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Ein König stirbt: Folge 4 – der 10. Juni

Vom Balkon seines Schlafzimmers beobachtet König Ludwig II, am 10. Juni um 3 Uhr 30 Nachts das Herannahen der teils alkoholisierten “Fangkommission”. Zu seinem Leibdienern gewandt bemerkt der theatererfahrene Regent: “Die Sache kommt mir vor wie ein mißlungenes Schauspiel.


Zimmer mit schlechter Aussicht: vom Balkon dieses Schlafzimmers sah Ludwig seine Häscher herankommen

Vor dem verschlossenen Schloßtor wurde die Fangkommission von 10 alarmierten Gendarmen empfangen: “Im Namen seiner Majestät, niemand darf das Schloß betreten!“. Die Fangkommission beginnt zu verhandeln, verweist auf ihr Schreiben des Prinzregenten, es kommt zum Handgemenge, während dem auch eine Flasche Chloroform zu Bruch geht. Die resolute Baronin Spera von Truchseß, die von der Aktion Wind bekommen hatte, verjagt schließlich am frühen Morgen die frustrierte Kommission mit ihrem Regenschirm und skandiert: “Hoch lebe der König!”


“Im Namen Seiner Majestät des Königs” setzt der Onkel des Königs. Prinzregent Luitpold, Ludwig II. am 10. Juni offiziell ab

Währenddessen wird Morgends um 10 Uhr in München offiziell die Regentschaft von Prinzregent Luitpold (rechts ein Portrait von ca 1891) öffentlich bekannt gemacht. Die Bevölkerung ist skeptisch bis rebellisch. Frank Wedekind notiert: “Man erwartete allgemein, der König werde seinen Wächtern entfliehen und nach München kommen, wo er jedenfalls mit lautem Jubel empfangen worden wäre.

Genau dies rät ihm auch Ludwigs letzter Verbündeter, der Graf Dürckheim. Der König lehnt das Vorhaben, das vielleicht seine Rettung bedeutet hätte, ebenso ab wie eine Flucht nach Tirol: “Ich sehe viel zu schlecht aus, um mich in der Öffentlichkeit zu zeigen.” – Mit den letzten Resten seiner Macht hat es der König geschafft, die Fangkommission verhaften zu lassen und im Torbau von Neuschwanstein gefangen zu halten.

Die mit Bleistift geschriebenen Anweisungen des Königs sind drastisch: “Die ärgsten fesseln lassen. Holnstein u. Minister. … Knebeln lassen … Alle sehr stark schlagen lassen. – … Mit festen Stricken binden u. bis aufs Blut peitschen lassen.” – Nachdem gegen 13 Uhr die offizielle Regentschaftsproklamation eintrifft, kommen die Gefangenen frei, bevor diese Befehle ausgeführt werden.

König Ludwig II. ist nun Gefangener auf seinem eigenen Traum von einem Schloß. In München beschließt man, ihn nach Berg zu bringen, da die Bevölkerung in Hohenschwangau und bei Linderhof zu aufgebracht sei. Nach dem Mißerfolg der ersten reist eine zweite “Fangkommission” an.

Fortsetzung folgt: lesen Sie morgen an dieser Stelle vom geheimen Fluchtplan und von der rauschenden letzten Nacht des Königs in “Freiheit”.

Gefangen in seinem Traum: das Schloß Neuschwanstein zur Zeit von Ludwig II. letztem Aufenthalt im Jahre 1886