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Hinter Schloss und Riegel – Schutz vor Einbrüchen

Derzeit häufen sich wieder die Meldungen über Einbrüche. In Wohnungen, Doppelhaushälften, Läden, Häusern wird Beute gemacht. “Am Starnberger See scheint eine Einbrecherbande ihr Unwesen zu treiben”, stand in der Presse zu lesen. Zuletzt gab es Anfang November drei Fälle in Berg und Percha. Eine Betroffene schrieb uns: “Bei uns wurde eingebrochen. Wir wollten diese Gelegenheit nutzen und gerne die Bevölkerung aufmerksam machen, dass es jeden treffen kann und dass alle auf der Hut sein sollen, speziell zu dieser Jahreszeit.”
Wie kann man sich schützen? Wir fragten Bernd Matuschek, den Leiter der Polizeiinspektion Starnberg.

Wie kann man sich schützen?

QUH: Herr Matuschek, sind die Einbruchszahlen dieses Jahr gestiegen?
Bernd Matuschek: Aktuell haben sich in kurzer Zeit mehrere Einbrüche in Berg ereignet. Grob gesagt liegt die Zahl aber auf dem Vorjahresniveau (da waren 6 Einbrüche in Berg statistisch erfasst).

QUH: Welche Tageszeit ist bei Einbrechern besonders “beliebt”? Gibt es die klassischen “Dämmerungseinbrüche”?
Bernd Matuschek: Die Tageszeit bei diesen Einbrüchen ist schwer einzugrenzen, aber da wir ja die dunkle Jahreszeit haben, fällt ein unbeleuchtetes Anwesen jetzt eher auf als im Sommer. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Täter bereits am frühen Abend ihre Objekte auskundschaften. Hier kann man sich schon mit einer simplen Zeitschaltuhr helfen. Besser geht es natürlich über Smart-Home-Systeme, bei denen man z. B. die Beleuchtung über eine App einschalten kann.

QUH: Sollte man in eine Alarmanlage investieren?
Bernd Matuschek: Eine Alarmanlage ist auf alle Fälle sinnvoll, jedoch sollte sie von einem Profi installiert und gewartet werden.

QUH: Wie finde ich solche Fachfirmen oder Beratung zum Schutz vor Einbruch?
Bernd Matuschek: Eine Liste mit Fachfirmen die hier helfen können, wird beim Bayerischen Landeskriminalamt unter dem nachfolgenden Link bereitgestellt: https://www.polizei.bayern.de/schuetzen-und-vorbeugen/beratung/technische-beratung/005044/index.html#auto-toc_0_0_100_14

Gute Informationen findet man auch auf den Internetseiten www.k-einbruch.de und www.polizei-beratung.de

Bei der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck gibt es Fachberater, die auch in Haus kommen, oder per Mail erreichbar sind und weiter informieren.
(Anm. d. Red.: Das ist die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizei Fürstenfeldbruck, die auch für den Landkreis Starnberg zuständig ist. Interessierte werden kostenlos beraten. Näheres lesen Sie hier: Kriminalpolizeiliche Beratung FFB)

 

QUH: Haben Sie noch konkrete Tipps für den Alltag?
Bernd Matuschek: Die Tipps der Polizei lauten:

  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen.
  • Nutzen Sie auf Klingeln an der Türe den Türspion und den Sperrbügel.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf den Nachbargrundstücken – und sprechen sie diese an.
  • Betreuen Sie Nachbarwohnungen, wenn diese länger abwesend sind – erwecken Sie den Eindruck einer bewohnten Wohnung.
  • Verschließen Sie die Fenster und Türen, auch bei kurzer Abwesenheit.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.
  • Wenn Sie das Haus verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer ab.
  • Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen.
  • Rollläden sollten zur Nachtzeit geschlossen sein; tagsüber sollten sie keinesfalls geschlossen sein.
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster – also bei Abwesenheit immer geschlossen halten.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr oder Verdachtsfällen sofort die Polizei über Notruf 110 (nicht zuerst den Ehepartner, Nachbarn etc.). Der Notruf ist von jedem Münz- oder Kartentelefon ohne Telefonkarte möglich; beim Handy auch ohne Karte. Jeder Hinweis kann wertvoll sein.

QUH: Vielen Dank, Herr Matuschek!