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Viele wurden nach Hause geschickt: Im überfüllten, schon 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung geschlossenen Saal der Post, fand am Sonntag – bedauernswerterweise in Abwesenheit des erkrankten Amtsinhabers – die Diskussion der Bürgermeisterkandidat/innen statt. 

Der Beweis, dass Berg einen Saal braucht

Die Abwesenheit unseres Bürgermeisters Rupert Steigenberger führte leider auch dazu, dass ein Großteil der Diskussionen etwas “faktenfrei” (so ein Kommentar eines Besuchers) verlief. Rechts und links von Elke Link – diesmal im blauen Blazer – …

Sebastian Gastl (CSU), Elke Link (QUH) Jürgen Nowicki (FDP), Marjus Pfeiffer (Kolping) Sandra Sedlmaier (Münchner Merkur)

… bauten sich die Kandidaten von CSU und FDP auf, die beide über keinerlei politische Erfahrung in der Gemeinde verfügen und – bei allen womöglich vorhanden Vorzügen – auch so argumentierten. Sie sprachen von der Assen”burger” Straße oder behaupteten, die Gemeinde müßte Pacht für die von ihr vermieteten Photovoltaikanlagen zahlen (das Gegenteil ist der Fall). Sie waren pauschal gegen ein Engagement der Gemeinde in umweltpolitschen Dingen (Nowicki) oder “für” Vereine und Sparen gleichzeitig (Gastl). Aus dem Publikum kamen dann Wortmeldungen wie vom ehemaligen CSU-Mitglied Klaus Gröber, der dem Bürgermeister und allen Gemeinderäten ungesetzliches Handeln vorwarf oder pauschale Vorwürfe an die Verwaltung, die Elke Link, als einzige Vertreterin mit politischer Verantwortung und Erfahrung auf dem Podium, souverän in Schutz nahm.

Die CSU schaut auf die QUH herab, die FDP verschränkt die Arme

Kurzum: Es ging teilweise hoch bis bodenlos zu, es war eher Wirtshauspolitik als ein Ruhmesblatt für die politische Kultur in Berg. Gute Besserung Rupert! Unsere Kandidat/innen für den Gemeinderat finden Sie hier: https://quh-berg.de/wer-wir-sind-2026/

Kommentieren (10)

  1. Michi
    23. Februar 2026 um 11:23

    Dem Applaus nach zu messen schien das Berger Publikum aber eine andere Auffassung des politischen Abends zu haben, was wohl diesen dünnhäutigen, faktenfernen Kommentar seitens der QUH erklärt.

    Ganz klar braucht Berg ein sachliches, objektives, neutrales Informationsmedium, wie von den Kanidaten der CSU und FDP verlangt.

    Ansonsten war der Abend ein Ruhmesblatt einer offenen und transparenten Debattenkultur in einer funktionierenden Demokratie. Zweieinhalb Stunden, bei durchgehend vollbesetztem Saal. Chapeau!

    Berg hat auf jeden Fall ein sehr viel besseres Bild zu den Kandidaten.

    So geht Politik – Vielen Dank an das Kolpingwerk!

    Denn für alle ersichtlich hatten die Kandidaten der CSU und FDP eine sehr viel genauere Übersicht zur Finanzlage der Gemeinde, und eine kongruente Einordnung der sich daraus ergebenden Möglichkeiten, und über alle Themenfelder.

    Herr Nowicki scheint hier Zugang zu den Jahresabschlüssen der Gemeinde erhalten zu haben. Sind diese im Sinne der Transparenz auch für alle verfügbar, und wenn ja, dann wo?

    Die Kandidatin der QUH war, trotz ihrer 12-jährigen Erfahrung als 3. Bürgermeisterin in Berg, sichtlich nicht in der gewünschten Tiefe mit den Zahlen betraut.

    Und: die sinnvollen Kommentare zur Parksituation in der Assen”bucher” Str. kamen von Herrn Gastl und vor allem von Herrn Nowicki selbst – digitale Erfassung. Frau Link war hier nach eigenen Worten ratlos, hatte scheinbar aufgegeben, dieses Thema anzugehen.

