Die “Rüttler” – jetzt auch “Vibro-Trucks” genannt – sind wieder unterwegs. Ab KW 38 erforschen sie den Berger Untergrund. Und nein, es wird – auch wenn manchem die Frühstückstasse aus der Hand fällt – nicht das Beben, das die Wahl in Sachsen-Anhalt ausgelöst hat, gemessen, sondern die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung von Tiefengeothermie.

Schon jetzt in Berg zu finden – die Messgeräte bzw Geophone (Foto: Uwe Kläner)
Die Vibro-Trucks erzeugen mit Rüttelplatten Vibrationen. Diese Schallwellen breiten sich im Erdreich aus, werden an unterschiedlichen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert und an der Oberfläche aufgezeichnet. So kann dann ein dreidimensionales Bild des Untergrunds erstellt werden. Die Vibrationen dauern an jedem Messpunkt nur 1-2 Minuten. Die Messungen geschehen zunächst nicht aus kommerziellen Gründen: “Mit großangelegten seismischen Messungen erzeugen wir ein vollständiges 3D-Bild des Münchner Untergrunds und Umlands. Das daraus entwickelte geologische 3D-Modell wird kostenfrei bereitgestellt und schafft eine gemeinsame Planungsgrundlage für Kommunen, Behörden und Geothermieprojekte in der Region.”, heißt es auf der Seite von M-Giga.

Unscharfer Rüttler in Berg 2012 – mit jetzt wieder angebrachten Straßenmarkierungen

Ein scharfer Rüttler, auch von 2012, auf Berger Straßen
2012 waren schon einmal “Rüttler” in Berg unterwegs, allerdings ging es da um ein – inzwischen eingestelltes – Projekt auf Ickinger Flur. Jetzt ist der Hintergrund das Vorhaben “M-Plus” der Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck und dem Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching. Die Gemeinde Berg ist an dem Projekt nicht beteiligt.
Die “Rüttler” bewegen sich langsam auf ausgewählten Straßen und Wegen entlang der Messstrecken. An den einzelnen Messpunkten wird jeweils nur kurz gemessen – dadurch soll der Verkehr möglichst wenig behindert werden. Um sein Haus muss sich niemand Sorgen machen, heißt es offiziell.

Hauptsächlich Kempfenhausen, Manthal & Martinsholzen sind betroffen
Die Trucks fahren langsam auf ausgewählten Straßen sowie Feld- und Waldwegen und erzeugen an festgelegten Messpunkten, die in den letzten Wochen hellgrün auf den Straßen markiert wurden, kontrollierte Schwingungen. Die Geophone zeichnen diese Signale auf. Die Geophone werden von Nord nach Süd verlegt, die Trucks fahren von Ost nach West – das heißt, sie beginnen nächste Woche in Neufahrn und Schorn und arbeiten sich über das Manthal und Kempfenhausen bis Hanfeld durch.
Mitarbeiter werden vor Ort sein, um Fragen von Anwohnern zu beantworten und den planungsgemäßen Verlauf der Messung zu überwachen.
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