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Der QUH-Adventskalender: das 21. Schildchen

Jetzt, liebe Berger, heißt es stark sein: wird doch in der Gemeinde dem Namen eines der größten deutschen Kolonialverbrecher gehuldigt. Ortstermin in Kempfenhausen.

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STOP dem Lüderitzweg in Kempfenhausen

Es ist dem Ortsteil Kempfenhausen hoch anzurechnen, dass in ihm Straßen nicht nur wohlfeil nach Blumen (Anemone, Arnika), Bergen (Zugspitze, Heimgarten) oder Bäumen (Föhren, Eichen, Birken usw.) benannt werden. Hier hat man sich dem historischen Erbe gestellt … und am Lüderitzweg irgendwann einen gravierenden Fehler gemacht, der baldmöglichst behoben gehört. Zwar dürfte der Lüderitzweg nicht nach dem “Kolonialpionier”, sprich Kolonialverbrecher Adolf Lüderitz benannt sein, doch allein durch den fehlenden Vornamen huldigt man dem deutschen Afrika-Kolonialismus, der im Völkermord an den Hereros endete.

Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hatte 1883 der afrikanischen Urbevölkerung, den Nama, im späteren Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, für 100 Pfund und ein paar Gewehre eine ganze Bucht (die spätere Lüderitzbucht) und danach weitere 20 Meilen bis ins Inland abgekauft und nach dem Kauf behauptet, er habe das Land vom Nama-Kaptein Josef Fredericks nicht nach englischen Meilen (1,6 km), sondern nach deutschen (7,5 km) bemessen („Lassen Sie Joseph Fredericks aber vorläufig in dem Glauben, daß es 20 englische Meilen sind.“). Der  Bevölkerung blieb fast nichts. Der Handel, aus dem sich die einzige, unselige deutsche Kolonie in Namibia entwickelte, ging als “Meilenschwindel” in die Weltgeschichte ein. Zum Schutz des Gebietes wurden Kriegsschiffe entsandt.

Adolfs Sohn, Carl Lüderitz Konsul in Amerika, erwarb 1921 – sicher nicht ohne das Geld aus der väterlichen Kolonie – die Villa “Alte Eichen” in Kempfenhausen, die dann Lüderitzvilla genannt wurde und 1938 obendrein an die Reichsärztekammer der Nazis verkauft wurde. Da hatten die deutschen Kolonialherren schon längst den ersten Völkermord an den Hereros und den Nama in Namibia verübt, wo bei der Niederschlagung von  Aufständen (ab 1904) fast 100.000 Ureinwohner starben. Auf der historischen Tafel, die die Gemeinde am Lüderitzweg aufgestellt hat, findet sich kein Hinweis auf diese Verbrechen und vor allem kein Bild vom Berger Konsul Carl Lüderitz, sondern von dessen Vater Adolf:

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Berg zeigt seltsamerweise den Kolonialverbrecher Adolf Lüderitz auf dem “Historischen Spaziergang” durch Kempfenhausen (Ausschnitt)

In Deutschland wurden – vor allem im 3. Reich –  zahlreiche Straßen nach Lüderitz benannt. In Berlin diskutiert man seit Jahren darum, die Lüderitzstraße umzubenennen: In Bad Hersfeld und Köln ist dies längst geschehen. Seit 2012 ist die sogenannte “Lüderitzvilla” nicht mehr denkmalgeschützt.

Um zu erfahren, wer sich hinter dem 21. Schildchen verbirgt, klicken Sie auf das Bild oder hier.