man derzeit noch Geld anlegen könne, wurde beim anschließenden Umtrunk diskutiert: zum Beispiel mit einer Investition in die Berger Bürgerwindräder …

Für die musikalische Umrahmung – samt Alphörnern – sorgten die Blechbläser des Gymnasiums Kempfenhausen unter der Leitung von Steffen Lüdecke.