    Die beiden Kandidaten schienen aber bei umweltpolitischen Themen sehr viel mehr in die Tiefe gehen zu können, also die Kandidatin der QUH.

    Herr Nowicki hat auch den einzigen sinnvollen Vorschlag hinsichtlich der Windräder gemacht (local energy communities), welche Berger Bürgern bessere Energietarife ermöglichen würde.

    Sehr viel besser jedenfalls als konzeptloses Repowering und eine fünftes Windrad, ohne holistischem Gesamtkonzept für den Berger Bürger.

    Faktenfrei war hier die immer wiederholte Falschbehauptung, Berg sei energieautark. Woher kommt die Energie nach Berg bei Dunkelflaute? Wohl einfach aus der Steckdose.

    Fakt ist, daß die Kandidaten nicht einfach pauschal “für” jedes umweltpolitische Thema waren, sondern im Rahmen der tragbaren Möglichkeiten innerhalb der Gemeinde Berg und seiner Bürger.

    Für Amüsemang sorgte Dr. Ammers Rolle als weißer Ritter – traut die QUH ihrer Bürgermeisterkandidatin nicht zu, etwaige und augenscheinliche Missverständnisse selber anzusprechen?

    Bodenlos war übrigens die Parteilichkeit der Moderatorin Sandra Sedlmaier.

  2. Gast
    23. Februar 2026 um 16:49

    ….beim Lesen dünkt mir der Dünkel…..

    Mog i ned.

  3. Andy Ammer
    23. Februar 2026 um 19:17

    Lieber Michi,

    Zugang zu den Jahresabschlüssen muss man nicht bekommen: die werden in öffentlicher Sitzung besprochen, sind zugänglich und hier im Blog wird auch darüber berichtet.

    Leider waren die Zahlen mit denen der Mitbewerber so gekonnt jongliert hat, leider ebenso beeindruckend wie falsch:

    Sein Statement, dass in Berg mehr Einkommens- als Gewerbesteuer eingenommen werde, ist schlicht verkehrt, das war so einmal in der Vergangenheit und entspricht nicht der aktuellen Haushaltslage. Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer betrugen 7,7 Millionen, die aus der Gewerbesteuer 6,2 Millionen.

    Die joviale Konsequenz, man müsse also einfach die Einwohnerzahl von 8 auf 10.000 erhöhen, um mehr Steuern zu generieren ist schlicht merkwürdig. Ebenso die Aussage, für die paar hundert nötigen Wohnungen werde man schon noch eine Wiese finden.

    Und der geniale Sparvorschlag, die Kreisumlage zu senken … das hätten alle Bürgermeister gerne gehabt und gemacht, allein, diese errechnet der CSU-regierte Landkreis.

    Bitte verzeih, dass wir nicht alle Merkwürdigkeiten, die da verkündet wurden hier aufzählen, wir haben uns im Kommentar bewußt zurückgehalten.

    • Michi
      24. Februar 2026 um 13:03

      Vielen Dank – Das freut uns, wo sind denn die Jahresabschlüsse zugänglich? Auf der Webseite finde ich sie leider nicht. Schwer so die Lage zu beurteilen, die sich aus den letzten Jahren ergeben hat.

      Aus welchem Jahr stammen denn die von Ihnen genannten 7,7mio Einkommensteuer-, die ja augenscheinlich mehr als die 6,2mio Gewerbesteuereinnahmen betragen.

      Mehr Steuereinnahmen benötigen mehr Substanz: Einwohner oder Betriebe.

      Oder man kürzt Ausgaben.

      Man hätte sich von der Kandidatin der QUH genaue Zahlen gewünscht. So etwas muss man bei solch einem Budget im Auge haben, nebst Tendenzen über die Jahre, und wie man eventuell negative abwendet.

      Und die Aussage war, daß man bei geeigneter Konstellation nach der Wahl auf den Landkreis hinsichtlich der Kreisumlage einwirkt.

  4. Julia
    23. Februar 2026 um 19:46

    Was wirklich eine Bereicherung für die Zukunft wäre, wenn der Veranstalter es schaffen würde eine solche Veranstaltung, zeitgemäß, zB per Livestream zu übertragen. Damit könnten alle Interessierten auch dabei sein, und nicht nur die paar Leute die in den Saal passen.

