Das Ende der Gesundheitsversorgung

Die Kliniken im Landkreis haben durch die Corona-Krise finanziell mit großen Problemen zu kämpfen (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/starnberg-coronakrise-krankenhaeuser-1.5008602). Schon im August sagte Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken und Chef der Corona-Bekämpfung in den Landkreisen Starnberg, Dachau, Landsberg und dem derzeitigen “Hotspot” Fürstenfeldbruck (Inzidenz über 68): “Wenn es in der zweiten Jahreshälfte wieder zu einem Lockdown kommt, wenn es zur Einschränkung von planbaren Eingriffen kommt, wird es schwierig für uns.”

Ich war mal eine Klinik: Investitionsruine der Schön-Klinik in Kempfenhausen

Nicht allen Kliniken geht es so schlecht. Nach einem Bericht des BR haben die Schön-Kliniken ihren “operativen Gewinn” im ersten Halbjahr 2020 mehr als verdoppelt und während der Krise 51,8 Millionen Euro (vor Steuern und Abschreibungen) verdient (vgl.: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/corona-bringt-kliniken-in-finanzielle-probleme,SBP9vS7 ). Der in Prien am Chiemsee ansässigen Klinik-Kette gehört bekanntermaßen seit 2003 auch die ehemalige Argirov-Klinik in Kempfenhausen, die 2016 überraschend geschlossen wurde … und in Luxuswohnungen umgebaut werden soll.

Etwas Ähnliches wiederholt sich jetzt in Nürnberg Fürth. Auch die dortige Klinik, die die Schön-Gruppe 2013 erworben hatte, wird zum Monatsende geschlossen, weil sie sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lasse, teilt der Konzern mit ( https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/schoen-klinik-schliesst-im-herbst-standort-nuernberg-fuerth-a-43685 ).

Steht seit vier Jahren leer: die ehemalige Nobel-Klinik der CSU-Granden

Lange Zeit sah es so aus, als ob die Umwandlung der Schön-Klinik in Kempfenhausen samt Abriss der Krankenhausgebäude und Neubau von fünf großen, fünfeckigen neuen Gebäuden nicht mehr zu verhindern sei. Zwar hatten sich ortsansässige Juristen oft verblüfft gezeigt, wie widerstandslos die Gemeinde den Flächennutzungsplan dort ändert, aber es hieß von offizieller Seite stets, dass das Projekt sogar mit dem Denkmalschutz abgeklärt sei – es werde begrüßt, dass die Villa wieder freigestellt werde. Dies galt allerdings nur für die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Starnberg. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege reagierte für ein Amt relativ ungehalten:

Das Landesamt machte in seiner Stellungnahme auch deutlich, dass die neu geplante Bebauung (samt Eingriff in den Villengarten) eine weitere Verschlimmerung der Lage darstellt, die bereits – wie für jedermann ersichtlich – eine “lehrbuchartige, städtebauliche Fehlentwicklung” darstellt:

Angesichts dieser deutlichen Worte wuchs der Widerstand gegen das Projekt im Gemeinderat weiter. In der letzten Sitzung des alten Gemeinderates hatte es im April 8 Stimmen gegen den neuen Bebauungsplan gegeben ( https://quh-berg.de/die-letzte-sitzung-des-alten-gemeinderates/ ). Bei der letzten Auslegung im September passierte der Bebauungsplan nur noch mit der geringst denkbaren Mehrheit von 10:9 den Gemeinderat. GR Ammer von der QUH, ein entschiedener Gegner des Projektes, fehlte bei der Abstimmung. Wäre er anwesend gewesen, wäre der Bebauungsplan – Stimmengleichheit bedeutet Ablehnung – gescheitert.


Nur noch 1 Stimme Mehrheit für den Bebauungsplan der Schön-Klinik

Zumindest eine Abstimmung wird es im Gemeinderat zu dem Thema noch geben. GR Ammer hat angekündigt, diesmal – von welchem Erdteil auch immer – anzureisen. Über den ersten Beschluss von 2018 berichtete die QUH hier: https://quh-berg.de/krankenhaeuser-zu-luxusimmobilien-die-2-sitzung-des-gemeinderates/

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