Der Wahlkampf in Berg / pt.3 … wer ist Karl Für?

Nachdem wir gestern mit “Triell” wieder ein neues Wort gelernt haben, beschränken wir uns in Ermangelung jeglicher Wahlkampfveranstaltungen in Berg weiter auf die Analyse der Plakate, die unsere Gemeinde verschönern. Das Seltsamste von allen ist wieder das des derzeitigen Umfrageüberfliegers SPD, das eine “Soziale Politik” verspricht. Ihre Gesichter für “Soziale Politik” halten hin: die Direktkandidatin der SPD CARMEN WEGGE, von der wir ansonsten nichts erfahren und ein gewisser KARL FÜR, …

… wobei letzterer eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Berger Karl Brunnhuber hat, der aber definitiv nicht für den Bundestag kandidiert. Wieso er auf dem Plakat ist? Die Zwei versprechen “beide Stimmen für die SPD!”

Wer sind Carmen Wegge und Karl Für?

Die Grünen hingegen waren sich ihres Wahlsieges schon einmal so sicher, dass Sie nicht einmal mehr ihren Parteinamen auf das Plakat schreiben. Was genau der Junge, der sicher ebenfalls noch nicht für den Bundestag kandidieren darf, auf dem Plakat macht (rennt er vor der Briefwahl weg, die ihm im Rücken sitzt?), wissen wir auch nicht. Dass der Grünen Spruch “Bereit, weil Ihr es seid” orthographisch verkehrt ist (“Ihr” wird nur noch in persönlichen Briefen groß geschrieben) … geschenkt.

Auf der Flucht vor den Grünen?

Auch das Gesicht der CSU, das in Berg am meisten aufgestellt wurde, kandidiert nicht oder – nach eigener Aussage sogar – sicher nie, nie, nie für den Bundestag: Wer dieser Herr wirklich ist und welchen akademischen Titel er trägt, erfahren wir nur im Kleingedruckten. Ja, fast hätten wir unseren Landesvater nicht erkannt, der hier für etwas wirbt, das er definitiv nicht machte, als er in den letzten Monaten alles dafür tat, die CDU und damit Deutschland zu destabilisieren. Nehmen wir seinen Wahlspruch also als guten Vorsatz.

Landesvater, kleingedruckt und breit lachend

Auch die FDP huldigt dem Trend zum Schwarz/Weiß-Photo. Vom Motiv her hatte man nicht viel “Freude am Erfinden”: die Kandidaten für den See steht lächelnd vor selbigen. Immerhin hat die FDP eine erfahrene Lokalpolitikerin für den Bundestag aufgestellt. Mit bayerischem Listenplatz 18 könnte für Frau Hundesrügge der Umzug nach Berlin allerdings nicht ganz leicht fallen.

Keine Experimente: Gesicht, Name, Spruch, Partei, ein Wahlplakat der ganz alten Schule

Gleiches gilt für die Grüne Kandidatin Marina Neubauer: Mit Listenplatz 31 müsste sie fast schon ein Direktmandat gewinnen, was im Frühjahr einmal fast möglich schien …

Die vielleicht erfahrenste Politikerin auf all den Plakaten heute und bei der Landtagswahl 2020

 

… denn zumindest hier am Ostufer fühlen wir uns von unserem – aus der Schweiz stammenden und in Landsberg wohnenden – Bundestagsabgeordneten von der CSU nicht sonderlich gut wahrgenommen. Wir können uns nicht erinnern, ihn in unserer Gemeinde schon einmal gesehen zu haben. Unsere Stimme ist er deshalb sicher nicht.

“Näher am Menschen?” – aber nicht bei uns

Bleibt abschließend (und wirklich nicht zu “guter” Letzt) noch der Blick auf eine Partei, die die Menschen, die wir da wählen sollen, gar nicht erst verraten will. Sprüche statt Bilder. Wir würden – vor die ‘Wahl gestellt – für Windparks statt Tankstellen plädieren.

Autofahren für Deutschland

Kommentieren (1)

  1. Bernhard von Rosenbladt
    1. September 2021 um 11:07

    Wunderbar, eure kritische Revue der Wahlplakate – Kompliment dafür! Zur Frage, wer KARL FÜR ist, kann ich helfen. Richtig, es ist Karl Brunnhuber, bis 2014 langjähriger Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Berg und seit Juli 2021 Vorsitzender der Berger SPD. Dies nun in einer Doppelspitze, allerdings nicht mit Carmen Wegge, sondern mit Andrea Galloth. Teamgeist “FÜR SOZIALE POLITIK”!

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