Das Schlachtfeld von Berg

In fast einem Jahr hat es das Starnberger Landratsamt geschafft, das Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft am Kreisel / Huberfeld von Zelten, Gebäuden, Containern frei zu räumen. Jetzt sieht es dort so aus, wie man es sich in den Ländern vorstellt, aus denen die Asylanten geflüchtet sind … mit dem kleinen Unterschied, das hier kein Bürgerkrieg, sondern ein Landratsamt am Werk war.

Ein Schlachtfeld mit freiem WLAN-Zugang

Wenn es nicht etwas arg zynisch wäre, könnte man vermuten, das Landratsamt unternehme wirklich alles, um es den Geflüchteten in Berg so heimisch wie möglich machen. Ein Schandfleck sondergleichen ist entstanden, gegen den niemand entschieden genug vorgeht. Der Gemeinde Berg sind obendrein die Hände gebunden, weil das Landratsamt der Pächter des Grundstückes ist.

Einen großen, digitalen Standortvorteil hat das Gelände, das auch als Standort für ein neues Rathaus im Gespräch ist, dennoch: Im Gegensatz zur Containeranlage, wo sich die Anwohner bisher nicht ganz so freundlich zeigen wie am Huberfeld, gibt es hier auf dem Gebiet, das wie nach einem Bombeneinschlag aussieht, ein für jeden offenes WLAN-Netz, das von unseren ausländischen Gästen auch weiterhin gern und oft genutzt wird.

Schon aus diesem Grund hatte QUH-Gemeinderätin Elli Grundmann vorgeschlagen, auf dem Areal zumindest einige Bänke aufzustellen, damit nicht immer alle beim Surfen im Internet auf den Ruinen sitzen müssen. – Leider hat den Vorschlag bislang niemand ernst genommen.

Der Asylhelferkreis bemüht sich in Zusammenarbeit mit der Gemeinde weiterhin für WLAN-Anbindung im Containerdorf. Derzeit wird unter anderem über eine Richtfunkanlage auf dem Vereinsheim in Aufkirchen nachgedacht.

Einsamer Surfer auf öffentlichem Schlachtfeld

Kommentieren (2)

  1. Klaener
    6. Oktober 2017 um 9:09

    750.000 investiert, 9 Monate gewohnt, 12 Monate Restmüll – das ist alles andere als professionell.

    Trotzdem ein paar Fragen:
    – Wieso sind der Gemeinde “die Hände gebunden”? Die Gemeinde ist wohl nicht verantwortlich, könnte aber doch was machen. Oder ist das verboten?
    – Woran scheitert immer noch die Internet-Versorgung bei den Containern?
    – Ist diese Richtfunkanlage technisch und rechtlich möglich, was kostet die Installation und der Betrieb? Will sich die Gemeinde engagieren?

    PS: übrigens haben wir damals an der Bank mit Blick auf die Zeltstadt einen Hotspot Aufkleber angebracht, der war damals nur als Scherz gedacht, aber Provisorien leben länger.

  2. quh
    6. Oktober 2017 um 14:49

    Lieber Klaener,

    ja es ist eine Tragödie. Vor allem, weil das Versagen der CSU-geleiteten Institutionen (Landratsamt) zurück fällt auf die Geflüchteten, die ja an dieser Misere völlig unschuldig sind.

    aa

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