“Er hat zu viel gekonnt!” – Karl Valentin im Fernsehen

Der größte bayerische Komiker? … keine Frage: Karl Valentin. – Aber vielleicht ist das auch ein großes Missverständnis? War Valentin wirklich lustig? Oder war er eigentlich ein zu Lebzeiten verkannter großer Künstler? – Nach seinem Film über Oskar Maria Graf hat QUH-Gemeinderat Andreas Ammer jetzt einen Film über den bayerischen Nationalhelden Karl Valentin gedreht. Heute, Dienstag-Abend (22 Uhr 30) kommt er im BR Fernsehen. Sein Titel: “WRTLBRMPFT! – Karl Valentin, der Unverstandene“.

So sah er sich selbst: Film-Probeaufnahmen, die Karl Valentin von sich gedreht hat.

Man erfährt einiges Neues oder wenig Bekanntes über Karl Valentin. Zum Beispiel dass er – lange vor Charlie Chaplin – sich als einer der Ersten in Deutschland eine Kamera gekauft hat, um Filme zu machen. “Er war ein Vertreter der Pop-Kultur“, kommentiert das die Valentin-Biographin Monika Dimpfl. Oder dass er zusammen mit Bert Brecht, der ihn bewunderte, einen absurden Film (“Mysterien eines Frisiersalons”) gedreht hat, der kaum eine Komödie, sondern eigentlich ein surrealistisches Meisterwerk ist (wie es in Deutschland sonst keines gab) … oder dass Valentin bis heute im Ausland mehr gespielt wird als in seiner Heimat, die er nie – selbst als Hollywood angefragt hat – groß verlassen hat.

In dem Film kommt die erste Riege der bayrischen Kabarettisten zu Wort: von Luise Kinseher und Willy Astor, über Senta Berger und Helmut Schleich bis hin zu Christian Springer, der auf die Frage, wieso Valentin nur als Volkssänger und nicht als Künstler bekannt ist, antwortet “Er hat einfach zu viel gekonnt!”

“Er hat einfach zu viel gekonnt!” . Christian Springer über Karl Valentin

Der Film ist jetzt bereits (und noch einige Zeit) in der BR-Mediathek zu sehen (https://www.br.de/mediathek/video/dokumentation-karl-valentin-der-unverstandene) und Andreas Ammer wäre nicht der QUH- und Quer-Geist, als der er bekannt ist, wenn in seinem Film nicht die eine oder andere Überraschung versteckt wäre. So erklingt zu den Valentin-Filmausschnitten keine Kintopp-Musik, sondern David Bowie und zwei Schauspielschüler plagen sich damit ab, Valentin auf Hochdeutsch zu spielen.

Karl Valentin in seinem ersten selbstgedrehten Film “Valentins Hochzeit” (1912)

Obwohl es ein Film ist, der einen neuen Blick auf Valentin werfen will, hat das Valentin-Karstadt-Musäum seine Begeisterung schon kundgetan und empfiehlt das Werk mit dem “Prädikat: höchst sehenswert“. (Bilder aus “WRTLBRMPFT – Karl Valentin, der Unverstandene” / BR-Fernsehen, 29.1.2019 / 22 Uhr 30)

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