Schlechtes Klima: Der “alte” Gemeinderat tagt zum vorletzten Mal

Es war eine eigenartige Sitzung so zwischen den Wahlen. Der Bürgermeister hielt sich betont zurück. Die Themen der öffentlichen Sitzung hatte die leider scheidende Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Sebastiana Henkelmann beigesteuert: Es ging um die Kommunale Wärmeplanung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, und um einen Zwischenbericht des Projektes EnTranC (“Klimaschutz in Bürgerhand”). 

Zuerst aber noch ein paar Mitteilungen von Rupert Steigenberger. Da auch in unserer Partnergemeinde Phalsbourg gewählt wurde, sei noch nicht klar, wer von dort uns am 1. Mai besuchen werde – auch dort gibt es eine Stichwahl. Außerdem wurde die Jugendbeiratsvorsitzende Jelena Danilov vorgestellt, die dem neu gewählten Gremium vorsitzt und ein Antragsrecht im Gemeinderat besitzt. Dann das Klima (das im Gemeinderat derzeit etwas gereizt ist).

Der Energieverbrauch von Berg zur Wärmeerzeugung

Aus dem Klimabericht ging hervor, dass es für die Gemeinde durchaus noch möglich sei, bis 2045 klimaneutral zu werden. Dazu sei es natürlich nötig, den Anteil der fossilen Energien, derzeit in Berg bei 87%, deutlich zu senken. Der Anteil der Wärmepumpen in der ‘Gemeinde sei mit 12% (270 Stück) bereits relativ hoch. Sie heizen 2% des Wohnraums. Wärmenetze seien – etwa in Kempfenhausen oder in Aufkirchen – durchaus ökonomisch zu betreiben. Bisher gibt es nur in Farchach ein kleines um die Schreinerei herum. Strompreise von um die 15 Cent seien realistisch. Zukunftsmusik. Der Bürgermeister betonte, dass dies jeder natürlich selbst entscheide. Die Kommune sei hier im Moment nicht gefragt. Vorschriften seien nicht Ziel der Wärmeplanung. Sie “muss aus dem Kreis der Bürger hervorgehen”. Nichts Neues also. Trotzdem gab es eine trotzige Gegenstimme aus der CSU.

Als Zwischenergebnis des EnTranC-Projektes, das die  “Energiewende in Bürgerhand” geben soll, wurde berichtet, dass Anfang April der Bau der Solaranlage auf dem Bauhof beginnen wird und in einigen Wochen eine Plattform eingerichtet werden soll, auf der Bürger Interesse bekunden können, ihren Strom einzuspeisen. Informationen gibt es unter projekte@eg-5seen.de.

Zwei Bekanntgaben noch. Zum einen wurde über die nötige Sanierung des Schwarzweihers berichtet, der nach 500 Jahren Existenz (wie GR Sewald wusste) saniert werden muss. Es gebe noch nicht einmal eine “vage Vorstellung” über die Kosten, die hier unerwarteterweise auf die Gemeinde zukommen. Eigentlich ist der Weiher Privatbesitz, aber als Gewässer 3. Ordnung ist die Gemeinde hierfür zuständig. Was am Schwarzweiher los ist, bericheten wir hier: https://quh-berg.de/kahlschlag-am-schwarzweiher/

Schon immer geheimnisvoll und rätselhaft: der Berger Schwarzweiher 

Außerdem werden – wie schon 2012 – bald wieder die berüchtigten “Rüttler” durch den Norden unserer Gemeinde fahren, um die Möglichkeiten von Tiefengeothermie auszuloten. Das Münchner Projekt M-Puls wird nördlich von Martinsholzen dazu die Straßen abfahren.

Schon 2012 wurde geschüttelt, aber nicht gebohrt

Hoffentlich hören wir bald positive Ergebnisse der Beschlüsse der sich anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung .

Kommentieren (7)

  1. Aviator
    18. März 2026 um 16:07

    Klimaneutralität für die Gemeinde Berg? Welch ein Blödsinn ….. Die CO2-Emissionen Deutschlands im Vergleich nit anderen Ländern so niedrig, daß selbst ein völliges Verschwinden unseres Landes mitsamt allen Bewohnern das tatsächlich exponentielle Ansteigen der weltweiten CO2-Emissionen nur um etwa 10 Monate verzögern könnte. Anschließend wäre es hinsichtlich der CO2-Emissionen wieder so, als hätte Deutschland niemals existiert. Was wir hinbekommen, ist allerdings die vollständige Zerstörung der deutschen Industrie. Willkommen in der Realität:

    https://ourworldindata.org/grapher/annual-co2-emissions-per-country?country=DEU~OWID_WRL

