23.1.: Ein stummer Hund will ich nicht sein

Am Freitag, den 23.1., heißt es wieder “Was quhckst du?”: Regisseur & Produzent Walter Steffen zeigt im Alten Wirt (Saal) seinen Film “Ein stummer Hund will ich nicht sein”, Co-Autor und Protagonist Dr. Gerd Holzheimer spricht einleitende Worte. Nach der Vorstellung gibt es ein Filmgespräch.

Der Film folgt dem Schicksal des Priesters Korbinian Aigner. Mutig stellte er sich gegen die Nazis, kam ins KZ Dachau und wurde Zwangsarbeiter im „Kräutergarten“. Zwischen den Baracken des KZ züchtete er neue Apfelsorten. Seine Züchtung “KZ3” hat bis heute überlebt und wird unter dem Namen Korbinians-Apfel weltweit als Erinnerungsbaum gepflanzt.
Walter Steffen schreibt dazu:
“Dieser Abend in Höhenrain für uns sehr besonders, weil der Apfelpfarrer Korbinian Aigner vor 80 Jahren auf dem Todesmarsch war und hier – zwischen Berg und Höhenrain –  befreit und danach von den Klosterschwestern in Berg aufgenommen und wieder gesund gepflegt wurde.
Aus diesem Grund haben der Gerd Holzheimer und ich uns über zwei Jahre viele Male hier im „Alten Wirt“ getroffen, um das Konzept des Films und das Drehbuch gemeinsam zu entwickeln – im „Alten Wirt” ist so quasi die Basis für den Film entstanden. Mit dieser Vorführung möchten wir außerdem an den internationalen Holocaust Gedenktag am 27. Januar erinnern.”
EIN STUMMER HUND WILL ICH NICHT SEIN
Freitag, 23. Januar 2026, 19 Uhr (Einlass ab 17:30 Uhr)
Gasthaus „Alter Wirt“ Festsaal, 82355 Höhenrain, Wolfratshauser Str, 7, 08171-18172
Filmvorführung mit einleitenden Worten von Dr. Gerd Holzheimer (Co-Autor & Protagonist) und Walter Steffen (Regisseur & Produzent) und einem Filmgespräch nach der Vorstellung
Eintritt 9,- €
Karten im VVK gibt es beim Alten Wirt zu den Öffnungszeiten (Donnerstag bis Sonntag ab 11 Uhr), ansonsten an der Abendkasse.

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Letzter Drücker FDP

Buchstäblich auf den “letzten Drücker” hat die FDP noch eine Liste und sogar einen Bürgermeisterkandidaten für die Berger Kommunalwahl aufgestellt. Bis heute 18 Uhr war dafür Zeit und anscheinend hat es die FDP wirklich noch geschafft, für die 20 Plätze 8 Kandidaten und Kandidatinnen zusammenzuholen. 

Als Spitzenkandiddat (und Bürgermeisterkandidat!) tritt Jürgen Nowicki an, der bisher (außer bei einem gescheiterten Bürgerbegehren gegen die Windkrafträder) in der Kommunalpolitik nicht in Erscheinung getreten ist. Er ist erst 1 Jahr in der FDP. Ihm folgt der Kempfenhauser Schlagersänger Alexander de Brenco, eigentlich Alexander Graf von Wurmbrand-Stuppach-de Brenco, dahinter die als Gemeinderätin zurückgetretene Anke Sololowski, die bei der letzten Bürgermeisterinnenwahl 3,3% erhielt und – unseren Wissens nach – sogar aus der Partei ausgetreten war.

Die Nominierung war nicht unkompliziert. Denn nachdem die FDP es in Berg seit zwei Jahren nicht geschafft hatte, einen Ortsvorstand zu wählen, und sich nicht anschickte, eine eigene Liste aufzustellen, hat der FDP-Gemeinderat, Kreisrat und nicht-abgewählte Ortsvorsitzende Cédric Muth auf der QUH-Liste “politisches Asyl” gefunden. Zu der überraschenden FDP-Listenversammlung am Dienstag ist er – nach Rücksprache mit Parteikolleg/innen und obwohl er selbst im Kreisvorstand seiner Partei ist – nicht erschienen. Er fühle sich “lokal auch der QUH verbunden”, wird er in der Zeitung zitiert.

 

Schickte eine Einladung: Ein früheres Wahlplakat von Britta Hundesrügge FDP/Gauting

Offenbar hat im letzten Moment die Gautinger FDP-Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge zur Veranstaltung in Berg geladen. Das ist möglich: Verfügt eine Partei nicht über einen Vorstand auf der Ebene des Wahlgebiets (z. B. keinen Ortsverband), kann der Wahlvorschlag von dem nächsthöheren Kreisvorstand eingereicht und unterzeichnet werden.

