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  • Elke Link

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  • Jonas Goercke

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  • Andreas von Meyer zu Knonow

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  • André Weibrecht

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  • Christian Kalinke

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Blauer Himmel – Blaue Wogen

“Blauer Himmel – Blaue Wogen” ist nicht nur der derzeitige metereologische Zustand unserer Gemeinde, sondern auch der Titel eines überaus interessanten Buches, auf das wir versprachen zurückzukommen, als wir über den Abriss der – einst von Arnold Schönberg bewohnten Villa – am Berger Ortsausgang berichteten https://quh-berg.de/ein-haufen-musikgeschichte/:

So schön wie der Titel: ein Buch über Musik vom Starnberger See 

Der Autor des Buchs, Christian Lehmann, ist promovierter Musikwissenschaftler, hat früher in Farchach gelebt und beschäftigt sich seit Jahren mit der Musikgeschichte, die am Starnberger See geschrieben wurde. Dabei erzählt er nicht nur die bekannten Geschichten – etwa wie Richard Wagner in Kempfenhausen seinem Freund von Bülow dessen junge Frau Cosima ausspannte, oder die vom Opernsänger Leoni (von letzterem stellt Lehmann richtig, dass dieser gebürtige Sizilianer nur ein einziges Mal als Solist auf einer Opernbühne stand).

Lehmann weiß auch, wann der Zwölftöner Arnold Schönberg den Maler Wassily Kandinsky am Berger Bootssteg abgeholt hat oder weshalb sich der Komponist Hans Posegga in Assenhausen niederließ. – Sie kennen Hans Posegga nicht? – Aber Sie können seine berühmteste Komposition nachpfeifen: die bis heute gespielte Titelmelodie zur “Sendung mit der Maus”.

Jeder kennt die Melodie, nur wenige den Komponisten

Hans Posegga (1917-2002) schrieb außer diesem Lied, das ihn unsterblich gemacht hat (“Ich wollte für eine Kindersendung ein ernsthaftes solides Thema schaffen, und nicht kindliches Getue. Kinder haben ein Gefühl dafür, was sie ernst nimmt”), Filmmusiken für den “Neuen Deutschen Film” (Peter Schamoni oder “Der Seewolf” ,und obendrein auch Klavierkonzerte und Oratorien gegen das Wettrüsten im Kalten Krieg.

Die liebste Geschichte aus diesem musikalischen Buch voller grandioser Musikgeschichten ist allerdings die vom Heldentenor Heinrich Vogl, der in Tutzing den “Brahmspavillon” baute, für Wagner sang, als Tristan vornehm um die Welt tourte und von seinen Gagen am Westufer handfest das Gut Deixlfurt erwarb und Landwirt wurde. Der Hoftheaterintendant Karl von Perfall prägte über den Sänger den Spruch: “Heute singt er Tristan, morgen fährt er Mist an.

Das lieben QÜHe: Abbildung aus dem besprochenen Band

Christian Lehmann erzählt von  Zeiten, in denen die Musik einen anderen, größeren Stellenwert hatte: So lud etwa der Kunstmaler Rikoff (der Erbauer der sogenannten “Rosenthalvilla” an der Berger Seestraße) großzügig den Komponisten Max Reger zu einem mehrwöchigen Urlaub an den  Starnberger See ein (“Es ist hier sehr schön, direkt am See, unser Häuschen (7 Zimmer) … hat Veranda”). Lange Zeit war nicht klar, welches “Häuschen” dies gewesen sein könnte. Es war dies – weiß Lehmann – das im letzten Jahr ebenfalls abgerissene Haus “beim Schmied” in der Wittelsbacherstraße, wie diese Postkarte Max Regers beweist:

“Da wo ich das Dach rot malte, wohnten wir” (Ausriss aus dem besprochenen Band)

Das Buch “Blaue Himmel – Blaue Wogen” (der Titel ist der Textanfang eines Lieds von Johannes Brahms, das von Hans Posegga bearbeitet wurde – ein Auftragswerk) ist im Apelles Verlag in Percha erschienen und kostet nur 12,80 €.