    • ProWind
      19. März 2026 um 13:45

      Zugegeben: die Begriffe der Klimaneutralität oder Energieautarkie werden oft sehr verbissen und kleinräumig interpretiert.
      Aber was soll die Konsequenz sein aus der Aussage von Friedrich Merz bei der Bundestags-Generaldebatte vom 9.7.2025, dass Deutschland mit 1% der Weltbevölkerung nur 2% der CO2-Emissionen verursache? Sollen wir sagen, 2% ist eh wenig, also ist es sowieso wurscht?
      Sollen wir das Problem den vielen kleinen Ländern überlassen, die ohnehin am Gängelband der großen und leistungsfähigen Nationen hängen?
      Oder sollen wir das Trump überlassen, der den Klimawandel ignoriert? Oder vielleicht China?? Oder Putin gar???
      Technologische Vorreiter können nur die starken Industrienationen sein, dazu gehört auch Deutschland. Und eine Vorreiterposition ist zukunftssichernd.
      Der Zwischenbericht der kommunalen Wärmeplanung Berg vom 22.10.2025 belegt, dass 11 % der Gebäude in Berg mit Wärmepumpen beheizt werden. Dafür werden nur 2 % des Endenergieverbrauchs benötigt. Zum Vergleich: 31 % der Gebäude werden mit Gas beheizt. Diese benötigen dafür 49 % des Endenergieverbrauchs, und verursachen 46 % der Treibhausgasemissionen.
      Es gibt viel zu tun! Packen wirs doch selber an!

      • Aviator
        19. März 2026 um 17:36

        “Sollen wir sagen, 2% ist eh wenig, also ist es sowieso wurscht?”

        Schauen Sie sich einfach den Gradienten der CO2-Emissionen an. Es ist wirklich völlig bedeutungslos, was Deutschland macht. Wir ändern nichts, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht, so einfach ist das.

        “Sollen wir das Problem den vielen kleinen Ländern überlassen, die ohnehin am Gängelband der großen und leistungsfähigen Nationen hängen? Oder sollen wir das Trump überlassen, der den Klimawandel ignoriert? Oder vielleicht China?? Oder Putin gar???”

        Wem Sie es überlassen, spielt keine Rolle. Man sollte nur erkennen, wenn man nicht die geringste Chance hat, ein Ziel zu erreichen.

        “Technologische Vorreiter können nur die starken Industrienationen sein, dazu gehört auch Deutschland. Und eine Vorreiterposition ist zukunftssichernd.”

        Deutschlands Energiepolitik wird im gesamten Rest der Welt zu Recht als völlig irrsinnig und selbstzerstörerisch angesehen. Und die Industrienation Deutschland ist Dank totaler Realitätsverleugnung im freien Fall, wie Sie täglich der Tageszeitung entnehmen können.

        “Der Zwischenbericht der kommunalen Wärmeplanung Berg vom 22.10.2025 belegt, dass 11 % der Gebäude in Berg mit Wärmepumpen beheizt werden. Dafür werden nur 2 % des Endenergieverbrauchs benötigt.”

        Zu dieser Einschätzung kann man nur gelangen, wenn einem die Grundsätze der Thermodynamik unbekannt sind – oder wenn man ein Profiteur solcher Systeme ist.

        • ProWind
          20. März 2026 um 17:52

          Wenn 11 % aller (!) Gebäude mit Wärmepumpen beheizt werden und auf diese – überwiegend Wohngebäude – nur 2 % des Endenergiebedarfs (aller Gebäude!) entfallen, so ist das kein Widerspruch zum Gesetz von der Erhaltung der Energie.

          Die Wärmepumpe entzieht Nutzenergie aus Luft, Wasser oder Erdreich in Form von Wärme.
          Die Antriebsenergie, die in Form von elektrischem Strom für den Wärmetransport benötigt wird, beträgt knapp 1/3 der Nutzenergie im Jahresmittel.
          Trotzdem wird es drinnen warm und draußen kalt. Kühlschrank rückwärts. Ist doch genial, oder?

          Und Ja, die Wärmepumpe ist teurer als eine Öl- oder Gasheizung. Aber sie schont das Klima und sichert uns vor Lieferengpässen und Lieferblockaden in einer fragilen und unberechenbaren Welt.

          • Aviator
            22. März 2026 um 16:54

            Wie eine Wärmepumpe funktioniert, weiß ich. Wie Ihr Zahlen-Vodoo zustandekommt, natürlich nicht, auf der Website der Gemeinde steht da nur was von Klimarettung.

            Dem Text oben ist aber zu entnehmen, daß 2% des Wohnraums der Gemeinde mit Wärmepumpen beheizt werden, die einen Primärenergieverbrauch von 1,9 GWh/a verursachen. Vergleich mit Gas:

            Wärmepumpe:
            ———–
            1,9GWh/a für 2% des Wohnraums = 0,950 GWh/a pro 1% Wohnraum

            Gas:
            —-
            41,11 GWh/a für 49% des Wohnraums = 0,839 GWh/a pro 1% Wohnraum

            Gas ist – ausweislich des Zahlenwerks dieses dubiosen Ingenieurbüros – hinsichtlich des Primärenergieverbrauchs also um 13% effizienter als die Wärmepumpe. Und die 15 cent/kWh für Strom sind doch ein Witz. Ein Blick auf Ihre Stromrechnung zeigt die Realität.

            Oder sind die Zahlen ganz anders gemeint? Nach 500 Milliarden vernichtetetem Steuergeld für eine gescheiterte “Energiewende” darf man an den Rechen- und Darstellungskünsten künsten der Profiteure schon mal zweifeln …..

  2. Gast
    19. März 2026 um 9:17

    Woher kommen die Zahlen für das Diagramm ” Endenergieverbrauch Wärme ” ?

    • quh
      19. März 2026 um 9:56

      Die Zahlen hat das Ingenieurbüro Steinbacher Consult erhoben, unter anderem aus Kehrbüchern und vom Statistischen Bundesamt.

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