Bilder aus der Geisterbahn

Gut 300 Besucher waren am Sonntag Abend begeistert von der “Alien Disko” Geisterbahn. Von “das war groß“,  über “unfaßbar schön“, “ein ganz besonderes Erlebnis” bis “ein Abend wie ein Gedicht” lauteten die Reaktionen, die uns erreicht haben. Hier Impressionen eines magischen Abends, an dem alles klappte. Fast alles! Der Krach-Musiker Anton Kaun (“Rumpeln”) verletzte sich bei seiner exzessiven Performance am Mittelfuß … und wurde sofort von 3 anwesenden Ärztinnen versorgt.

“Berg calling”: Anton Kauns “Rumpeln” verkörpert den “Abend ungewöhnlicher Musik”, den die Alien Disko versprochen hatte (Photo Andreas Staebler)

Die Entdeckung des lauen Sommerabends auf der Terrasse der wunderschönen Villa de Osa, die alle Anwesenden jetzt in ihr Herz geschlossen haben dürften, war der aus England angereiste japanische Musiker ICHI mit seinen selbstgebauten Instrumenten und seiner fröhlich anarchisch-clownesken Show.

ICHI am See (alle weiteren Fotos: Jörn Kachelriess)

Begonnen hatte die “künstlerische Villenbesetzung” so wie sonst die Bayreuther Festspiele beginnen: mit einer Fanfare der “Hochzeitskapelle” vom Balkon herab, ,,,

Eine Villenbesetzung: Hochzeitskapelle goes Bayreuth

… während draußen am Parkplatz das Duo “Joasihno” mit ihrem Musikkoffer voller selbstgebauter Musikmaschinen die Besucher in gebotenes Staunen versetzte:

Joasihno kommen für ihre Show aus dem Koffer ohne Steckdose aus

Außerdem gab es eine Live-Weltpremiere, Markus Acher (mit seinem Bruder Micha Acher Organisator der “Alien Disko”) stellte rein akustisch sein erstes Solo-Projekt “Like A Plane” vor.

Ein Songtitel als Motto des Abends: “Like A Plane … We Can Go Anywhere”

Bayrisch-japanische Kollaboration Markus Acher (Notwist) mit Saya Ueno (Tenniscoats) im transkontinentalen Duett

Dann wurde es lauter: Erst spielte bis zum Knochenzerbersten “Rumpeln”, danach der Münchner Tausendsassa G.Rag samt Zelig Implosion. Die Band in der klassischen 3er Punk-Besetzung spielte in dem Zimmer, in dem früher immer FJS behandelt wurde. Das Publikum konnte nur von der Terrasse aus zuhören (und hörte doch laut genug).G.Rag / Zelig Implosion

Maxi Pongratz (früher “Kofelgschroa”) trat gleich zweimal auf: einmal mit seinem Instrumental-Projekt “Maxi Pongratz Micha Acher und Verstärkung” auf dem zum Biergarten umfunktionierten Parkplatz … und einmal als Solist vor der Villa unterstützt von der Tubistin Theresa Loibl.

Maxi Pongratz & Theresa Loibl (Photo Andreas Staebler)

Bevor der Abend mit einer Session von allen Beteiligten zu Ende ging (einer Cover-Version des 40 Jahre alten “Palais Schaumburg”-Songs “Wir Bauen Eine Neue Stadt”, der so etwas wie die Hymne der Münchner Independent-Szene geworden ist), traten als Hauptact die am weitestesten angereisten Musiker auf: das weltweit von Musikerkollegen bewunderte japanische Duo “Tenniscoats”, dessen Low-Fi Folksongs so intensiv und leise daherkamen, dass man zum Sonnenuntergang genauso laut wie Saya die Vögel singen hören konnte.

Wer hätte gedacht, dass sie einmal in Berg spielen würden: die “Tenniscoats” aus Japan

Und die Organisatoren? – Sie waren erleichtert, dass bei dem Pop-Up-Festival, bei dem es kein fließendes Wasser, aber köstliches japanisches Essen von Toshi gab, alles in geordneten Bahnen ablief.

Bergs Kulturbeauftragter Andy Ammer hatte vor dem Festival unruhig geschlafen, danach um so besser

Die 3. Bürgermeisterin Elke Link, die sich um die Logistik der Veranstaltung gekümmert hatte, im Gespräch mit  Bürgermeister Steigenberger (der mit seiner Frau bis zum Ende der Veranstaltung blieb)

Das vollmundige Versprechen der Veranstalter, dass man so etwas in Berg noch nicht gehört habe, wurde jedenfalls erfüllt. Viele Berger nahmen innerlich auch Abschied von der Villa Osa, die vor ihrem Verkauf noch einmal von Kultur und Leben erfüllt wurde. Die Gemeinde Berg hat die Veranstaltung im Zuge der “Berg1200“-Feierlichkeiten großzügig unterstützt. Der Inhaber Dieter Schön hat die Zwischennutzung einmalig erlaubt. Nächstes Wochenende geht es in der Villa de Osa weiter mit der Ausstellung “Von A bis Z” und am Huberfeld mit den offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten, auch denen von MTV Berg und der Berger Feuerwehr https://berg1200.de/veranstaltungen/gemeinde-berg-mtv-berg-feuerwehr-und-burschenschaften-laden-ein/.

Wer nach diesem Event mehr Lust bekommen hat auf ungewöhnliche Musik an ungewöhnlichen Orten: am 1. Juli spielt der norwegische Vibraphonist Karl Ivar Refseth (der selbst schon öfters auf der Münchner “Alien Disko” gespielt hat) in der Berger Johanniskirche (https://berg1200.de/veranstaltungen/solo-konzert-praying/ ),  danach die Berger Allstar-Band “Silverfish Surfers” in der Sternwarte Berg. Karten (https://berg1200.de/veranstaltungen/open-air-in-der-sternwarte-silverfish-surfers-all-my-monsters/ ) für Ersteres gibt es die Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen “Drogerie Höck” & Dinis “Schöner Lesen”. Und für all die, die enttäuscht vor der ausverkauften “Alien Disko” standen, ein kostenloser Tipp: Kaufen Sie ihr Ticket diesmal lieber rechtzeitig.

 

Mit herzlichsten Genesungswünschen an den fünften Mittelfußknochen von “Rumpeln”.

Auch die SZ war von der Veranstalltung angemessen begeistert: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/berg-alien-disko-villa-osa-1.5606028

 

 

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