Die Liste der FDP sieht so aus

  • 1.-3. Jürgen Nowicki
  • 4.-6. Alexander Graf von Wurmbrand-Stuppach-de Brenco
  • 7.-9. Anke Sokolowski
  • 10.-12. Werner Söckler
  • 13.-14. Nina Schmiderer
  • 15.-16. Elfie Schloter
  • 17.-18. Brigitte Bertsch
  • 19.-20. Rudolf Bertsch

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Das Rathaus den Bürgern (und der Kunst)

Vergeblich hatten diverse Gemeinderäte bei der Planung des neuen Rathauses darauf gedrungen, dass in diesem doch auch Platz für die Bürger, für Versammlungen oder auch mal für eine Ausstellung sein müsse. Schon Altbürgermeister Monn wehrte alle diese Begehrlichkeiten – wegen der Förderfähigkeit – entschieden ab. Der neue Bürgermeister Steigenberger zauberte dann in die Kalkulation einen Betrag für die Künste hinein, der dann im letzen Jahr von einer Jury vergeben wurde, die aus dem Bürgermeister, dem Kulturbeauftragten Dr. Andreas Ammer, der Kulturvereinsvorsitzenden Elke Link, der Kuratorin Katja Sebald, dem Gemeinderat Heinz Rothenfusser und als externem Juror dem Leiter des Starnberger Museums Benjamin Tillig gezielt an Berger Künstler vergeben wurde.

Bevor wir auf die Kunstwerke eingehen: Auf Einladung des Kulturbeauftragen und des Kulturvereins wird am 31.1. in Gestalt von Maxi Pongratz, der im dann geöffneten Ratssaal ein Konzert geben wird, die Eignung des Rathauses als Veranstaltungsort offiziell getestet. Karten gibt’s in der Oskar Maria Graf Buchhandlung oder unter: schad.kulturverein@gmx.deBleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung gelingt und der – mit Bürgergeld finanzierte – Ratssaal dann den Bergern dauerhaft für Konzerte, Vorträge, Kinoabende zur Verfügung steht.

Maxi Pongratz testet am 31.1. das Rathaus als Veranstaltungsort

Und damit zur bildenden Kunst: Die Jury wählte zuerst sechs Standorte im Rathaus und ebensoviele Berger Kunstschaffende aus, die beauftragt wurden, Werke für das Rathaus vorzuschlagen. Ein Wunsch der Jury war es, obendrein ein “dezentrales” Kunstwerk zu haben, das sich durch das ganze Haus ziehen sollte. Birgit Berends-Wöhrl schuf darauf einige Figuren, die sich redend, balancierend oder Kopf stehend vom Eingangsbereich über den Aufzug bis zum Trauzimmer durch das Rathaus bewegen. Das Werk wurde ebenfalls mit dem Kulturpreis der QUH 2025 geehrt: https://quh-berg.de/das-grosse-a/

Zwei Damen im Gespräch von Birgit Berends-Wöhrl, ein Teil ihres vielfigurigen Werkes

Der Fotograph Andreas Huber, eigentlich für eine Installation im Fahrstuhl vorgesehen, wählte lieber den Keller als Ort für seinen Diptychon. Dort trumpft er umso größer auf: Am Eingang des Archivs plazierte er zwei großformatige Aufnahmen einer Hängeregistratur, die allerdings wie ein furioses abstraktes Werk wirken.

Andreas Hubers kraftvolle Hommage an das Archiv

Schon leidlich bekannt, weil ebenfalls spektakulär gelungen, ist Hans Panschars “Gemeinderad”, das 15 Gebäude aus den 15 Berger Ortsteilen zu einer runden Sache vereinigt. Schöner kann die Individualität und der gleichzeitige Zusammenhalt der 15 Berger Ortschaften nicht demonstriert werden. Übrigens harrt die exakte Aufklärung, welches Haus für welchen Ortsteil spricht, noch der Lösung. Erkennbar ist oben links der Berger Marstall, unten links die Kirche, nein, nicht die von Aufkirchen, sondern die von Allmannshausen. Aufkirchen wird durch den Stromverteilerturm (ungefähr auf 14 Uhr) vertreten. Schon vor 14 Jahren hatte Hans ein “Gemeinderad” als Installation auf dem Berger Kreisel vorgeschlagen, war damals jedoch abgelehnt worden https://quh-berg.de/es-geht-rund-die-7-gemeinderatssitzung-2011-16543257/. Gut Ding braucht Weile.

