Morgen, Freitag 23. Oktober, trifft sich der Berger Gemeinderat in einer Klausurtagung, um über die womöglich wichtigste Entscheidung des Jahres (und der kommenden) zu beraten: Was tun mit dem alten Rathaus in Berg?

Derzeit wird das alte Rathaus als Pop-up Kultur- und Bürgerzentrum genutzt
Nach derzeitigem Stand soll das alte Rathaus meistbietend verkauft werden. Der Erlös wurde – sozusagen als Pfand – vor alten Kämmerer in den Haushalt eingepflegt. Nach seiner Aussage wäre der Haushalt sonst nicht genehmigungsfähing gewesen. Sein Vorgänger Kämmerer Benjamin Bursic hatte das bei der Bürgerversammlung energisch bezweifelt. Er kritisierte, dass die Gemeinde mit ihren Besitztümern nicht sorgfältiger umgehe. Eine Immobilie sei immer werthaltiger als Bargeld. Auch Schulden könne man ruhig einmal sinnvoll machen. Altbürgermeister Monn pflichtete ihm bei.
Inzwischen gibt es einen neuen Gemeinderat, der womöglich anderer Meinung ist als der letzte, weshalb in der Klausursitzung ein aktuelles Meinungsbild erstellt werden soll.
Rückblick; Schon im Februar 2024 hatte der Gemeinderat bereits das Büro arc Architekten (das den Pallaufhof in Münsing entwarf) mit einer Machbarkeitsstudie (allerdings für einen größeren Umgriff, der so nicht zur Verfügung steht) für eine andere Bebauung und Nutzung (Wohnen!) beauftragt. Die Ergebnisse wurden im Juli 2024 präsentiert. Es wurden unterschiedliche Varianten vorgestellt (Bestand-Sanierung, Bestand-Sanierung-Ergänzung, Ersatz-Neubau).

Der Bestand: links das alte Rathaus, rechts die alten, etwas heruntergekommenen Häuser vom “Verband Wohnen”
Damals schlug das Architekturbüro unter anderem eine Neubebauung mit 4 länglichen Wohnhäusern vor. https://quh-berg.de/neues-aus-dem-gemeinderat-die-letzte-sitzung-vor-der-sommerpause-2/ Damals gab es 3 Alternativen:
- Sanierung des Bestands (25 Wohneinheiten)
- Sanierung des Bestands und Ergänzung (40 Wohneinheiten)
- Abriss und Ersatzbauten (43 Wohneinheiten)

Eine der vorgeschlagenen Bebauungsmöglichkeiten mit 4 langen Häuser
Keine der damals vorgestellten Möglichkeiten ist derzeit noch in der Diskussion. Ohne, dass es explizit beschlossen wurde, tendierte der Gemeinderat im Februar 2025 zum Verkauf des ca 3600 qm großen Grundstücks samt völligem Abriß der Gebäude und Neubau. Zur Zeit geht es eher darum, das Grundstück meistbietend zu verkaufen (und den Investoren alles zu überlassen) oder mittels einer “Konzeptvergabe” etwa eine soziale Bebauung vorzuschreiben, bei der der Verkaufspreis weit geringer sein dürfte als die vor Jahren begutachteten 6,5 Millionen Euro.
Wahrscheinlich keine Rücksicht wird man auf das derzeit gut funktionierende Pop-up-Unternehmen “BERG WERK” nehmen, unter dessen Dach sich eine Mutter-Kind-Gruppe, Joga-Kurse, Künstlerinnen-Ateliers, das Näh-Café der Bürgerbeteiligung, Bandübungsräume im Keller und die fast immer ausverkauften Konzerte und Lesungen als fester Bestandteil des Berger Lebens entwickelt haben. (https://quh-berg.de/quh-stellt-antrag-und-was-wird-eigentlich-aus-dem-alten-rathaus/). Derzeit sind im Keller und Erdgeschoss fast alle Räume in Benutzung. Allerdings könnte – bis etwa ein Bebauungsplan verabschiedet ist – einige Zeit vergehen.
Zur Erinnerung: am Sonntag verrät die Künstlergruppe um den Berger Archivar Heinz Rothenfußer “Berger Geheimnisse” (Restkarten gibt es an der Abendkasse) am 31. Oktober gastiert das bekannte “ensemble oktopus” mit neuer Musik (Ticket:Vorbestellungen unter schad.kulturverein@gmx.de
Nachtrag: Die Bürgerbeteiligung Berg sandte uns diesen Kommentar:
No comments available