Der ökumenische Kreuzweg und das Osterwochenende

Am morgigen Karfreitag um 9 Uhr laden die katholische und die evangelische Gemeinde zum ökumenischen Kreuzweg von Leoni nach Aufkirchen – zusammen mit Pfarrer Johannes Habdank und Pfarrer Mathias Klein-Heßling. An den 14 Leidensstationen werden wieder Gebete und Betrachtungen gestaltet.

Der Kreuzweg 2019 (Foto: Evangelische Gemeinde Berg)

Pfarrer Johannes Habdank schickte uns Informationen zur Historie:

Der Brauch des Kreuzweg-Gehens entstand im 14. Jahrhundert. Der in Jerusalem übliche Pilgerbrauch wurde von den Franziskanern zu einer Art Volksandacht entwickelt. Dahinter stand das Bestreben, die Ereignisse um das Leiden und Sterben Jesu den Menschen möglichst plastisch vor Augen zu stellen.
Im 14. Jahrhundert waren es im deutsch-katholischen Raum zumeist nur sieben Stationen (Zahl der Stationskirchen in Rom), dann fügte die Volksfrömmigkeit weitere Stationen hinzu. Später verbreiteten sich die 14 Stationen über die ganze Welt. Da es nicht für alle Christen möglich war, Jerusalem zu besuchen, baute man in Europa Nachbildungen des Kreuzweges. Zuerst war es ein wirklicher Weg, der von den bildlichen Darstellungen der 14 Stationen gesäumt wurde. Dann begann man, an den Wänden im Kircheninneren die Kreuzwegstationen darzustellen. Aus dem gegangenen Kreuzweg wurde die Kreuzwegandacht. Gebetet wird der Kreuzweg vor allem in der Passionszeit. Am Karfreitag geht in Jerusalem jedes Jahr eine große Zahl von Pilgern den traditionellen Kreuzweg auf der Via Dolorosa.
In unserer Heimat in Berg hat den Kreuzweg mit seinen 14 Stationen gestiftet: Johann Ulrich Himbsel.
„Johann Ulrich Himbsel, den begabten, königlichen Baumeister, kennt man hier am See vor allem als den Begründer der Starnberger Dampfschifffahrt (1851) und der ersten Eisenbahn von München nach Starnberg (1854). Eine ganz andere Seite seines Wesens zeigt sich in seiner Stiftung von 1856: dem Kreuzweg in Aufkirchen. Johann Ulrich Himbsel war ein vielgereister, phantasievoller und dynamischer Mann, aber auch gläubig und gottesfürchtig. Nach dem Tod seiner Frau und seines jüngsten Sohnes, die 1854 an der Cholera starben, ließ er aus Trauer den Kreuzweg mit seinen 14 Stationen anlegen, der von seiner Villa am See bis hinauf zur Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen führen sollte. Aufkirchen war von alters her ein vielbesuchter Wallfahrtsort im bayerischen Oberland. Himbsel beauftragte den Bildhauer Anton Ganser mit der künstlerischen Gestaltung der Terracotten und Medaillons und sorgte selbst für die Fertigstellung der einzelnen Stationen, so dass die feierliche Einweihung des Kreuzwegs am 16. Juli 1857 stattfinden konnte.“ (Zitat aus: Liselotte Klein „Der Kreuzweg in Aufkirchen“)

 

Wie werden Karfreitag und das Osterwochenende sonst noch begangen?

Die evangelische Kirchengemeinde lädt für Karfreitag, 11:00 Uhr, Gottesdienst mit Abendmahl mit Pfarrer Habdank.

Am Ostersonntag, 6:00 Uhr, wird die Osternacht mit Abendmahl gefeiert, ebenfalls mit Pfarrer Habdank, in St. Johannes in Berg. Anschließend gibt es im Katharina-von-Bora-Haus ein Osterfrühstück.

Um 10 Uhr findet ein Familiengottesdienst mit Abendmahl im Katharina-von-Bora-Haus statt, gestaltet von Pfarrer Habdank und Team, im Anschluss dürfen Ostereier gesucht werden.

Der Pfarrverband Aufkirchen lädt für Ostersonntag, 11:00 Uhr,  zum Osterhochamt, anschließend werden Ostereier im Pfarrgarten gesucht.

In Höhenrain findet das Osterhochamt bereits um 9:00 Uhr statt, die Ostereier sind am Pfarrheim versteckt.

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