Die 15 Berger Ortsteile, wer kann sie erraten? – Das Gemeinderad von Hans Panschar

Auch abstrakte Werke zieren unser Rathaus: An der Decke des Treppenhauses hängt eine filigrane Skulptur von Cornelia Hesse, die allerdings nicht wirklich abstrakt ist: Sie bezieht sich in ihrer chromglänzenden Decken-Skulptur, die die Jury auf Anhieb überzeugt hat, auf die Kieselsteine, wie sie am Ufer des Starnberger Sees im Wasser zu sehen sind, und den Schatten dazwischen. Cornelia bringt sie buchstäblich zum Schweben. Aus mehreren Fotos der Kiesel entwickelte sie eine blubbernd luftige Skulptur.

In der Luft statt unter den Füßen: Cornelia Hesses Portrait von Kieselsteinen im See

Ein Favorit der Jury ist auch Juschi Bannaskis monumentales Hinterglasbild, das den Eingangsbereich des Rathauses zu einem kleinen Ereignis macht. Allein die technischen Herausforderungen, ein Hinterglasbild dieser Größe herzustellen, waren nicht leicht zu meistern. Juschi bezweifelt, dass handwerklich schon einmal ein größeres Hinterglasbild gemalt wurde. Meisterhaft obendrein ist ihre Farbbehandlung, die dem abstrakten Bild eine quasi kosmische Tiefe und gleichzeitig eine lebensbejahende Fröhlichkeit verleiht. Die Gliederung in ein bedrohliches Braun, das in Leserichtung in ein flirrend-dominierendes Tiefsee/Himmel-Blau (etwas Grün im Übergang) übergeht und schließlich erlösend in einem strahlenden Sonnen-Gelb aufgeht, lässt viele Interpretationen zu, ohne eine nahezulegen. Ein Kunstwerk, in dem man lange versinken kann und das aus der Ferne wie aus der Nähe beeindruckend und soghaft ist.

Juschi Bannaski auf der Höhe ihrer Kunst: der Hinter-Glas-Tryptichon im Eingangsbereich

Und im Außenbereich dann Roman Wöhrl, der dem von ihm verfertigten König-Ludwig-Spruch auf dem Kreisel im hinteren Bereich des Rathauses einen knallroten “Stairway to Heaven”  entgegengesetzt hat, dem er – nach Martin Buber – den Titel “Vom Ich zum Du” gegeben hat. Kein leichter Weg.

Und damit (mit den offiziellen Kunst-im-Bau-Werken) nicht genug. Eine persönliche Idee des Bürgermeisters war es, die gläsernen Eingangstüren zum Rathaus ebenfalls mit den Namen aller Ortsteile zu versehen, die in einer von dem verstorbenen Berger Künstler und Illustrator Walter Habdank (1930-2001) entworfenen Schrift ausgeführt wurden.

Posthume Ehrung: Walter Habdank entwarf die Schrift für die Rathaustüren

Über die tonnenschwere Skulptur “Unity” (Einigkeit) des dänischen Künstlers Pal Svenson, die auf Vermittlung des Kulturreferenten von einen privaten Berger Spender der Gemeinde gestiftet wurde und die vor dem Rathaus am Kreisel einen würdig-wuchtigen Ehrenplatz gefunden hat, berichteten wir bereits im QUH-Adventskalender: https://quh-berg.de/die-9-welle/?offen=ja. Die beiden Yin-Yang-mäßig verschlungenen Steinblöcke berühren sich nur in einem einzigen kleinen Punkt.

“Unity” von Pal Svenson, tonnenschwer und doch fragil

Auch das Gipsmodell einer Portrait-Büste von Oskar-Maria-Graf von Max Wagner wird noch ihren Weg ins Rathaus finden. Im Eingangsbereich werden zwei große Vitrinen für Wechselausstellungen installiert werden, und ein Berger Sammler hat weitere Werke für die Mitarbeiterzimmer angeboten. Möge das Rathaus zu leben beginnen!

Das Gipsmodell einer Büste von Oskar Maria Graf von Max Wagner war bereits 2006 Teil der Berger Graf Ausstellung und wird seinen Weg ins Rathaus finden

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Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben …

Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben ...
… so lautet die Kantate VI aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, die für den Dreikönigstag 1735 als sechster Teil seines Weihnachtsoratoriums für die Weihnachtszeit 1734–35 in Leipzig komponiert wurde. Das Oratorium wurde in sechs einzelnen Teilen zwischen Weihnachten und Heiligdreikönig aufgeführt. Gotische Darstellung der Heiligen drei Könige An weiterlesen...

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