Die Künstler der Berg/Ickinger Ateliertage feiern heute im Marstall ihr 40-jähriges Bestehen mit einer Themenausstellung ihrer Mitglieder. “Wir bitten zu Tisch” heißt das Thema … und ja, natürlich wird es bei diesem Motto auch etwas zu essen geben, im Zentrum stehen aber die Kunstwerke, die sich allesamt mit dem Thema der vierbeinigen Abstellfläche beschäftigen.

Die Künstler der Berg/Ichinger Ateliertage bei einer Besprechung im Marstall
Die Künstlervereinigung ist ein dynamisches Gebilde: Nur zwei der ursprünglichen Mitglieder sind noch dabei: Petra Jakob aus Irschenhausen und Dazze Kammerl aus Farchach, auf den auch vor 40 Jahren die Initiative zu der Künstlervereinigung zurückgeht. Eine große Rolle spielte auch Hannelore Jüterbock, die solche “offenen Ateliers” aus ihrem Zweitdomizil in Südfrankreich kannte und die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der königliche Pferdestall in Berg ein Kultur- und Ausstellungssaal wurde. Auch der Kulturverein Berg geht auf ihre Initiative zurück. Dass es die “Ateliertage” noch gibt, ist ein Zeichen für die vereinende und den Tod überdauernde Kraft der Kunst. Sie wird heute Abend im Marstall gefeiert. Beginn. der Veranstaltung 19 h. Die Ausstellung ist am Wochenende von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Einladungskarte der Berg/Ickinger Künslter, rechts im Bild Dazze Kammerl, von Anfang an dabei (Photo Andreas Huber)
Ein erster Blick in die im Aufbau befindliche Ausstellung bestätigt die hohe künstlerische Qualität, die sich am Ostufer des Starnberger Sees hier versammelt hat. Die Beschränkung auf das gemeinsame Thema “Tisch” hat diesmal ganz besonders inspirierte Kunstwerke hervorgebracht: sprechende Tische, tanzende Derwische, durchleuchtete NS-Akten oder Tische, an denen niemand außer einem Götterboten sitzen kann.

“Mögen ihn die Krähen fressen” – Hans Panschar bei der Installation seines Tisch-Kunstwerkes im Marstall
Schönheit entstehe – laut dem surrealistischen Dichter Lautréamont – durch “die zufällige Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch”. Solche Begegnungen könnte es heute im Marstall einige geben. Eine Nähmaschine jedenfalls wurde gesichtet:

Teil eines Tischkunstwerkes: eine Phoenix-Nähmaschine
Und damit wären wir beim anderen Thema: am Dienstag traf sich im BERG WERK, dem zweiten gerade entstehenden Kunst- und Kulturzentrum in Berg das “Näh-Café” der Bürgerbeteiligung Berg, das sich den Namen BERG WERK STATT gegeben hat. Auch diese Veranstaltung war ein toller Erfolg. Alle 7 anwesenden Nähmaschinen waren andauernd besetzt. Die Veranstaltung, die im BERG WERK ein eigenes Zimmer bezogen hat, wird fortgesetzt.

Absichtliche Begegnung von Nähmaschinen und Berger:innen an einem Bürotisch: das Näh-Café im BERG WERK
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