Zum 29. Januar 2026 übernimmt die Artemed Gruppe aus Tutzing die Trägerschaft für das “Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gGmbH” – inklusive der Übernahme aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewohnten Konditionen. Dazu gehört auch das Pflegeheim “Haus der Freunde”.

Das Klinikareal in Kempfenhausen
“Die MSK ist die größte Fachklinik für Multiple Sklerose in Süddeutschland und genießt in Fachkreisen sowie bei Patientinnen und Patienten einen exzellenten Ruf”, sagt Artemed-Geschäftsführer Dr. Max von Holleben. “Das unter unserem Dach fortzuführen zu dürfen, darauf sind wir sehr stolz – zumal wir der festen Überzeugung sind, uns fachlich optimal gegenseitig zu ergänzen.”

v.l.n.r.: Dr. Sándor Mohácsi (GF MSK), Prof. Dr. Rainer Salfeld (GF Artemed), Dr. Max von Holleben (GF Artemed), Markus Kohlstedt (Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte), Prof. Dr. Ingo Kleiter (Ärztlicher Leiter und GF MSK).
Artemed ist bereits Träger der Benedictus Krankenhäuser in Tutzing und Feldafing. Zukünftig sollen 35 Neurologen unter Führung von Prof. Dr. Dirk Sander und Prof. Dr. Ingo Kleiter über die drei Standorte hinweg von Schlaganfall über Parkinson bis hin zur Multiplen Sklerose die Diagnostik, Akuttherapie und Rehabilitation aller Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems betreuen.
Bis zur Insolvenz waren die Hauptgesellschafter der MS-Klinik die Landeshauptstadt München (57%) und der Bezirk Oberbayern (17%). Artemed-Konzerngeschäftsführer Prof. Dr. Rainer Salfeld dazu: „Dieses Vertrauen seitens zweier öffentlicher Institutionen entgegengebracht zu bekommen, ist wirklich eine Seltenheit. Uns ist entsprechend wichtig, dass sie und die Mitarbeiter des Hauses wissen, dass wir alles Menschenmögliche daransetzen werden, das großartige Erbe der Marianne-Strauß-Klinik und des Pflegeheims nicht nur fortzuführen, sondern auf ein neues Level zu heben.“
Die Baumaßnahmen und die Sanierungsarbeiten werden wie geplant fortgesetzt. An den bestehenden Arbeitsverträgen soll sich nichts ändern. Die Klinik umfasst 120 vollstationäre Betten, 15 teilstationäre Plätze und eine Ambulanz, hinzu kommen 31 Betten der Pflegeinrichtung. Die Klinik ist damit das zweitgrößte Fachkrankenhaus für Multiple Sklerose bundesweit. Das Team des Behandlungszentrums umfasst ca. 240 Mitarbeitende.
Am 24. Juni 2025 wurde vor dem Amtsgericht Weilheim ein Antrag auf Durchführung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Hintergründe für das Verfahren waren gestiegene Kosten, u. a. für Energie, Sachmittel und den Klinikneubau vor Ort. Im Erörterungs- und Abstimmungstermin am 13. Januar 2026 vor dem Amtsgericht Weilheim wurde der Insolvenzplan von den Gläubigern angenommen und anschließend vom Gericht bestätigt. Zum 28. Januar erfolgte der rechtmäßige Eigentumsübergang.
„Nur durch Ihren hervorragenden Einsatz konnten wir die Sanierung und die vergangenen schwierigen Monate so erfolgreich meistern. Ich weiß, wie sehr diese Zeit Sie alle belastet hat und möchte mich deshalb ganz herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre Loyalität bedanken“, sagt Dr. Sándor Mohácsi, Geschäftsführer der Behandlungszentrum Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gGmbH, zu den Mitarbeitenden.
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