    • Markus Pfeiffer
      13. März 2026 um 13:03

      Hallo Julia, auch wenn der Hauptzweck der Podiumsdiskussion ist, die Kandidatin und die Kandidaten live und hautnah zu erleben, so erwartet man heute einfach auch eine Web-Übertragung. Das ist auch richtig so und wir werden uns beim nächsten Mal sicher darüber Geganken machen. Du musst aber auch sehen, dass wir als Kolpinger siese Veranstaltung ehrenamtlich machen und mit Saalmiete, Tontechnik und allem was darum zusammenkommt schon erhebliche Ausgaben haben, die wir erst mal aufbringen müssen. Eine vernünftige Kameramannschaft mit entsprechender Technik sprengt für uns aktuell den Rahmen. Da brauchen wir dann einen entsprechenden Sponsor.

  5. Aviator
    24. Februar 2026 um 15:15

    @Michi: Den Haushalt der Gemeinde kann sich jeder Bürger zuschicken lassen, auch über mehrere Jahre. Ich habe die Unterlagen für 2021 bis 2025 bei der Gemeindeverwaltung angefragt und auch sofort bekommen. Die beiden Zahlen von Herrn Ammer sind richtig, allerdings kann man den Unterlagen auch vieles Anderes entnehmen …..Da stehen dann auch so nette Sätze drin wie:

    “Wenn im Planungszeitraum noch zusätzlich in einer Kreisgemeinde wegen einer möglichen Rückzahlung von Gewerbesteuer deren Anteil aus der Kreisumlage komplett auf null reduziert wird, so kann dies für die Gemeinde Berg zu einer riesigen finanziellen Belastung führen, deren Konsequenzen sich nur schlecht absehen lassen. Selbst das Best-Case-Szenario für einen solchen Fall sorgt beim Verfasser für intensive Albträume.”

    Soweit der blick in die Zukunft, wenn sich politisch nix ändert.

    • Michi
      24. Februar 2026 um 19:39

      Danke, das wollte ich wissen. Ich frage an.

      Wenn ich diesen Beispielsatz richtig verstehe, ist hier das Jährlichkeitprinzip das Problem, denn es erfolgt keine rückwirkende Erstattung und die Wirkung ist zeitversetzt. Für die aktuelle Kreisumlage wird noch die Steuer der vorangegangenen Jahre herangezogen.

      Da braucht es jemanden, der sich in die Zahlen einarbeiten kann.

  6. Jürgen Nowicki
    24. Februar 2026 um 16:23

    Lieber Herr Ammer,

    ich denke Sie finden selbst den Fehler in Ihrer Behauptung von oben:
    “…Sein Statement, dass in Berg mehr Einkommens- als Gewerbesteuer eingenommen werde, ist schlicht verkehrt…Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer betrugen 7,7 Millionen, die aus der Gewerbesteuer 6,2 Millionen…”
    Falls nicht: 7.7 ist mehr als 6.2

    Von der Gemeinde wurden mir die Haushaltspläne für die Gemeinde für die Jahre 2024 und 2025 zur Verfügung gestellt, 2026 war nicht verfügbar da noch nicht genehmigt.
    Der Haushaltsplan für 2025 besagt folgendes:
    Gewerbesteuer: €5 Mio
    Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer: €8.1 Mio
    Grundsteuer B: €1.75 Mio
    Im übrigen ändert

    Das sind exakt die Zahlen, die ich in der Podiumsdiskussion genannt hatte.

    Mit besten Grüßen

    Jürgen Nowicki

  7. quh
    2. März 2026 um 16:05

    Die Haushaltspläne sind leider insofern nicht aussagekräftig, als sie nicht die tatsächlichen Steuereinnahmen berücksichtigen, sondern eine Schätzung darstellen. Hier wirtschaftet die Gemeinde insofern konservativ, als sie stets zögerlich Gewerbesteuern ansetzt, die sich ja schnell ändern können. In der Vergangenheit wurden wir von den Berger Betrieben meist postitiv überrascht.
    Es könnte im politischen Diskurs helfen, wenn man offensiv mit Zahlen operiert, die richtigen zu nennen.

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