Frank Wedekind als Opa

Keine Angst, er kommt nicht selbst! Frank Wedekind (1864-1918) war Schauspieler, Schriftsteller, Zeitungsmacher und “Majestätsbeleidiger”. Als letzterer und Herausgeber seiner satirischen Zeitschrift “Simplizissimus” saß er 6 Monate in Festungshaft. Seine Dramen um männermordende Frauen wurden Opern (Alban Bergs “Lulu”) oder Filme (“Die Büchse der Pandora”), unlängst sogar noch ein Broadway-Musical (“Frühlings Erwachen”). Als zu seinem Begräbnis am Münchner Waldfriedhof neben Dichtern (Brecht) auch Damen aus dem Rotlicht kamen, gab es einen kleinen Skandal.

Am Donnerstag stellt im Rittersaal von Schloß Kempfenhausen der deutsche PEN-Vorsitzende Johanno Strasser den Ambacher Schriftsteller Anatol Regnier vor, der dann aus seinem Buch “Franz Wedekind, eine Männertragödie” lesen wird. Es enthält laut Eigendarstellung “erhellende Einblicke in die Innenwelt eines Mannes, der sich zeitlebens mit seinem Begehren nicht aussöhnen und sich von der angeblichen amoralischen Lust der Frauen nicht lösen konnte”. Vorverkauf bei Schreibwaren Müller/Aufkirchen, 08151-5761. – Der Clou an der Sache: Anatol Regnier ist selbst der Enkel von Franz Wedekind!

Bis dahin noch ein jahreszeitlich passendes kleines Gedicht vom wüsten Frank:

“Frühling

Willkommen, schöne Schäferin
In deinem leichten Kleide,
Mit deinem leichten frohen Sinn,
Willkommen auf der Weide.

Sieh, wie so klar mein Bächlein fließt,
Zu tränken deine Herde!
Komm setz dich, wenn du müde bist,
Zu mir auf die grüne Erde.

Und trübt sich der Sonne goldiger Schein,
Und fällt ein kühlender Regen,
Dann ist mein Mantel nicht zu klein,
Wollen beide darunter uns legen.”

Die Lesung beginnt um 20 Uhr und kostet 10 €.

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